Umfallen können wir nicht. Wie die Sardinen quetschen wir uns in den Bus. Durchrücken. Noch ein Stück. Bis man genau weiß, wer Spaghetti aglio e olio zum Abendessen hatte. Bei den Spielen kommt man sich nicht nur in den Olympischen Dörfern nah. Der Unterschied: In unserem Fall geschieht das nicht ganz freiwillig. Das Nadelöhr im Antholzer Tal lässt keine andere Wahl. In Mittertal werden Journalisten und Volunteers in die mit TG gekennzeichneten Busse gepfercht, die sie zur Biathlon-Arena bringen. Fünf Kilometer können echt lang sein.

6000 Sicherheitskräfte an sieben Wettkampforten
Doch vor dem Sport steht die Sicherheit. Die wird bei Olympischen Spielen großgeschrieben. 6000 Beamte sind an den sieben Austragungsorten im Einsatz. Carabinieri kontrollieren Zufahrtsstraßen, Armeeangehörige sichern Skigebiete. Und selbst an die Patrouillen von katarischen Elitesoldaten durch das beschauliche Cortina haben wir uns gewöhnt. Es gibt wohl ein Abkommen zwischen Italien und Katar, sich bei Großereignissen gegenseitig zu unterstützen.

Die Damen, die uns kontrollieren, tragen zwar auch Uniformen, schauen aber deutlich freundlicher. Sie sind speziell ausgebildete Volunteers und empfangen uns in einem weißen Zelt. Dort warten Metalldetektor und Körperscanner. Wir kennen das vom Flughafen. Die Akkreditierung wird geprüft und das Gepäck durchsucht: keine Messer, nichts Brennbares, weder Getränke noch Essen. Basta!
Viele Taschen am Rucksack sind ein Vorteil
Doch Olympia-Tage sind lang, die Preise hoch. Und so ein Rucksack hat viele Taschen. Mit der Zeit weiß man, welcher Reißverschluss unbeachtet bleibt. Auch ein Morgenlächeln hilft, damit Wasserflasche und Käsebrötchen unangetastet bleiben. Ein bisschen fühlen wir uns wie Schmuggler, als wir kurz darauf dicht gedrängt im Bus stehen. Die Luft ist zum Schneiden, aber das zufriedene Grinsen einiger Kollegen nicht zu übersehen.
Es hat wieder geklappt.



