Ein ehemaliger Jugendtrainer des 1. FC Köln sitzt seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Darüber berichtet die „Bild“-Zeitung. Der Vorwurf: Benjamin G., heute 43 Jahre alt, soll in den Jahren 2009 und 2014 jeweils einen Jungen missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte gegenüber der Zeitung: „Die mutmaßlichen Geschädigten waren zu den jeweiligen Tatzeitpunkten 10 bzw. 12 Jahre alt. Eine der Taten wurde bei einer Polizeidienststelle im Münchener Umland angezeigt, die weitere Tat ist im Zuge der Ermittlungen bekannt geworden.“

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Vorwurf sexueller Missbrauch: Taten offensichtlich in Köln und Oberhaching

Der erste Fall aus dem Jahr 2009 soll sich in Köln ereignet haben, als G. schon Co-Trainer der U10-Junioren des 1. FC Köln war. Das Opfer soll ein 10-jähriger Junge sein, der aus Bayern stammt und damals für einen Verein in der Nähe Münchens aktiv gewesen sein soll. Die Zeitung schreibt, dass G. ihn und andere Kinder nach Köln eingeladen habe.

Der zweite Fall aus dem Jahr 2014 soll sich laut des Berichts bei einem Verein in Oberhaching (Landkreis München) abgespielt haben. Das Opfer: ein 12-jähriger Junge. Staatsanwältin Grotz bestätigt gegenüber der Zeitung: „Es besteht ein Zusammenhang mit seiner Funktion als Fußballtrainer.“

Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Fall hat die Münchener Staatsanwaltschaft auch das Delikt in Köln übernommen. Da G. nicht nur für den 1. FC Köln gearbeitet hat, sondern auch für andere Vereine und Kindereinrichtungen, habe die Kriminalpolizei München 70 Briefe an mögliche Betroffene aufgesetzt und verschickt.

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1. FC Köln: „Es lagen keine Verdachtsmomente vor“

Der Bundesligist aus der Domstadt, der ebenfalls einen dieser Briefe erhalten hat, lässt mitteilen: „Der 1. FC Köln unterstützt die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung des Sachverhalts selbstverständlich vollumfänglich und hat den Behörden umgehend geantwortet.“

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Zudem stellt der aktuelle Tabellen-14. klar: „Dem 1. FC Köln waren die im Raum stehenden Vorwürfe bis zum Eingang des behördlichen Schreibens gänzlich unbekannt. Es lagen zu keinem Zeitpunkt entsprechende Verdachtsmomente vor. Grundsätzlich nehmen wir das Thema Kinder- und Jugendschutz beim 1. FC Köln außerordentlich ernst.“

Die „Bild“ schreibt, dass G. von 2009 bis 2011 auf Minijob-Basis im Jugendbereich des 1. FC Köln gearbeitet habe. Zuletzt soll er für einen Verein im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern tätig gewesen sein. Das Blatt will wissen, dass sich G. bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert habe.

Erst im Januar war ein ehemaliger Fußball-Jugendtrainer wegen Missbrauchs von Kindern zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 28-Jährige habe zwei damals elfjährige Jungen bei Übernachtungen in seiner Wohnung sexuell berührt, hieß es in der Begründung des Berliner Landgerichts. Dem geständigen Angeklagten wurde auferlegt, unverzüglich therapeutische Gespräche aufzunehmen. Der ausgebildete Erzieher sei Jugendtrainer in namhaften Vereinen gewesen, darunter beim Bundesligisten Union Berlin. „Er war gut vernetzt und beliebt, auch bei den Eltern“, hatte die Vorsitzende Richterin Iris Berger-Sieg damals gesagt.

dw