Annika Schwarz kannte nur ein Ziel – den gegnerischen Korb. Und so brach die Basketballerin in den Diensten der Vimodrom Baskets Jena auf, um den Ball irgendwie durch die Reuse zu werfen. Nichts schien die 21-Jährige aufhalten zu können, und am Ende ihres wahrlich entschlossenen Sololaufs standen zwei weitere Punkte für ihr Team zu Buche – nunmehr waren es 65. Doch es gab eine doppelte Crux: Die Basketballerinnen der Veilchen Ladies Göttingen hatten zum einen bereits 69 Punkte. Zum anderen standen nur noch 15 Sekunden Spielzeit auf der Uhr …

Letztlich änderte sich am frühen Sonntagabend in der meTecno-court-Halle in Burgau nichts mehr an den Verhältnissen. Die Jenaer Zweitliga-Basketballerinnen verloren ihr erstes Play-off-Spiel im Viertelfinale mit 65:69.

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Jenas Trainerin Sandra Rosanke blickte ein paar Stunden nach der Begegnung sachlich-analytisch auf das Dargebotene ihres Teams zurück und benannte umgehend den Knackpunkt, der ihrer Ansicht nach zur Niederlage geführt hatte: das zweite Viertel, das in einem Rückstand von neun Punkten (20:29) mündete. „Da ging gar nichts bei uns – da haben wir lediglich sechs Punkte geholt“, resümierte die Trainerin, die im vergangenen Jahr mit den Saalestädterinnen von der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufgestiegen war und die Saison in der Süd-Staffel auf Platz drei beendet hatte.

Jenaerinnen stemmten sich gegen Niederlage

Doch nicht allein die zweiten zehn Minuten seien von eher durchwachsenem Charakter gewesen, hielt Sandra Rosanke kritisch fest. Auch im ersten Viertel habe ihr Team so einiges liegen lassen. Immerhin konnten die Jenaerinnen den Auftakt mit 14:13 für sich entscheiden. „Unsere erste Hälfte war einfach unterirdisch“, resümierte die 44-Jährige, in deren Reihen Power Forward Cianna Gloster mit insgesamt 17 Punkten die erfolgreichste Werferin war.

Wir haben nicht verloren, weil Göttingen so stark war. Vielmehr haben wir verloren, weil wir uns selbst geschlagen haben – so einfach ist das.

Vimodrom-Trainerin Sandra Rosanke, über die Niederlage ihres Teams im ersten Play-off-Spiel des Viertelfinales

Im dritten Viertel stemmten sich die Gastgeberinnen zwar entschlossen gegen die drohende Niederlage, lagen am Ende jedoch weiterhin mit zwölf Punkten (39:51) zurück. Ins letzte Viertel starteten sie dann furios und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Punkte (49:51; 51:53) – mehr sollte an diesem Abend jedoch nicht mehr möglich sein …

Vimodrom Baskets
Trainerin Sandra Rosanke während einer Auszeit.  © Funkemedien | Marcus Schulze

„Das war schon eine krasse kämpferische Leistung, die meine Spielerinnen in der zweiten Hälfte gezeigt haben. Wir hatten gute Phasen, in denen wir sehr diszipliniert aufgetreten sind und schnelle Spielzüge vollzogen haben, doch am Ende haben wir einfach viel zu oft daneben geworfen – allein zur Halbzeit hatten wir schon 40 Rebounds geholt“, bilanzierte Sandra Rosanke.

Doch Niederlage hin, Niederlage her – sie sei weiterhin optimistisch, wenn sie an das Rückspiel am kommenden Sonntag in Göttingen denke. „Wer am Ende einen Punkt mehr hat, kommt weiter – ganz einfach“, sagte die Trainerin, die damit auf den Viertelfinal-Modus der Play-offs verwies: Die Ergebnisse beider Partien werden addiert und entscheiden über den Einzug ins Halbfinale. Die verbliebenen vier Teams werden sich dann in einem Final-Four-Turnier messen.

Und es gibt noch einen weiteren Grund, der Sandra Rosanke zuversichtlich stimmt: „Wir haben nicht verloren, weil Göttingen so stark war. Vielmehr haben wir verloren, weil wir uns selbst geschlagen haben – so einfach ist das.“