Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren. Eine spanische Studie des Gesundheitsinstituts Carlos III. kommt nun jedoch zu einem überraschenden Ergebnis. Bei Kindern, die im Vorschulalter eine Katze bekamen, fanden Forscherinnen und Forscher später häufiger emotionale und verhaltensbezogene Auffälligkeiten. Damit könnte auch die psychische Gesundheit von Kindern mit der Haustierhaltung zusammenhängen.

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren.
Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren.© dpa/dpa-tmn | Christoph Soeder

Für die Studie wertete ein spanisches Forschungsteam um Llúcia González Daten von 1893 Familien aus. Erfasst wurde, ob die Kinder im Alter von einem Jahr sowie mit vier bis fünf Jahren mit Haustieren lebten. Die Forscher unterschieden dabei zwischen Hunden, Katzen, Vögeln und anderen Tieren. Als die Kinder sieben bis acht Jahre alt waren, beantworteten die Eltern zudem einen standardisierten Fragebogen zu deren emotionalem Befinden und Verhalten.

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Katzen und Kinder: Studie zeigt auffälligen Zusammenhang

Untersucht wurden sogenannte internalisierende und externalisierende Probleme. Internalisierende Probleme richten sich eher nach innen. Dazu zählen etwa Ängste, depressive Symptome oder andere emotionale Belastungen. Externalisierende Probleme zeigen sich stärker nach außen. Dazu gehören unter anderem aggressives Verhalten, Regelverstöße oder andere Verhaltensauffälligkeiten.

Besonders auffällig war eine Gruppe von Kindern. Ihre Familien hatten im Alter von einem Jahr noch keine Katze, hielten aber eine, als die Kinder vier bis fünf Jahre alt waren. Diese Kinder wiesen im Alter von sieben bis acht Jahren höhere Werte für beide Arten von Problemen auf. Bei diesen Kindern waren internalisierende Probleme um 37 Prozent höher als bei Kindern, deren Familien zu keinem der beiden Zeitpunkte eine Katze hielten. Bei den externalisierenden Problemen war ein Anstieg von 27 Prozent zu verzeichnen.

Welchen Einfluss haben Katzen auf Kinder? Eine spanische Studie hat einen Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit festgestellt. (Symbolfoto)
Welchen Einfluss haben Katzen auf Kinder? Eine spanische Studie hat einen Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit festgestellt. (Symbolfoto)© Shutterstock / Zurijeta | Zurijeta

Katzen, Hunde oder Kleintiere: Studie zeigt deutliche Unterschiede

Für Hunde und Vögel fanden die Wissenschaftler keinen vergleichbaren statistisch signifikanten Zusammenhang. Bei anderen Haustieren zeigte sich teilweise sogar ein gegenteiliger Effekt. Zu dieser Gruppe gehörten unter anderem kleine Säugetiere, Nagetiere, Fische sowie Reptilien und Amphibien. Kinder, deren Familien solche Tiere zu beiden untersuchten Zeitpunkten hielten, hatten ein geringeres Risiko für internalisierende Probleme.

Warum könnten gerade Katzen einen Einfluss auf Kinder haben?

Warum sich gerade bei Katzen dieser Zusammenhang zeigte, kann die Studie nicht final erklären. Die Forscher diskutieren mehrere mögliche Gründe. So könnte es sein, dass Familien mit Kindern, die bereits psychische oder verhaltensbezogene Schwierigkeiten zeigen, häufiger eine Katze anschaffen, weil diese als weniger betreuungsintensiv gilt. Ob solche Probleme schon vor der Anschaffung bestanden, ließ sich allerdings nicht prüfen.

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Auch Unterschiede im Umgang mit verschiedenen Tierarten könnten eine Rolle spielen. Hunde fördern möglicherweise häufiger Bewegung und soziale Kontakte außerhalb der Wohnung, während Katzen meist stärker im häuslichen Umfeld leben. Als weitere mögliche Erklärung nennen die Autoren eine Infektion mit dem Parasiten „Toxoplasma gondii“, die in früheren Untersuchungen mit bestimmten Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung gebracht wurde. Diese Zusammenhänge sind in der vorliegenden Studie allerdings nicht als Ursache nachgewiesen worden.

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Machen Katzen Kinder psychisch krank? Das sagt die Studie wirklich

Die Wissenschaftler weisen außerdem auf die Grenzen der Untersuchung hin. Erfasst wurde vor allem, ob eine Familie ein Haustier besaß. Ob das Kind tatsächlich mit dem Tier zusammenlebte, ließ sich daraus nicht immer ableiten. Entsprechende Daten lagen nur für einen Teil der Familien vor. Die Forschenden betonen deshalb, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten.

Die Ergebnisse bedeuten deshalb nicht unbedingt, dass Katzen psychische Probleme bei Kindern verursachen. Die Studie zeigt lediglich einen statistischen Zusammenhang bei einer bestimmten Gruppe von Kindern. Weitere Untersuchungen sind nötig, um zu klären, wodurch dieser Zusammenhang entsteht.