Die Adolfsburg hoch oben bleibt diesmal links liegen, dafür geht es mitten hinein ins Herz des Fachwerkstädtchens: Der Treffurter Stadtlauf erfindet sich zu seiner 22. Auflage am Sonntag, 13. September, ein Stück weit neu und muss dabei auch ohne einen Namen auskommen, der jahrelang eng mit der Veranstaltung verbunden war: Die Firma Federn-Oßwald ist als Mitausrichter ausgestiegen.

Weltklasse-Wintersportler waren Stammgäste

Günter Oßwald hatte den Lauf einst mit aus der Taufe gehoben und über Jahre geprägt. Der sportaffine Treffurter Unternehmer machte aus dem Stadtlauf auch eine Bühne für Thüringer Wintersportler. Weltklasse-Skilangläufer wie Axel Teichmann, Thomas Bing oder Katherine Sauerbrey tauschten auf seine Initiative hin die Skier gegen Laufschuhe und mischten sich in Treffurt unter die Ausdauer-Amateure. Olympiateilnehmer und Weltcupsieger gaben dem Volkslauf ein Alleinstellungsmerkmal.

Diese Zeiten sind vorbei, der Stadtlauf aber nicht. Treffurts Bürgermeister Michael Reinz zufolge wolle die Stadt die Tradition fortsetzen. Gleichzeitig werde die Veranstaltung künftig einen anderen Charakter erhalten, wie der passionierte Läufer Reinz erklärt. Weniger Prominenz, dafür mehr Treffurt: so könnte sich das neue Konzept zusammenfassen lassen. Ganz ohne bekannte Namen muss der Wettbewerb allerdings nicht auskommen. Vorjahressieger Marcel Krieghoff hat seine Startzusage bereits gegeben und wird versuchen, seinen Titel über die neue Neun-Kilometer-Strecke zu verteidigen.

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Marcel Krieghoff siegte im Vorjahr über 10 km und ließ die Wintersportler hinter sich. Er ist erneut am Start.© Mike El Antaki

Drei-Kilometer-Runde durch die Innenstadt

Die größte Veränderung findet auf der Strecke statt. Die führt nicht mehr über den Höhenzug, sondern durch die historische Innenstadt. Eine Runde ist drei Kilometer lang. Das habe auch für die Zuschauer seinen Reiz, weiß Reinz. Je nach Wettbewerb kommen die Läufer ein-, zwei- oder dreimal vorbei. Anfeuern ist ausdrücklich erwünscht.

Beim Schülerlauf steht eine Runde auf dem Programm, die Teilnehmer des Jedermannslaufs drehen zwei, im Hauptlauf sind drei Runden und damit neun Kilometer zu bewältigen. Auch die Nordic Walker gehen über zwei Runden und sechs Kilometer.

Erster Startschuss erfolgt 9.30 Uhr

Los geht es bereits um 9.30 Uhr mit dem Kindergartenlauf über rund 300 Meter. Um 9.45 Uhr folgen die Schüler, fünf Minuten später der Schnupperlauf über 1,1 Kilometer. Die großen Läufe und das Nordic Walking werden um 10.30 Uhr gestartet.

Der Stadtlauf soll dabei ausdrücklich ein Angebot für alle Generationen bleiben. Die jüngsten Teilnehmer können kostenlos starten, der Schnupperlauf kostet zwei Euro. Für den Schülerlauf werden sechs Euro fällig. Erwachsene zahlen neun Euro für sechs und zwölf Euro für neun Kilometer. Beim Kindergartenlauf dürfen Eltern ihre Kinder begleiten.

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Skilangläufer Thomas Bing war in den vergangenen Jahren regelmäßig in Treffurt am Start.  © Mike El Antaki

Organisation auf viele Schultern verteilt

Damit der Neustart gelingt, steht die Veranstaltung inzwischen auf mehreren Schultern. Mit im Boot sind die Stadtverwaltung Treffurt, ortsansässige Firmen, die die Veranstaltung finanziell unterstützen, die Laufgruppe Treffurt sowie der Schulförderverein, der auch in diesem Jahr die Versorgung der Teilnehmer und Gäste in bewährter Weise übernimmt, wie Reinz erläutert. Die Feuerwehren der Stadt und der DRK Ortsverband sichern die Veranstaltung ab.

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Und auch für diejenigen, die lieber zuschauen als laufen, wird einiges geboten. Parallel zum Stadtlauf veranstaltet die Verkehrswacht Wartburgkreis von 9 bis 13 Uhr den Verkehrssicherheitstag „Sicher unterwegs in Thüringen“. Fahrradsimulator, Reaktionstest, Gurtschlitten, Sehtest und weitere Mitmachangebote stehen auf dem Programm.

So verliert der Treffurter Stadtlauf zwar ein Stück seiner bisherigen Geschichte, gewinnt aber gleichzeitig neue Perspektiven. Die Tradition bleibt. Nur sie bekommt einen neuen Anstrich.

Anmeldungen und weitere Infos unter https://my.raceresult.com/405505/