„Milano 2026“ grüßt in Erfurt von der Bande. Das Banner vom „Milano Speed Skating Stadium“, in dem die olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerbe in dieser Woche zu Ende gehen, ist für Erfurts Talente jedoch eher Vergangenheit als Gegenwart. Der erste Weltcup für die Junioren und Juniorinnen fand im Herbst im olympischen Eisschnelllauf-Stadion statt. Die letzte Station dieses Winters heißt nun Inzell. Beim Weltcup-Finale an diesem Wochenende und der sich anschließenden Junioren-Weltmeisterschaft wird der ESC Erfurt stark vertreten sein.

Luna-Luisa Powik und Paula Albrecht hatten bei der deutschen Meisterschaft des Nachwuchses (A- bis C-Junioren) in Erfurt Grund zum Strahlen. Beide überzeugten bei den A-Juniorinnen mit herausragenden Ergebnissen für den gastgebenden ESC Erfurt. Mit Bestzeiten über 500 und 1000 Meter gewann Luna Powik, 19, zwei der sieben Erfurter Einzeltitel. Paula Albrecht, 18, landete dreimal auf dem dritten Platz (500, 1000, 1500) und kämpfte sich über die 3000 m durch. Der vierte Platz bedeutete Mehrkampf-Bronze und ebenfalls das Ticket für die Junioren-Weltmeisterschaft in Inzell (27. Februar – 1. März).

Eisschnelllauf DM Junioren
Jaro Flaig (ESC Erfurt) ist auf dem Weg zum zweiten 5000-Meter-Titel der A-Junioren.© Steffen Eß

Erfurter Junioren-Trio qualifiziert sich souverän

Auch die Langstreckler Jaro Flaig und Maximilian Patz (beide 19) qualifizierten sich souverän für die WM, Levente Engst komplettiert das Trio. Der 17-Jährige gewann im zweiten B-Junioren-Jahr die Titel über 500 und 1000 m. Flaig entschied die 5000 Meter wie im Jahr zuvor für sich und lief über 1500 Meter zu Silber. Patz, der von Inzell an den Stützpunkt nach Erfurt gewechselt ist und weiter für die Bayern startet, kam jeweils hinter Flaig zu Silber und Bronze.

Maximilian Patz wechselte von Inzell an den Erfurter Stützpunkt. Die JWM wird für ihn zum Heimspiel.© Steffen Eß

Der Weg zu einer Junioren-WM ist für Jann Sonnekalb noch weit. Auf der DM-Bühne für die Jüngsten eifert der 14-Jährige seinem erfolgreichen Bruder Finn aber schon mal in großen Schritten nach. Mit Streckensiegen über 1000 und 1500 Meter sowie Silber über 500 m lief er sich am vergangenen Wochenende in den Blickpunkt. Ohne den Sturz über die ersten 500 Meter wäre wohl der Mehrkampf-Titel in der Altersklasse C2 an ihn gegangen. So wurde es Mehrkampf-Bronze – und zum Abschluss noch Silber im Massenstart.

14-jähriger Jann Sonnekalb läuft in den Fußstapfen seines Bruders

Vor fast genau vier Jahren hatte Finn Sonnekalb als 14-Jähriger an gleicher Stelle bei der deutschen Meisterschaft aufgetrumpft. Alle fünf möglichen Titel gingen damals an ihn. Am Donnerstag startet er in Mailand im olympischen 1500-m-Rennen mit den absolut Weltbesten. Er nimmt durch den Erfolg des kleinen Bruders extra Schwung mit. „Wenn er es schafft, dann schaffe ich es auch“, sagte der 18-Jährige nach einem überstandenen Infekt und blickt optimistisch auf das Rennen des Jahres.

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Jann Sonnekalb jubelt nach seinem starken 1500-m-Lauf zum Titel bei den C2-Junioren.© Steffen Eß

„Es kann wieder richtig gut werden“, dachte ESC-Trainer Harald Harnisch während des zweiten DM-Tages und hatte Recht. Mit den fünf Junioren bricht er am Mittwoch nach Inzell auf. Finn Sonnekalb wird am Samstag direkt hinzustoßen und die Chancen in der Max-Aicher-Arena auf einen erfolgreichen Abschluss der ESC-Junioren noch erhöhen. Als dreifacher Junioren-Weltmeister des Vorjahres sind die Erwartungen hoch. Mit sechs von zehn Nachwuchssportlern bei der Junioren-WM stellt die Trainingsgruppe vom ESC Erfurt den überwiegenden Teil der deutschen Mannschaft.