Die Rückfahrt aus Bonn verlief ruhig: „Aber das hatte nichts mit dem Ausgang des Spieles zu tun, das ist eigentlich immer so“, sagt Björn Harmsen, der Chef-Coach von Science City Jena, der gegen halb fünf am Sonntagmorgen endlich zu Hause war. Seine Truppe hatte Stunden vorher am Samstagabend eine deutliche 64:92-Niederlage beim Play-off-Kandidaten Telekom Baskets Bonn und damit zugleich die höchste Saisonpleite kassiert. „Wir waren“, räumt Harmsen ein, „relativ chancenlos.“

Bonn mit 17 Würfen mehr als Jena

Der Grund für die letztlich deutliche Niederlage ist ein einfacher: „Bonn hatte am Ende 17 Würfe mehr als wir und 24 Punkte aus zweiten Wurfchancen gemacht.“ Dass das dann letztlich Auswirkungen auf das Resultat hat, ist nicht verwunderlich. „Wenn wir nach den Stopps nicht die Rebounds kontrollieren und so oft den Ball wegwerfen, dann haben wir auch nur wenig Möglichkeiten, das Spiel zu drehen“, sagt Harmsen weiter. Wenn also einer der bisherigen Trümpfe der Thüringer nicht sticht, sieht es schlecht aus: Jena hatte vor dem Spiel die meisten Rebounds in der Liga, konnte diese aber im jüngsten Spiel viel zu selten in eigene Punkte umwandeln. Da sieht es mit einem erfolgreichen Arbeitstag schlecht aus.

Zu viele Ballverluste der Gäste

Das erste Viertel der Bonner sei das beste gewesen, das wir dieses Jahr in der BBL gesehen haben: Allein sieben von zehn Dreier-Versuchen landeten in der Reuse. „Wir haben im zweiten Viertel mit einer sehr passiven Verteidigung das Tempo aus dem Spiel rausgenommen und es auch weiter versucht, doch irgendwann ist das Spiel wieder gekippt“, sagt der Jenaer Trainer, dessen Team sich sehr aggressiv verteidigenden Bonnern gegenüber sah. Die Folge waren insgesamt 22 Turnover auf Jenaer Seite. Das waren mehr als doppelt so viele wie bei den Bonnern.

Spielzüge unter Druck trainieren

Kann man trainieren, dass man weniger Ballverluste im Vorwärtsgang hat? „Schwierig“, gibt Björn Harmsen zu. Man könne maximal versuchen, Spielzüge unter deutlich mehr Druck zu trainieren. Aber es sei ohnehin so, dass immer zwei Sachen bei diesen Ballverlusten zusammenkommen: „Zum einen passieren sie, wenn du wie gegen Bonn gegen eine sehr gute Mannschaft spielst. Zum anderen passieren sie, wenn du nicht konzentriert genug bist“, beschreibt es der Head-Coach.

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Und so gilt es für die Thüringer, konzentriert an das nächste sportliche Brett heranzugehen: Am kommenden Sonntag empfängt man um 16.30 Uhr Spitzenreiter Bayern München in der Sparkassen-Arena. Will man nicht wie in Bonn früh auf die Verliererstraße kommen, muss gegen den amtierenden Meister so ziemlich alles stimmen.