Der SV Jena-Zwätzen bleibt im Meisterschaftsrennen der Fußball-Landesklasse auf Schlagdistanz – und verdankt den Auswärtssieg am Dohlenstein einem Mann, der genau für solche Momente gemacht ist. Joker Luan Ferizi entschied das umkämpfte Verfolgerduell bei Chemie Kahla mit einem Geniestreich – 1:0.

Problematik Hauptplatz-Sperre am Kahlaer Dohlenstein

Auf schwierigem Terrain entwickelte sich vor rund 200 Zuschauern das erwartet umkämpfte Spitzenspiel. Es fand wieder nur auf dem kleinen Brennnessel-Nebenplatz am Dohlenstein statt. Der Hauptplatz ist auf unbestimmte Zeit weiter gesperrt. Kahals Trainer Thomas Hurt erklärt: „Letzten Herbst wurde eine neue Bewässerungsanlage in den Rasen eingebracht, das ist nicht so gelungen wie erwartet. Tiefe Furchen erlauben dort derzeit kein Spiel. Das ist ärgerlich, besonders weil keiner sagen kann, wann der Bau dort fertig wird und wir wieder auf den Platz dürfen.“

Aufmerksam. Kahlas Niels Frank (rechts) enteilt dem Jenaer Ben Ritter.
Aufmerksam. Kahlas Niels Frank (rechts) enteilt dem Jenaer Ben Ritter. © René Röder

Kahla erwischte die aktivere Phase vor der Pause, nach dem Seitenwechsel übernahm Zwätzen mehr und mehr die Initiative. „Unter diesen Bedingungen war es schwer. Wir hatten eine kleine Schwächephase zwischen der 20. und 40. Minute, aber insgesamt hatte ich immer das Gefühl, dass wir noch eine Schippe drauflegen können – und das haben wir dann auch gemacht“, so Zwätzens Trainer Frank Lenz.

Zwätzens Trainer Frank Lenz bereitet Adrian Stiebritz auf seine Einwechslung vor.
Zwätzens Trainer Frank Lenz bereitet Adrian Stiebritz auf seine Einwechslung vor.© René Röder

Am Ende entschied wie so oft in solchen Spielen eben eine Einzelaktion – in dem Fall die von Luan Ferizi. Der Trainer lobt: „Das hat er clever gemacht, richtig stark. Das kann nicht jeder, aber das ist eben seine Qualität, die ist bekannt. Das war natürlich perfekt.“

Zwätzens Kapitän Kießling: „Gut, dass wir auch solch ein ekliges Spiel gewinnen konnten.“

Auch Zwätzens Kapitän Tim Kießling wusste den Sieg einzuordnen: „Der Gegner und der Platz haben es uns absolut nicht leicht gemacht. Umso wichtiger ist es, dass wir so ein ekliges Spiel auch gewinnen konnten.“

Mit dem Dreier bleibt Zwätzen Tabellenzweiter und hält den Druck auf Spitzenreiter Bad Berka hoch – bei einem Spiel weniger beträgt der Rückstand nur drei Punkte. Schon am Osterwochenende wartet das nächste Schlüsselspiel: Dann empfangen die Jenaer den Dritten SV Schmölln 1913. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt Zwätzen erneut, zieht man mit der Spitze gleich. Der Traum vom Aufstieg bekommt durch solche Siege neue Nahrung.

Kießling: „Sportlich wäre das eine riesige Herausforderung. Vorn ist alles eng beieinander. Wir spielen schon lange in der Landesklasse – ein Ligawechsel würde uns guttun. Ob wir den Schritt wirklich gehen, müssen wir aber noch entscheiden. Klar ist: Der Aufstieg ist bei uns ein Thema.“