Seit Sonntag gehören die Schlagzeilen verdientermaßen Thüringens Gold-Helden Max Langenhan. Dass der frisch gebackene Rennschlitten-Olympiasieger aus Ernstroda auch Mitglied im Ski-Club Eisenach ist, wissen indes nur wenige.

Langenhan-Clan sorgt für Stimmung an der Bahn

Um das prominenteste Mitglied des 1920 gegründeten Ski-Clubs der Wartburgstadt vor Ort in Cortina d’Ampezzo anzufeuern, machte sich auch eine etwa zehnköpfige Gruppe um Vereinschef Thomas Schenk als Teil des großen Langenhan-Clans – bestehend aus Familie, Freunden und Förderern – auf den Weg nach Italien. Die Mehrzahl reiste in einem großen 50-Sitzer-Bus an, weitere rund 40 Menschen starteten individuell mit ihren Pkw.

Rodeln
Vereinschef Thomas Schenk ist stolz auf Ski-Club-Mitglied Max Langenhan. © Thomas Schenk

Zum Olympia-Basislager der großen Fangemeinde in Südtirol wird eine Woche lang Welsberg-Taisten im Pustertal. „Dieser Rückhalt ist schon Wahnsinn“, sagt der Ausnahmeathlet, „es kommen all die Leute, die mich immer unterstützt und zu dem gemacht haben, der ich jetzt bin.“

Fans singen mit Langenhan das Rennsteiglied

Obwohl das Kartensystem für die Besucher „etwas undurchsichtig“ sei, wie Thomas Schenk berichtet, bekamen er und seine Freunde noch Tickets und konnten bei den vier dramatischen Läufen an der Bahn mitjubeln. Abends war Schenk dann auch bei Langenhans Empfang im „Deutschen Haus“ dabei. „Die Stimmung war natürlich unglaublich“, sagt der Ski-Club-Vorsitzende. Zusammen sangen die Fans mit Langenhan auch das Rennsteiglied.

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Was Schenk bei den Spielen bislang besonders auffiel, sei die enorme Polizeipräsenz. Zudem sei alles sehr auf die Wettkampforte konzentriert: „Sobald man ein paar Kilometer weg ist, merkt man gar nichts mehr von den Winterspielen.“

Nächste Medaillenchance im Teamwettkampf

Sofern bei Langenhan die Nackenprobleme nicht zurückkehren und er am Donnerstag im Teamwettbewerb für Deutschland um eine weitere Medaille fahren kann, werden ihm auch die Eisenacher erneut die Daumen drücken. „Wir hoffen, dass wir noch Karten bekommen“, sagt Schenk. Ein Teil der Ski-Club-Gruppe will anschließend noch einige Tage Skiurlaub anhängen, während andere mit vielen Eindrücken nach Thüringen zurückreisen.

Beinahe hätte Max Langenhan eine ganz andere sportliche Karriere eingeschlagen. Bevor er einst seine ersten Fahrten im Eiskanal unternahm, stand er zunächst auf Brettern im Schnee. Schon als Kleinkind meldeten Vater und Mutter Langenhan ihren Sohn beim Ski-Club Eisenach als Mitglied an. Am Inselsberg erlernte er das Skifahren und brachte es zu ansehnlichem Können. Noch viel, viel besser ist er aber zweifelsohne im Rennrodeln.