Plötzliches Fieber, juckender Hautausschlag und starke Schmerzen in den Gelenken: Diese Beschwerden könnten auf eine Infektion mit dem Sindbis-Virus hinweisen. Nun wurde erstmals eine in Deutschland erworbene Erkrankung bei einem Menschen bestätigt. Betroffen ist ein 60-jähriger Mann aus Baden-Württemberg, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte.

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Das Virus war zuvor bereits in Stechmücken in Deutschland gefunden worden. Auch bei Blutspendern aus der Umgebung von Weinheim waren schon vor Jahren Antikörper nachgewiesen worden, die auf frühere Infektionen hindeuteten. Der aktuelle Fall bestätige, dass bei bekanntem Vorkommen in Stechmücken und Wildvögeln auch mit Fällen bei Menschen zu rechnen ist, hieß es vom RKI.
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Sindbis-Virus verursacht Fieber, Ausschlag und Gelenkschmerzen
Das Sindbis-Virus kursiert vor allem unter Vögeln und wird durch Stechmücken übertragen. Der Erreger kommt unter anderem in Teilen Nordeuropas, Afrikas, Asiens und Australiens vor. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind bisher nicht bekannt. Menschen, die von einer infizierten Mücke gestochen werden, können das Sinbis-Fieber bekommen.
Typische Symptome sind plötzliches Fieber, juckender Hautausschlag und starke Gelenkschmerzen. Die Beschwerden ähneln teilweise einer Chikungunya-Infektion. Fieber und Hautausschlag verschwinden meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Die Gelenkschmerzen können dagegen mehrere Wochen oder Monate anhalten. Als lebensbedrohlich gilt das Sindbis-Fieber nicht.
Eine spezielle Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Behandelt werden die Beschwerden, etwa mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten. Vorbeugen lässt sich vor allem durch Mückenschutz wie lange Kleidung, Mückenspray und Mückennetze.
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Sindbis-Fall in Baden-Württemberg im September bestätigt
Der Mann aus Baden-Württemberg erkrankte nach RKI-Angaben am 12. Juli. Da er in einem Stadtbezirk mit etablierten Populationen der Asiatischen Tigermücke lebt, wurde er zunächst auf eine mögliche Chikungunya-Infektion getestet. Anschließend wurde die Diagnostik unter anderem auf das Sindbis-Virus ausgeweitet. Im September wurde die Infektion bestätigt.
Das RKI empfiehlt, während der Stechmückensaison bei Patientinnen und Patienten mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gelenkschmerzen auch eine Sindbis-Virus-Infektion in Betracht zu ziehen.
ari






