Aus der Vision werden konkrete Pläne. Die Stadt Erfurt treibt ihre Bestrebungen für eine Bewerbung für die „Finals“ voran. Das Multisport-Event soll nach den Wünschen der Stadt 2029 in die Thüringer Landeshauptstadt kommen. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) hob beim Jubiläum „70 Jahre Sportschule in Erfurt“ die Bedeutung der Ausrichtung für die Stadt hervor.

Dass die deutschen Meisterschaften in Verbindung mit einem Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga ein Heimspiel werden könnten, sorgt beim LTV Erfurt für Vorfreude. „Es wäre schön, wenn die Finals hierherkämen. Wir würden die Wettbewerbe im Triathlon sehr gern mitgestalten“, sagt Andrea Gießmann. Die Initiatorin des Thüringer Frauen-Teams, das wie die Männer der Weimarer Ingenieure die Bundesliga-Saison auf einem überraschenden fünften Platz beendete, hat dafür bereits zahlreiche Ideen.

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Strandbad und Domplatz: Diese Kulissen sprechen für den Triathlon

„Das Strandbad Stotternheim wäre ideal für das Schwimmen“, sagt sie. Der Kiessee vor den Toren der Stadt ist seit einigen Jahren Schauplatz des Erfurt-Triathlons. Vor wenigen Wochen feierte der LTV mit 850 Startern einen Teilnehmerrekord. Das Gelände bietet eine große Fläche – und den Sportlern beste Wasserbedingungen. In den Jahren 2000 und 2006 wurden in Stotternheim die deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen ausgetragen. Bei der DM 2006 wurden dort erstmals die Meister über zehn Kilometer ermittelt.

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Das Ziel nach drei Disziplinen könnte sich Andrea Gießmann gut dort vorstellen, noch besser aber in der Erfurter Innenstadt. Ähnlich wie die Finals 2025 in Dresden böte der Domplatz eine großartige Kulisse, denkt sie. „Es geht ja auch um die Bilder.“

36.  ERFURT-TRIATHLON
Die Plattenstraße am Strandbad fordert Sportlern und Material alles ab. Im Bild: Henry Beck (Weimarer Ingenieure).© Archiv | Sascha Fromm

Ein Haken, gut einen Kilometer lang

Bei einer Multi-DM mit mehr als 20 Sportarten kommen viele infrastrukturelle Fragen auf. Der Haken der Triathleten ist gut einen Kilometer lang: die Plattenstraße am Strandbad Stotternheim. LTV-Präsident Dominik Neiss hält die am Strandbad entlangführende Betonstraße für unwürdig als Teil einer möglichen Finals-Radstrecke. Sie ließ den Organisationsleiter des Erfurt-Triathlons oft improvisieren. Eine Sanierung böte auch auf dem Radkurs Top-Bedingungen.

„Helfer würden wir sicher finden“, sagt LTV-Chef Neiss, der die Finals grundsätzlich gern in der Landeshauptstadt sähe. „Erfurt ist super bekannt. Es wäre eine Bereicherung und gutes Tourismus-Marketing“, sagt der Unternehmer. „Der Aufwand ist sehr hoch“, schränkt er ein.

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Von Hotelbetten bis Sportanlagen

Der Sportbeauftragte der Stadt, René Hofmann, steht auch im Austausch mit den Triathleten. Er weiß um zahlreiche Fragen, die im Zuge einer avisierten Finals-Bewerbung gerade aufkommen. „Wir sind in einem Prüf- und Bedarfsprozess“, sagt er über den aktuellen Stand. Von Hotelkapazitäten bis zu den Sportanlagen prüft die Stadt Voraussetzungen, Anforderungen und Kosten, um ein tragfähiges Konzept vorstellen zu können. Klar scheint bislang: Thüringen möchte die Finals. Erfurt will sie auch.