„Freiwillig wäre ich nicht ganz hochgegangen“, sagte Aljoscha Willgosch. Doch seine Höhenangst hielt den Manager des Triathlon-Teams der Weimarer Ingenieure am Sonntag nicht davon ab, mit wehender Team-Fahne vom Zehn-Meter-Turm ins Becken des Schwanseebades zu springen. „Wenn das Team schon den Thron erklimmt, muss man auch von ganz oben springen“, sagte der Manager und setzte den spritzigen Schlusspunkt hinter einen golden glänzenden Kulturstadt-Triathlon.

Heimsieg, neuer Tabellenführer in der 2. Bundesliga Nord und vielversprechende Werbung über das Schwanseebad hinaus: „Das war beste Werbung für Thüringen“, geriet Willgosch nach einem gelungenen 4. Kulturstadt-Triathlon ins Schwärmen. Auf Drängen der Sponsoren wollte sich der 37-Jährige daher auch nicht lumpen lassen und überwand seine Höhenangst. Zu groß war ohnehin die Freude, nachdem die Weimarer Mannschaft alle Wünsche übererfüllt hatte.

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Mit dem Vorsprung von mehr als einer Minute machten Phil Pfeifer, Stig Rudolph, Leon Fischer und John Heiland den dritten Erfolg im dritten Heimrennen nach 2024 und 2025 vor den Teams des SSF Bonn II und der Bundesliga-Reserve des Absolute Teamsport KTT 01 klar. Damit verdrängten die Weimarer in der Nord-Staffel das Kölner Absolute-Team vom ersten Tabellenplatz. Sie liegen auf Kurs, im Schatten ihres Erstliga-Teams erneut an der Spitze die Saison in der 2. Liga beenden zu können. Das Damen-Rennen hatte zuvor das Dresdner Spitzen-Team Mitteldeutschland gewonnen. Auch dabei folgten Bonn II und die Kölner auf den Plätzen.

Triathlon um das Weimarer Schwanseebad
Am Ziel: Das Team der Dresdener Spitzen triumphiert im Damen-Rennen der 2. Bundesliga. © Jürgen Scheere

„Zu Hause sind wir unglaublich stark“, fand John Heiland nach dem Triple. Getragen von den heimischen Zuschauern hatte der 35-Jährige in dem Staffelrennen ebenso wenig locker gelassen und vielmehr eiskalt den Vorsprung seiner Teamgefährten ins Ziel gebracht und sogar ein wenig ausgebaut.

Trotz Zeitstrafe und Sommerhitze: Heiland läuft den Sieg nach Hause

Dabei musste der IT-Fachmann aus Radebeul in der Hitze des Nachmittags eine Zehn-Sekunden-Strafe absitzen. „Eine Dusche wäre in dem Zelt ganz gut gewesen“, witzelte er hinterher. Die hochsommerlichen Temperaturen hatten ihm allerdings wenig ausgemacht. „Man ist am Anschlag. Aber es sind nur 19 Minuten“, sagte er und spielte auf die kurzen Distanzen von jeweils 200 Metern Schwimmen, 6 Kilometern Radfahren und 1,5 Kilometern Laufen an. „Am Ende sind es vier harte Minuten“, meinte er.

Einen Vorsprung von einer Minute hatte sich Heiland erhofft – und bekommen: „So konnte ich mein eigenes Rennen machen“, sagte er und strich die Vorleistung seiner Teamgefährten heraus. Phil Pfeifer hatte bis zur halben Laufstrecke geführt. Er übergab als Dritter an Stig Rudolph, der mit der stärksten Einzelleistung die Spitze zurückeroberte. Leon Fischer baute den Vorsprung für Schlussmann Heiland aus. So hatte es Tom Eismann in seiner Ansprache vor dem Start skizziert. „Wir ‚spaxen‘ das Gaspedal auf dem Bodenblech fest und lassen es erst wieder los, wenn wir im Ziel sind“, gab der sportliche Leiter seinem Team auf den Weg. Gesagt, getan.

Team Weimarer Ingenieure gewinnen zum dritten Mal den Kulturstadttriathlon
Bundesweite Werbung: 15 Männer-Teams waren am Start.© Jürgen Scheere

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Die Punktlandung freute besonders auch Auftaktstarter Phil Pfeifer, der mit seiner Laufleistung selbst nicht so ganz zufrieden war. „Es läuft noch nicht so richtig“, sagte der Sportschüler selbstkritisch. Dass dem Erfurter um Zentimeter ein Wechselfehler unterlief, sahen die Verantwortlichen hingegen genauso wenig nicht als Makel. Manager Aljoscha Willgosch lobte vielmehr die Leistung der Talente Phil Pfeifer und Stig Rudolph: „Wir haben uns erträumt, dass beide so liefern. Das ist sehr gut. Hut ab, wie beide die Rolle annehmen.“

Wie der Geraer Rudolph hatte der 17-jährige Erfurter tags zuvor das DTU-Jugend-Rennen beim Jenaer Paradies-Triathlon absolviert und bestimmte das Niveau in dem Zweitliga-Rennen in Weimar mit. Auch weil sie zusammen mit Fischer so vorlegten, konnte John Heiland ohne Druck als Letzter des aufgepeppten Heim-Quartetts durch „warmes Teewasser“ kraulen, um am Ende zusammen zu feiern. „Ich hoffe, das bleibt auch so“, sagte er mit Blick auf die kommenden Rennen. Er selbst möchte nun vor allem weiter für das Weimarer Erstliga-Team punkten.