Justin Schau musste am Freitagabend ganz schön leiden. Das FCC-Urgestein bekam beim 2:0-Erfolg seines FC Carl Zeiss Jena gegen den Halleschen FC mächtig auf die Socken. Und wer sich nachträglich die Frage stellte, ob die Gelb-Rote Karte für HFC-Kapitän Niklas Landgraf, die er nach einem Foul an Schau in der 63. Minute sah, berechtigt war, der musste nur einen Blick auf die weißen Stutzen des Jenaer Mittelfeldabräumers werfen. Zwei blutige Abdrücke waren ein eindeutiges Zeichen, dass Landgraf seinen Gegenspieler regelwidrig traf und Schau keine Schauspieleinlage hingelegt hatte. „Ich habe ehrlich gesagt gar nicht mitbekommen, dass er die zweite Gelbe Karte gesehen hat“, verriet der 27-Jährige, der nach dem harten Einsteigen genug mit sich zu tun hatte.

Justin Schau zeigt einmal mehr seine Zweikampfhärte

Obwohl Justin Schau gerade erst von einer Knieverletzung genesen ist, machten ihm die Strapazen mit den vielen harten Zweikämpfen gegen Halle aber nichts aus. „Mir geht es gut. Ein bisschen definiere ich mich ja auch darüber“, sagte Jenas Abräumer. Die reife Leistung bei der besten Rückrunden-Mannschaft bewertete Schau als einen „großen Schritt nach vorne“.

Fussball RLNO - Halle vs. Jena - 2026-05-08
Justin Schau (links) im Duell mit Halles Max Kulke.© Thomas Corbus

Die Entscheidung um den Staffelsieg im Fernduell mit dem 1. FC Lok Leipzig wird definitiv am letzten Spieltag fallen. Und die eventuelle Chance des FCC, ausgerechnet zuhause im Derby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt die Meisterschaft zu holen, sei für den Jenenser Schau „ein Traum“. In der Vorbereitung wolle man zwar nichts anderes machen, „aber es wird drei, vier Spieler geben, die die Mannschaft noch heißer machen, als sie es eh schon ist“, verspricht er.

Um Glücksschwein ist ein echter Fetisch entstanden

Und damit dieser Traum wahr wird, lassen die Jenaer nichts unversucht und beschwören sogar höhere Kräfte. So ging der geschundene Schau trotz Schmerzen nach seiner Auswechslung in Halle extra noch einmal in die Kabine, um das Mannschaftsglücksschwein zu holen. Das einst als Trophäe für den schlechtesten Padel-Spieler des Teams vorgesehene Ferkel hat sich bei den FCC-Kickern längst zu einem kleinen Fetisch entwickelt.  

„Ich habe es in den letzten Minuten extra aus der Kabine geholt“, sagte Schau und brachte dafür eine Erklärung an. „Beim 1:4 gegen Magdeburg hatten wir es draußen, haben aber verloren. Von daher haben wir gesagt, wir nehmen es mit, lassen es aber in der Kabine und es hat ja geklappt“, freute er sich über die zurückgekehrte Glückskraft des Schweins. Um die Meisterschaft doch noch zu schaffen, nehmen die FCC-Kicker einfach jede Hilfe, die sie kriegen können.