Trainer Sebastian Hinze hatte es schon vor der Partie gewusst. „Es wird auf unsere Angriffsleistung gegen Göppingens starke Abwehr ankommen“, sagte der 46 Jahre alte Handball-Experte im Vorfeld. Da der ehemalige Kreisläufer aber die Bälle nicht selbst versenken kann, stand mit dem 23:26 (13:16) bei Frisch Auf Göppingen die zwölfte Niederlage im zwölften Auswärtsspiel für den ThSV Eisenach. Kein Team ist in dieser Saison in der Handball-Bundesliga so schwach in der Fremde. Saisonübergreifend hat der ThSV jetzt schon 17 Punktspiele in Serie auswärts verloren. Den letzten Erfolg gab es am 26. April in Bietigheim, als der Klassenerhalt vorzeitig gesichert wurde.
Knackpunkt der Niederlage: ThSV Eisenach vergibt zu viele freie Würfe
Dabei gab es wieder reichlich Chancen, den Fluch in Göppingen zu brechen. Eisenach spielte sich gute Möglichkeiten heraus. Göppingen selbst versemmelte beste Gelegenheiten. So war der ThSV trotz ewiger Aufholjagd mit zwei Toren Rückstand zehn Minuten (20:22) vor Schluss absolut noch in Sichtweite. Doch wie so oft, zuletzt gerade in Stuttgart, häuften sich auswärts in der Crunchtime die Fehler.
„Da waren Punkte für uns drin. Wir haben zu viele freie Würfe nicht versenkt. Das war der Knackpunkt“, fasste es Silvio Heinevetter treffend zusammen. Der 41 Jahre alte Torwart-Routinier parierte nach seiner Einwechslung in der 24. Minute acht Bälle (Fangquote 40 Prozent), stabilisierte die Abwehr deutlich. Doch die Säge klemmte im Angriff. Mit einer Wurfquote von 52 Prozent (23 Treffer aus 44 Würfen) ist eben kein Bundesligaspiel zu gewinnen.

Ausgerechnet Kapitän Peter Walz wurde zum Unglücksraben. Mit seiner Einwechslung brachte Walz zunächst viel Energie auf die Platte. Doch zum Schluss musste er ehrlich konstatieren: „Ich habe es verkackt, zu viele Freie liegengelassen. Sonst hätte es anders ausgesehen.“ Aus neun Versuchen sprangen beim „Capitano“ nur drei Treffer heraus. Frei vom Kreis scheiterte er in entscheidenden Phasen. Der erst 21 Jahre alte Julian Buchele im Kasten von Frisch Auf zog den Eisenachern mit 12 Paraden (Fangquote 46 Prozent!) den Zahn.
Eisenach-Trainer Hinze: „Wir haben nicht zugegriffen“
Auch Max Beneke, der im Sommer nach Göppingen wechseln wird, übte Selbstkritik: „Wir erspielten uns sehr gute Chancen, nutzten diese aber in Serie nicht.“ Nach schwachem Beginn traf Beneke wenigstens zweimal. Bester Eisenacher Torschütze war Felix Aellen mit sieben Treffern aus acht Versuchen. Der junge Schweizer meinte: „Wir haben auswärts einfach nicht den Killerinstinkt.“
Sein Trainer Sebastian Hinze monierte in der Analyse aber auch Defensiv-Schwächen in der ersten Halbzeit. Abwehrchef Philipp Meyer, der einen nicht so guten Tag erwischte, musste sogar länger auf der Bank nachdenken. „Wir hatten Probleme im Rückzug der rechten Abwehrseite. Im Innenblock haben wir Zweikämpfe verloren. In zwei Phasen der zweiten Halbzeit hatten wir die Chance, die Partie zu drehen, doch wir haben nicht zugegriffen“, zeigte sich Hinze enttäuscht.
Aktuelle Nachrichten zum ThSV Eisenach:
Auch der Manager des ThSV, René Witte, hat inzwischen die Nase voll von den ständigen Auswärtspleiten. „Wir müssen uns mehr konzentrieren, um etwas Zählbares mitnehmen zu können“, sagte er. Die nächste Chance gibt es am 29. März beim Tabellenvorletzten SC DHfK Leipzig. Doch vorher wartet noch das Heimspiel am kommenden Freitag (19 Uhr) gegen die Rhein-Neckar Löwen.





