Vor der Abstimmung zur Aufstiegsreform an diesem Montag hat auch der FC Rot-Weiß Erfurt deutliche Kritik an den kurzfristigen Änderungen geübt. Das sogenannte Kompassmodell, das von einer 13-köpfigen Arbeitsgruppe bis Ende März erarbeitet worden war, ist kurzfristig abgewandelt worden. Dem neuen Vorschlag zufolge sollen den jeweils vier Regionalliga-Staffeln nur noch jeweils 18 statt der avisierten 20 Vereine angehören. Das stößt bei den Erfurtern auf Unverständnis.

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„Über Monate hinweg wurde mit vier Staffeln zu jeweils 20 Mannschaften ein konkretes Modell diskutiert. Auf dieser Grundlage haben sich die Vereine intensiv mit den sportlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt und ihre Positionen entwickelt. Wenn zentrale Bestandteile dieses Modells nun wenige Tage vor der Abstimmung verändert werden, ist das aus unserer Sicht weder transparent noch verantwortungsvoll“, heißt es in einer Mitteilung.
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Zwei Heimspiele mehr sind ein wirtschaftlicher Faktor
Die Vereine dürften bei einer Entscheidung von dieser Tragweite nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden: „Sie sind es, die die sportlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Reform unmittelbar tragen müssen. Deshalb ist es nicht hinnehmbar, wenn ihnen für die Bewertung eines wesentlich veränderten Modells weder ausreichend Zeit noch eine vollständige und verlässliche Informationsgrundlage zur Verfügung stehen.“
Die geplante Reduzierung ist dabei keine bloße organisatorische Anpassung. „Sie verändert die wirtschaftlichen und sportlichen Rahmenbedingungen erheblich. Zwei zusätzliche Heimspiele sind gerade in der Regionalliga ein wichtiger Faktor für Zuschauereinnahmen, Sponsoring, Vermarktung und den gesamten Spieltagsbetrieb. Wer auf diese Spiele verzichtet, greift unmittelbar in die wirtschaftliche Planung der Vereine ein“, lässt der FC Rot-Weiß wissen.

Gerber: „Kein überzeugender Beteiligungsprozess“
Auch die vorgesehene Änderung des Abstimmungsverfahrens sieht der Verein äußerst kritisch. Regionale Interessen müssten zwar gehört und angemessen berücksichtigt werden. „Es kann jedoch nicht der richtige Weg sein, einzelnen Regionen faktisch ein Vetorecht einzuräumen, mit dem eine von der bundesweiten Mehrheit der betroffenen Vereine getragene Reform verhindert werden kann“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Geschäftsführer Franz Gerber äußert deutliche Kritik: „Was derzeit geschieht, ist aus unserer Sicht kein überzeugender Beteiligungsprozess. Wer die Vereine ernsthaft einbeziehen möchte, muss ihnen alle Informationen rechtzeitig zur Verfügung stellen und darf die Entscheidungsgrundlage nicht auf den letzten Metern grundlegend verändern. Ein solches Vorgehen beschädigt das Vertrauen in das gesamte Verfahren.“
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FC Rot-Weiß Erfurt will tragfähige und faire Lösung
Er erwartet, dass die sportlichen und wirtschaftlichen Interessen der Vereine das notwendige Gewicht erhalten: „Eine Reform darf weder an verbandspolitischen Einzelinteressen noch an einem faktischen Vetorecht weniger Beteiligter scheitern.“ Der FC Rot-Weiß spricht sich deshalb weiterhin für vier Regionalliga-Staffeln mit jeweils 20 Vereinen aus. „Ebenso erwarten wir ein demokratisches Abstimmungsverfahren, bei dem die Mehrheit der unmittelbar betroffenen Klubs ausschlaggebend ist.“
Gerber betont: „Unser Einsatz für die Aufstiegsreform 2025 war von Beginn an auf eine faire, transparente und dauerhaft tragfähige Lösung ausgerichtet. Von diesem Anspruch werden wir auch angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht abrücken.“









