Müde und abgekämpft kehrten Jenas Basketballer am frühen Sonntagmorgen um 3.30 Uhr in die Heimat zurück. Im Gepäck hatte Science City Jena zwar die vierte Niederlage in Folge. Am Vorabend unterlagen die Saalestädter in der BBL 82:91 bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Aber zumindest durften sich die Thüringer bei den Baden-Württembergern ein bisschen wie der moralische Sieger fühlen.
Trotz schlechter erster Halbzeit: Science City macht es am Ende spannend
„Ich bin stolz darauf, wie sich die Mannschaft zurückgekämpft hat“, lobte Trainer Björn Harmsen seine Mannen, die in der ersten Halbzeit am Samstagabend nicht den Eindruck machten, als ob sie mit dem Favoriten mithalten können. Das lag an einer miserablen Wurfquote von nur etwa 34 Prozent nach 20 Minuten aus dem Feld und den Ludwigsburgern, die richtig aufdrehten.

„Ich wusste aber, dass wir noch unsere Chance bekommen“, meinte Harmsen, dessen Basketballer beim 82:82 knapp anderthalb Minuten vor dem Ende sogar noch vom Sieg träumen konnten. „Dann haben wir aber leider zwei dumme Fehler in der Verteidigung gemacht. Mehr war vielleicht auch angesichts unserer aktuellen Situation nicht drin.“
Eric Washington fordert weiter Vertrauen in die Arbeit des Teams
Eric Washington, mit 27 Punkten Jenas bester Werfer bei den MHP Riesen, blies ins gleiche Horn. „Trotz des zwischenzeitlich hohen Rückstands haben wir uns nicht aufgegeben, sondern hart gekämpft und ein Comeback gestartet. Auch wenn es letztendlich nicht zum Sieg gereicht hat, müssen wir weiterhin auf unseren Prozess vertrauen“, meinte Jenas Aufbauspieler. „Unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation bin ich mit unserer Entwicklung nicht unzufrieden.“

Und um ihre aktuelle Situation sind Jenas Basketballer wirklich nicht zu beneiden. Durch die schwere Verletzung von Great Osobor fehlt der Schlüsselspieler, auf dem das Science-City-Spiel zugeschnitten war. Zumal mit Robin Christen ein weiterer großer Korbjäger wegen Knieproblemen aktuell ausfällt und so schnell wohl auch nicht zurückkehrt. Dieser personelle Aderlass ist für den Aufsteiger, der den geringsten Etat der Liga hat, momentan nicht zu kompensieren.
Möglicherweise soll nicht nur ein Ersatz für Great Osobor kommen
Die Suche nach einem Osobor-Ersatz läuft. „Der Markt ist aber sehr schwierig“, sagt Harmsen vor dem Heimspiel am Montag (20 Uhr) gegen die Telekom Baskets Bonn. Einen gleichwertigen Ersatz zu bekommen, hält der Jena-Coach für ausgeschlossen. Möglicherweise bedarf es sogar weiterer Veränderungen im Team, da sich das gesamte Mannschaftsgefüge durch den Osobor-Verlust verschoben hat. Aktuell bittet Harmsen vor allem um eines: „Geduld! Wir haben noch Zeit, etwas zu ändern.“
Aktuelle Nachrichten zu den Jenaer Basketballern:
Es soll keinen Schnellschuss geben, sondern die Mannschaft so ergänzt werden, dass sie den angepeilten Klassenerhalt schafft. Noch profitiert Jena zudem vom starken Saisonstart, hat noch etwas Luft zu den Abstiegsrängen. Und seit Samstagabend zumindest auch etwas mehr Selbstvertrauen fürs Duell am Montag gegen die favorisierten Bonner.






