- Fast jeder dritte Haushalt zahlt beim Grundversorger zu viel für Strom
- Mit wenig Aufwand und dem richtigen Vergleich ist der Stromtarif schnell gewechselt
- Finanztip verrät die wichtigsten Punkte für den Stromwechsel
Rund 6,7 Millionen Haushalte haben sich im vergangenen Jahr „getraut“ und ihren Stromanbieter gewechselt. Das zeigen Daten der Bundesnetzagentur. Gleichzeitig gibt es nach Schätzungen des Geldratgebers Finanztip aber noch mindestens zwölf Millionen Haushalte, die dringend wechseln sollten, weil sie besonders hohe Strompreise zahlen. So ein Wechsel ist innerhalb weniger Minuten beauftragt und bringt bei einem typischen Dreipersonenhaushalt aktuell knapp 300 Euro Ersparnis – pro Jahr.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Wer nie selbst einen günstigen Stromtarif abgeschlossen hat, steckt automatisch in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers. Eine Finanztip-Anfrage bei der Bundesnetzagentur hat ergeben, dass dies zuletzt 29 Prozent der Haushalte betraf. Dabei ist die Grundversorgung oft teuer – sie kostet im Schnitt fast 41 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh). Zum Vergleich: In den günstigsten von Finanztip empfohlenen Stromtarifen zahlen Haushalte aktuell nur gut 31 Cent/kWh.
- Strompreis: Neue Prognose zu Energiepreisen – Wer jetzt Hunderte Euro spart
- Energiemarkt: So können Familien 1000 Euro im Jahr sparen
- Experte mahnt: Staat verdient am Strompreis kräftig mit
- Energiewende: Ohne Gas und Öl – Dieses Dorf macht Strom und Wärme selbst
- Stromrabatt: Braucht ihn die Industrie? Unternehmer wird deutlich
Stromvergleich: „Schwarze Schafe“ unter den Stromanbietern rausfiltern
In der Grundversorgung gilt eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen, ein Wechsel ist also jederzeit möglich. Vergleichen lohnt sich aber nicht nur für Haushalte in der Grundversorgung. Denn laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zahlen die Deutschen derzeit durchschnittlich 37 Cent/kWh – also immer noch deutlich zu viel.
Im Finanztip-Stromvergleich erscheinen nur Tarife mit verbraucherfreundlichen Konditionen. Die unabhängige Redaktion schließt aus dem Vergleich Stromanbieter aus, die in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind. Ausschlusskriterien sind
- Klagen von Verbraucherzentralen,
- Aufsichtsverfahren der Bundesnetzagentur oder
- Verstöße gegen Verbraucherrechte nach Erkenntnissen von Finanztip.
Günstiger Stromtarif: Vertragslaufzeit und Neukundenboni nutzen
Bei der Tarifwahl kommt es vor allem auch auf die Vertragslaufzeit und einen eventuellen Neukundenbonus an. Beides lässt sich über Filtereinstellungen individuell bestimmen. Für die meisten Haushalte empfiehlt Finanztip eine erste Vertragslaufzeit zwischen zwölf und 24 Monaten. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag automatisch – kündbar dann jederzeit mit maximal einem Monat Frist. Kürzere Laufzeiten bieten mehr Flexibilität, längere Laufzeiten in Verbindung mit einer ebenso lange laufenden Preisgarantie mehr Preissicherheit.
Stromanbieter clever wechseln
Aktuell locken viele Anbieter mit hohen Wechselprämien von 200, 300 oder sogar über 400 Euro. Diese Boni machen Tarife im ersten Vertragsjahr besonders günstig. Allerdings sind in Bonustarifen die eigentlichen Strompreise oft höher, was der Bonus verdeckt. Ab dem zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, kann der Tarif verhältnismäßig teuer sein. Verbraucher sollten vor Vertragsabschluss die Gesamtkosten über die komplette Laufzeit prüfen, statt nur auf den Preis im ersten Jahr zu schauen.
Wer diszipliniert jedes Jahr neu vergleicht und die Bonusauszahlung im Blick behält, holt mit „Bonus-Hopping“ am meisten raus: einfach immer zum nächsten Jahrestarif mit hohem Bonus wechseln, sobald die Mindestlaufzeit endet. Für die entsprechende Tarifsuche lässt sich im Finanztip-Stromvergleich die Option „Bonus einberechnen“ aktivieren.
Wer auf Boni setzt, sollte die Bonusbedingungen genau lesen. Um Boni zu bekommen, darf man nicht kürzlich schon einmal Kundin oder Kunde bei dem Stromanbieter gewesen sein. Sofortboni werden oft nach einigen Wochen, Neukundenboni nach zwölf Monaten Belieferung ausgezahlt.

Langfristig günstige Stromtarife finden: Das empfiehlt Finanztip
Wer diesen Aufwand des Bonus-Hoppings scheut, sollte bei regulären Stromvergleichen die Option „ohne Bonus“ in den Filtereinstellungen auswählen. Dann stehen ganz oben die Tarife, die auch ohne Bonus langfristig am günstigsten sind.
Extra-Tipp: Als Wechsler sollten Sie auf die Sortierung der Tarife achten. Manche Vergleichsportale zeigen ganz oben gesponserte Tarife an oder sortieren die Liste nach „Beliebtheit“. Stellen Sie lieber „günstigster Preis“ ein. Bei Finanztip wird transparent stets nach dem günstigsten Gesamtpreis sortiert.
Lesen Sie auch
Für den Tarifvergleich benötigt man die Postleitzahl und den jährlichen Stromverbrauch. Er steht auf der letzten Stromrechnung, die einmal im Jahr vom aktuellen Anbieter kommt. Wer den Stromanbieter wechseln möchte, findet auf der Rechnung auch die restlichen benötigten Angaben: die Kundennummer beim bisherigen Anbieter und die Marktlokations-ID (MaLo-ID), alternativ die Stromzählernummer.
Meist lässt sich im Wechselprozess wählen, dass der neue Anbieter gleich noch die Kündigung des alten Vertrags übernimmt. Viel schiefgehen kann nicht. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass beim Wechsel etwas hakt, kommt weiterhin Strom aus der Steckdose, dann springt nämlich der Grundversorger ein. Ihre Stromversorgung ist also jederzeit gesichert.
Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.







