Plötzlich entstehen kahle Stellen auf dem Kopf, manchmal fallen innerhalb kurzer Zeit große Teile der Haare aus. Alopecia areata, besser bekannt als kreisrunder Haarausfall, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Haarwurzeln angreift. Die Haarwurzeln werden dabei nicht dauerhaft zerstört, sodass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können.

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Die Behandlung ist oft schwierig. Doch es gibt neue Hoffnung: Wie gut sich ein solcher Haarausfall mit einem Medikament behandeln lässt, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun in zwei großen klinischen Studien untersucht. Analysiert wurde dabei Upadacitinib, ein Wirkstoff, der bereits zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis eingesetzt wird.

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Das Medikament gehört zu den sogenannten JAK‑Hemmern. Sie greifen in bestimmte Signalwege des Immunsystems ein und können dadurch die Entzündungsreaktion bremsen – und den Haarausfall verhindern beziehungsweise verlangsamen. Die Ergebnisse der Studien wurden im Fachjournal „JAMA Dermatology“ veröffentlicht.

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An den beiden Phase-3-Studien nahmen insgesamt 1399 Menschen im Alter von 12 bis 64 Jahren teil. Alle litten unter schwerer Alopecia areata und hatten zu Beginn mindestens 50 Prozent ihrer Kopfhaare verloren. Unter den Teilnehmern waren auch 118 Jugendliche. Sie erhielten täglich entweder 15 oder 30 Milligramm Upadacitinib oder ein Placebo.

Arthritis-Medikament zeigt Erfolge bei kreisrundem Haarausfall

Um zu beurteilen, ob die Behandlung wirkte, nutzten die Forscher den sogenannten SALT‑Wert. Er beschreibt, wie stark die Kopfhaare ausgefallen sind. Ein Wert von 100 steht für vollständigen Haarausfall, bei 0 sind alle Haare vorhanden. Als wichtiges Therapieziel galt ein Wert von höchstens 20.

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Eine neue Studie zeigt nun vielversprechende Ergebnisse für die Behandlung einer schweren Form von kreisrundem Haarausfall. (Symbolbild)© iStock | istock

Nach 24 Wochen zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den behandelten Gruppen und den Placebo-Gruppen. In der ersten Studie erreichten 45,2 Prozent der Teilnehmer mit 15 Milligramm das Therapieziel. Bei der höheren Dosis von 30 Milligramm waren es 55 Prozent. In der zweiten Studie lagen die Werte bei 44,6 beziehungsweise 54,3 Prozent. In den Placebo-Gruppen erreichten dagegen nur 1,5 und 3,4 Prozent das Ziel.

Alopecia areata: Upadacitinib fördert Haarwachstum

Bei einem Teil der Betroffenen wuchsen sogar alle Haare am Kopf wieder nach. Je nach Studie und Dosierung erreichten zwischen 13 und 22,5 Prozent der mit Upadacitinib behandelten Teilnehmer einen SALT-Wert von 0. Der Effekt zeigte sich den Forschern zufolge bereits relativ früh. Ab der achten Woche war der Unterschied zum Placebo statistisch signifikant. Auch die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte sich unter der Behandlung. Das ist bei Alopecia areata besonders relevant, da der Haarausfall für viele Menschen eine erhebliche psychische Belastung darstellt.

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Ganz ohne gesundheitliche Nebenwirkungen blieb die Behandlung allerdings nicht. Häufiger traten unter anderem Infektionen der oberen Atemwege, Akne, erhöhte Kreatinkinase-Werte und Nasopharyngitis auf. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden bei 1,6 Prozent der Teilnehmer mit 15 Milligramm und bei 2,3 Prozent mit 30 Milligramm beobachtet. In der Placebo-Gruppe waren es 0,4 Prozent.

Ob der Haarwuchs langfristig anhält, lässt sich bisher noch nicht final sagen. Die Forscher sehen in dem Medikament Upadacitinib dennoch eine mögliche neue Behandlungsoption für Erwachsene und Jugendliche mit schwerer Alopecia areata. Die Ergebnisse beziehen sich ausdrücklich auf diese schwere Form der Erkrankung und lassen sich nicht automatisch auf andere Arten von Haarausfall übertragen.

Hinweis: Mehrere Autoren der Studie sind bei AbbVie beschäftigt, dem Hersteller von Upadacitinib.