Für den SV 09 Arnstadt glich das Heimspiel gegen den FC An der Fahner Höhe dem Öffnen einer Ketchupflasche. Erst kam 90 Minuten lang trotz aller Bemühungen gar nichts, dann in der Nachspielzeit alles auf einmal. Zwei Tore binnen 60 Sekunden sicherten das letztlich verdiente 2:0 und damit den so wichtigen zweiten Saisonsieg.
Ein Feuerwerk sah Martin Hauswald noch nicht
Die Erleichterung war Martin Hauswald anzusehen. Doch von einem offensiven Befreiungsschlag wollte auch Arnstadts Trainer nicht sprechen. „Das ist ja nicht so, dass wir jetzt ein Feuerwerk offensiv abgebrannt haben“, verfiel er nicht in Überschwang. Damit beschrieb Hauswald ziemlich treffend, was sich zuvor auf dem Rasen am Obertunk abgespielt hatte: Seine Mannschaft wollte, versuchte, lief an, doch beim letzten Pass und vor allem beim Abschluss fehlten immer wieder Konzentration und Präzision.
Hauswald freute sich vor allem, weil seine Mannschaft nicht nachließ. „Immer dran glauben, immer weitermachen, immer wieder Bälle in die Box, immer wieder schießen – und irgendwann erzwingst du ja Sachen“, erklärte der Trainer. Genau das sei passiert. Bereits vor den beiden Treffern von Janes Grünert (90. +3) und Anton Lwow (90. +4) habe Arnstadt aus aussichtsreichen Positionen mehrfach den Abschluss gesucht. Nur eben ohne Erfolg.
Dass der Ball schließlich doch noch zweimal im Netz lag, machte den Nachmittag zu einem besonderen: „Wir haben eine nicht so gute History mit Fahner. Deswegen wurde es einfach Zeit, gegen die mal wieder zu gewinnen.“ Fast acht Jahre hatte Arnstadt auf einen Sieg gegen Fahner Höhe gewartet.

Fahner vor der Pause mit den klareren Chancen
Auf der anderen Seite blieb bei Fahners Coach Sascha Balcerowski vor allem die Erkenntnis, wie eng Sieg und Niederlage im Fußball manchmal beieinanderliegen. Sein Team hatte in der ersten Halbzeit zwar weniger Ballbesitz, aber die klareren Chancen. Nach dem Seitenwechsel dominierte Arnstadt dann deutlich. Trotzdem ärgerte sich Balcerowski: „Wir haben auch in der 85. Minute noch die Riesenchance, um selbst in Führung zu gehen.“ Wer weiß, ob sich Arnstadt davon noch erholt hätte. Stattdessen war Fahner in der Nachspielzeit beim ersten Gegentor zu offen. „Das darf man in der Phase natürlich nicht so verteidigen“, räumte der Fahner-Coach ein. Mit dem folgenden 25-Meter-Flachschuss von Lwow war die Partie ohnehin entschieden.

Besonders bitter war das für Eric Schwarz. Der 29-Jährige stand erstmals in einem Thüringenliga-Spiel von Beginn an im Tor und hielt bis zur Nachspielzeit die Null. „Erstes Spiel von Anfang an und beinahe zu null, das ist am Ende natürlich ärgerlich“, sagte Schwarz. „Uns haben fünf Minuten gefehlt.“
Dabei ist sein Weg in die Thüringenliga durchaus ungewöhnlich. Nach vielen Jahren mit Schwerstedt auf Kreisebene und einem kurzen Zwischenstopp beim TSV Bad Tennstedt wechselte Schwarz im Sommer zum FC An der Fahner Höhe. „Ich wollte es einfach nochmal höher probieren. Ich bin gut aufgenommen worden. Es macht mir viel Spaß“, sagte der Keeper. Trotz der späten Gegentore konnte er mit seiner Leistung zufrieden sein.
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Ist offensiv jetzt der Arnstädter Knoten geplatzt?
Während Fahner mit der Niederlage seinen Stotterstart fortsetzte, konnte Arnstadt nach zuvor lediglich zwei Toren in vier Spielen aufatmen. „Trotzdem gibt es noch einiges zu verbessern“, weiß Hauswald. Ob offensiv der Knoten wirklich geplatzt ist, müssen die nächsten Auftritte gegen Weida und in Suhl zeigen.
Eine erfreuliche Nachricht gab es am Tag danach dann noch von Fahner Höhe: Artur Machts, der nach seinem Zusammenprall in der ersten Hälfte mit Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht worden war, musste „nur“ genäht werden. Wie lange der Abwehrrecke ausfallen wird, ist noch offen.




