Marcus Prokesch, Vorsitzender des MSC Geisleden, ist während der zweitägigen Motocross-Veranstaltung mit 330 Fahrerinnen und Fahrern seines Vereins im Dauerstress. Zeit für ein Interview nimmt sich der 45-Jährige trotzdem.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf?

Die Resonanz war gut, alle großen Klassen waren voll. Das Wetter war vor allem am Samstag super. Im vergangenen Jahr war das eher eine Schlammschlacht. Da hat es am ersten Tag von 16 bis 21 Uhr geschüttet, da hat sich kein Rad gedreht. Wir haben am zweiten Tag ab 5 Uhr morgens den Schlamm von der Strecke geschaufelt. Das war dieses Mal zum Glück nicht nötig.

Motocross in Geisleden 2026
Es lärmt und staubt: Beim Motocross in Geisleden ist auch 2026 zwei Tage lang Vollgas angesagt.© Mario Höhn

Wie wichtig ist die Vorbereitung bei so einer Großveranstaltung?

Wir sind eine gute, eingespielte Truppe. Da weiß jeder, was er macht. Die Vorbereitung ging schon im Januar los, den Wunschtermin für kommendes Jahr reichen wir schon im August ein.

Gab es in diesem Jahr spezielle Änderungen?

Wir haben eine Schwerpunktstelle in Eigenregie breiter gemacht. Außerdem einen Sprunghügel umgesetzt. Der war vorher in einer Kurve, ist jetzt auf einer Geraden. Wir haben 300 Meter lange Geländer aufgestellt für die Zuschauer beziehungsweise zur Sicherheit. Die heiße Vorbereitungsphase ist acht bis zehn Wochen vorher losgegangen.

Motocross Geisleden 2026
In Geisleden starten Fahrerinnen und Fahrer vom Kindes- bis ins Seniorenalter.© Mario Höhn

Die Rennen und Sprünge sehen spektakulär, aber auch gefährlich aus. Wie groß ist das Verletzungsrisiko?

Wenn man so wie ich selber gefahren ist und die Strecken baut, kann man das vielleicht besser einschätzen. Ein Freund von mir kommt extra aus Pforzheim, um noch die letzten Feinheiten an der Strecke zu machen. Der Sicherheitsaspekt für Zuschauer und Fahrer steht immer ganz vorne. In unserem Sport kann immer etwas passieren. Natürlich könnte man die Strecke immer gefährlicher machen. Aber das wollen wir gar nicht.

Immer wenn wir unser Wochenende erfolgreich hinter uns gebracht haben, dann kann ich für die nächsten vier Wochen kein Motocross mehr sehen

Marcus Prokesch, Vorsitzender des MSC Geisleden

Wie hat sich das Zuschauerinteresse entwickelt?

Das ist in den letzten Jahren konstant geblieben. Nach Corona hatten wir eine Veranstaltung im Herbst und dann wieder im Frühjahr. Da hat man richtig gemerkt, dass die Leute froh waren, wieder rauszukommen. Wer möchte und Interesse hat, kommt auch – egal ob es regnet oder die Sonne scheint.

Wie sehen Sie die mittelfristige Zukunft der Veranstaltung?

Ich hoffe, wir können noch mehr junge Leute mit integrieren, damit die Motocross-Rennen in Geisleden noch viele Jahre existieren. Wir sind recht gut aufgestellt, müssen aber die jungen Leute mit dazunehmen und führen. Denn sonst wird niemand anders eine solche Veranstaltung wieder ausrichten.

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Sie sind dieses Mal nicht in der Seitenwagen-Konkurrenz gestartet...

Ich werde dieses Jahr 46, irgendwann ist die Zeit rum (lacht). Ich bin 27 Jahre Gespann gefahren. Oft kommst du am Sonntag in der Nacht nach Hause und musst am Montag um 6 Uhr wieder zur Arbeit. Das ist ein Full-Time-Job. Die Seitenwagen-Rennen waren schon zu DDR-Zeiten ein Highlight, die gehören in Geisleden einfach dazu.

Was macht die Faszination solcher Events aus?

Fußball kannst du dir jedes Wochenende anschauen. Aber Motorsportveranstaltungen in Thüringen gibt es vielleicht drei- oder viermal im Jahr. Aber ich bin auch ganz ehrlich: Immer wenn wir unser Wochenende erfolgreich hinter uns gebracht haben, dann kann ich für die nächsten vier Wochen kein Motocross mehr sehen (lacht).