Sicher ist sicher. Der erfahrene Bahnsprecher Stefan Rosiejak hatte neben seinem Mikrofon eine Schachtel mit Halstabletten liegen. Denn schon am Samstag moderiert er die nächsten Rennen in Forst. Aber bereits am Freitagabend wurden bei ihm und seinem Kollegen Marcel Barth zum Saisonstart auf der Radrennbahn Andreasried in Erfurt die Stimmbänder einer ersten Belastungsprobe unterzogen.

Lokalmatador Harnisch glänzt als Sieger im zweiten Lauf

Auf dem 250-Meter-Oval dagegen hatte bei empfindlich kühlen elf Grad Luca Harter (Cloppenburg) mit Schrittmacher André Dippel den längsten Atem. Die EM-Bronzemedaillengewinner sicherten sich den Tagessieg beim Sparkassen-Grand-Prix vor dem niederländischen Titelträger Reinier Honig im Windschatten von René Kos. Dritter wurde der deutsche Meister Robin Rautzenberg aus Chemnitz mit Schrittmacher Sven Lohse.

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Der Schweizer Meister Jan-André Freuler verpasste im ersten Lauf mit seinem Schrittmacher Flavio Küng nur knapp den Sieg.© Steffen Prößdorf

Lokalmatador Daniel Harnisch war auch mit dem vierten Platz zufrieden. Der Leipziger im Trikot des RSC Turbine Erfurt siegte im zweiten Rennen des Tages unter dem Jubel der Zuschauer vor Harter und Honig. „Da habe ich gezeigt, was ich kann. Das lässt für das zweite Rennen im September hoffen“, sagte der 33-Jährige.

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Begonnen hatte der Sparkassen-Grand-Prix der Steher mit einer Überraschung im ersten Lauf. Lange Zeit fuhr Jan-André Freuler aus der Schweiz so präzise wie das berühmte Schweizer Uhrwerk. Der 34-Jährige lag im ersten Lauf über 100 Runden bis kurz vor Schluss in Führung. Dann verlor er die Rolle von Schrittmacher Flavio Küng und wurde auf den letzten Metern noch von Luca Harter überflügelt. Harnisch benötigte indes Zeit, um richtig warm zu werden und beendete die ersten 25 Kilometer als Fünfter.

Franz Schiewer hat seine Karriere beendet

Dagegen war ein zweiter Lokalmatador nicht mehr am Start. Franz Schiewer, der mehrere Jahre für den RSC Turbine Erfurt fuhr, hat sich vom Stehersport verabschiedet. In Erfurt feierte er im Jahre 2018 mit dem Triumph bei den Europameisterschaften einen seiner größten Erfolge. Im Vorjahr hatte Schiewer bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt trotz eines Reifenschadens noch Rang zwei geholt. Nun will sich der 35-Jährige, der bereits während der Corona-Pandemie eine Wettkampfpause eingelegt hatte, voll und ganz auf die Familie und den Beruf konzentrieren.

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Auf den nächsten glanzvollen Abend müssen die Radsport-Fans in diesem Jahr unterdessen etwas warten. Nach den deutschen Meisterschaften und der EM als Höhepunkt im vergangenen Jahr kommt das Oval in diesem Sommer in die Kur und wird im Sommer saniert. Auf neuem Untergrund rollen die Steher am Freitag, 4. September, beim Goldenen Rad der Stadt Erfurt – um den Großen Preis der WBG Zukunft.