Martin Heuberger kann eins versprechen: „Die Zuschauer können sich auf ein gutes Nachwuchsspiel freuen. Spannend wird es auf jeden Fall.“ Der Trainer der U-21-Handball-Nationalmannschaft blickt mit Vorfreude auf die kommenden Tage in der Landessportschule und da speziell auf die beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen die Norweger. „Wir haben bei der U-19-Weltmeisterschaft bereits gegen sie gespielt und da mit drei Toren gewonnen“, sagt der Baden-Württemberger, der erstmals als Trainer mit einem Team seine Zelte in der Landessportschule aufgeschlagen hat und dort am Donnerstag ab 17 Uhr vor ausverkauftem Haus auf die Nordeuropäer trifft.

Handball, DHB-Auswahl U 21
DHB-Nationalcoach Martin Heuberger (links) erläutert Rasmus Ankermann (Mitte) vom THW Kiel und Tim Schröder vom VfL Potsdam beim öffentlichen Training einen Spielzug.© Peter Scholz

Und was die Handball-Fans zumindest von deutscher Seite erwarten können, erlebten am Mittwochabend bereits mehr als 150 Zuschauer des öffentlichen Trainings der Handball-Talente: Lautstark wurde um jeden Ball gekämpft, sehr physisch ging es bei jedem Kampf um den Ball im abschließenden Trainingsspiel zu. Nach der 90-minütigen Einheit sorgte dann spontaner Applaus für ein Lächeln auf dem Gesicht des Bundestrainers: „Das hat man auch nicht so oft“, sagt der gelernte Tischler, der Anfang der Woche auch noch der Tischlerei Jahn einen Besuch abstattete.

Erst- und Zweitligaspieler beim DHB-Team mit dabei

Und Martin Heuberger, der 2007 als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft mit Heiner Brand Weltmeister wurde, kann sowohl in Bad Blankenburg als auch zwei Tage später in Erfurt (Anwurf: 18 Uhr in der Riethsporthalle) auf seinen besten Kader und damit auch auf Erst- und Zweitliga-Spieler zurückgreifen: So werden unter anderem mit Rasmus Ankermann vom THW Kiel, Linus Schmid und Max Heydecke (beide vom TVB Stuttgart) sowie dem Leipziger Tom Koschek Erstligaspieler ebenso auflaufen wie beispielsweise Tim Schröder und William Reichardt vom Zweitligisten VfL Potsdam.

Zeit des Experimentieren ist vorbei

Heuberger, für den mit Blick auf die bevorstehende Europameisterschaft das Experimentieren vorbei ist, hat sich für den amtierenden U-19-Weltmeister ein umfangreiches Trainingsprogramm einfallen lassen: Allein bis zum ersten Testspiel am Donnerstag stehen insgesamt sechs Trainingseinheiten in Bad Blankenburg auf dem Programm. „Da bleibt wenig Luft und Zeit, irgendetwas anderes zu machen“, sagt der Bundestrainer, der im vergangenen Oktober bei einem Trainerlehrgang erstmals überhaupt in Bad Blankenburg war.

Norweger mit recht stressiger Anreise

Während die Norweger, in deren Reihen fast ausnahmslos Spieler der ersten norwegischen Liga stehen, eine recht stressige Anreise haben werden – sie landen erst in der Nacht zum Donnerstag am Frankfurter Flughafen und müssen dann noch eine dreistündige Busfahrt überstehen –, ist es für die DHB-Talente deutlich entspannter: Sie nahmen sich am Mittwochabend noch Zeit für oben erwähntes öffentliches Training, in dessen Anschluss für die Zuschauer auch noch der eine oder andere Autogrammwunsch erfüllt werden soll.

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„Ich muss zugeben, dass so ein öffentliches Training ein zweischneidiges Schwert ist“, sagt Heuberger. „Aber ich komme selbst aus einem kleinen Dorf und weiß, wie das ist. Ich habe schon mitbekommen, dass Bad Blankenburg handballverrückt ist. Und da wollen wir mit dem öffentlichen Training auch etwas zurückgeben.“