Eine Minute vor dem Abpfiff nahm Flensburgs Trainer Ales Pajovic noch eine Feier-Auszeit. Die 6300 Zuschauer in der „Hölle Nord“, aber auch die Eisenacher Spieler, erhoben sich und klatschten Beifall. Nach acht Jahren SG wurde Johannes Golla nach Melsungen innerhalb der Handball-Bundesliga verabschiedet. Auch Torhüter Kevin Möller geht. Den Dänen zieht es aus familiären Gründen zu GOG nach Gudme.
ThSV Eisenach klatscht beim Abschied von Golla Beifall
Der deutsche Nationalmannschaftskapitän und der dänische Weltmeister boten beim 36:31 (18:21) der SG Flensburg-Handewitt gegen den ThSV Eisenach eine vorbildliche Leistung. Möller lieferte zwölf Paraden, Golla traf fünfmal. Doch der ThSV hielt beim hohen Favoriten, der nach dem 39:28-Sieg Berlins in Melsungen keine Champions-League-Chance mehr hat, lange voll mit.
Marko Grgic, im Sommer vom ThSV in den hohen Norden gewechselt, spielte ehrgeizig, machte neun Tore. Nur der Däne Simon Pytlick war mit persönlichem Bundesliga-Rekord von elf Treffern noch erfolgreicher. Der in Eisenach geborene Grgic lobte seinen alten Verein für den couragierten Auftritt. „Eisenach hat das gut gemacht, ist in der ersten Halbzeit das Tempo voll mitgegangen, zeigte sich auch effizient beim Torwurf. Ich habe viel aus den letzten Jahren erkannt“, so der 22 Jahre alte Nationalspieler.
ThSV-Kapitän Walz: „Killerinstinkt hat ein bisschen gefehlt“
ThSV-Kapitän Peter Walz meinte: „Uns hat ein bisschen der Killerinstinkt gefehlt. Durch die Tür, die uns Flensburg hin und wieder geöffnet hat, sind wir leider nicht hindurch.“ Der Abwehrkämpfer musste nach 28 Minuten auf die Tribüne. „Ich habe im Zweikampf Rückraumspieler Lasse Möller mit dem Unterarm im Gesicht getroffen, doch es war kein Schlag. Leider entschieden die Schiedsrichter auf Rot.“

Erneut eine starke Leistung bot Stephan Seitz – diesmal als unumschränkter Assist-König. Sieben Vorlagen lieferte der Münchner, der dazu dreimal traf. Vor allem Gian Attenhofer (4 Tore) war der Hauptabnehmer. Seitz grämte sich etwas und analysierte: „Wir ließen uns lange nicht abschütteln, blieben auf Schlagdistanz. In der zweiten Halbzeit spielten wir im Angriff nicht mehr so effektiv. Da unterlaufen uns ein paar dumme Fehler.“
Alexander Saul beendet seine Profi-Karriere
Nicht mehr im Aufgebot war schon Alexander Saul. Der 30 Jahre alte Linkshänder beendet nach neun erfolgreichen Jahren in Eisenach seine Handball-Karriere als Profi und kehrt mit seiner Familie nach Magdeburg zurück.
Aktuelle Nachrichten zum ThSV Eisenach:
Am kommenden Sonntag (15 Uhr) werden dann Saul, Vincent Büchner, Philipp Meyer, Max Beneke und Timothy Reichmuth feierlich verabschiedet. Mit vollem Ehrgeiz will die Mannschaft den Fans in der ausverkauften Werner-Aßmann-Halle dann den achten Heimsieg der Saison gegen den HSV Hamburg bescheren.






