Die 31:33-Niederlage in Flensburg hat beim ThSV Eisenach vor allem eines hinterlassen: Lust auf mehr. Am Donnerstag (3. September) soll im ersten Heimspiel der neuen Saison in der Opel Handball-Bundesliga gegen den Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten nun auch etwas Zählbares hinzukommen. Nach dem beherzten Auftritt beim Titelanwärter wartet auf die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze allerdings eine ganz andere Herausforderung.

Eisenach ist vor den „Galliern“ gewarnt

Es geht nicht gegen einen Titelaspiranten, sondern gegen einen Aufsteiger, der mit dem Selbstvertrauen eines gelungenen Bundesliga-Comebacks nach Thüringen reist. Die „Gallier“ bezwangen zum Auftakt den HSV Hamburg mit 30:26 und hinterließen dabei auch bei Hinze Eindruck. „Balingen ist eine sehr eingespielte Mannschaft, sehr variabel“, sagt der Eisenacher Trainer. Besonders die Energie und Intensität, mit der der Aufsteiger zu Werke ging, haben ihn überzeugt. „Das war schon beeindruckend.“ Hinze ahnt daher: „Es wird nicht einfach. Wir brauchen eine Top-Leistung, um die Punkte in Eisenach zu behalten.“

Die Thüringer sehen sich aber bestens vorbereitet. „Unser Coach hat uns einen extrem guten Spielplan an die Hand gegeben“, sagt Kapitän Peter Walz. Und der 32-Jährige weiß zugleich, dass die Balinger mit derselben Leidenschaft auftreten werden: „Balingen wird genauso fighten wie wir. Aber es ist dennoch unsere Halle.“ Die soll am Donnerstag möglichst brennen.

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Pressekonferenz mit Trainer Sebastian Hinze, Pressesprecher Thomas Levknecht und Kapitän Peter Walz (von links)© El Antaki

Kantersieg ist „Schnee von gestern“

Der Blick auf das bislang letzte Bundesliga-Duell mit Balingen liefert eine interessante, aber nur bedingt aussagekräftige Vorgeschichte. Am 3. Mai 2024 feierte Eisenach beim späteren Absteiger einen deutlichen 34:21-Erfolg. Das Heimspiel zum Saisonbeginn hatte dagegen 28:28 geendet. „Das ist Schnee von gestern. Beide Mannschaften haben sich seitdem stark verändert“, sagt Walz. Neben ihm sind aus jener Saison nur noch Matija Spikic, Moritz Ende und Justin Kurch im ThSV-Aufgebot geblieben.

Besonders spannend wird die Partie für zwei Brüder: Magnus Grupe, Rückraumspieler des HBW, trifft auf seinen älteren Bruder Mats, der seit dieser Saison das Tor des ThSV hütet. Der eine will Tore werfen, der andere Tore verhindern. Beide stammen aus einer Weinheimer Handballfamilie und gingen lange denselben Weg. 2017 kamen sie zu den Rhein-Neckar Löwen, feierten dort Erfolge im Nachwuchs und durften erstmals Erstbundesligaluft schnuppern.

HANDBALL WARTBURG-CUP 2026 SC MAGDEBURG - THSV EISENACH
ThSV-Torhüter Mats Grupe trifft in seinem ersten Bundesligaspiel in der Aßmannhalle auf seinen Bruder Magnus. © Sascha Fromm

Danach trennten sich ihre Wege zumindest teilweise. Magnus wurde 2024/25 an die Eulen Ludwigshafen ausgeliehen und wechselte innerhalb der zweiten Liga im März 2025 nach Balingen. Mit dem HBW erreichte er direkt das Final Four des DHB-Pokals und feierte in diesem Jahr den Aufstieg in die Bundesliga. Mats kam ab Februar 2023 per Zweitspielrecht bei den Eulen zum Einsatz. Zur Saison 2023/24 wechselte er fest nach Ludwigshafen. In der Saison 2024/25 brachte er es dort auf die zweitbeste Paradenquote aller Torhüter der 2. Liga, was auch dem ThSV nicht verborgen blieb. Nun treffen sich die Wege der Brüder in der stärksten Liga der Welt wieder.

Aktuelle Nachrichten zum ThSV Eisenach:

Eintrittskarten sind im Vorverkauf online unter www.thsv-eisenach.de und telefonisch unter 07618884999 erhältlich. Zudem gibt es am Donnerstag noch Karten an der Tageskasse im Fanartikel-Container vor der Werner-Aßmann-Halle.