Noch einmal schärfte Trainer Herbert Müller die Sinne, appellierte beim 20:25 an den Glauben. Noch einmal mussten die Handballerinnen des Thüringer HC alles riskieren. Der Ertrag blieb im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga Frauen gegen Borussia Dortmund jedoch aus. An BVB-Torfrau Sarah Wachter gab es kein Vorbeikommen. Mit ihrem zweiten Treffer ins leere Tor zum 26:20 (47.) leitete die Spielerin der Partie den Anfang vom Ende für den THC ein.

Am Ende stand ein 22:33 (13:12) auf der Anzeigetafel und Ernüchterung in den Gesichtern der Einheimischen, die nach der Pause einbrachen. Statt näher an die ersten drei Plätze heranzurücken, wuchs der Abstand. Da Neckarsulm in der Schlussminute den Sieg gegen Oldenburg zum 26:26 aus der Hand gab, liegt der VfL nach Minuspunkten nun gleichauf mit dem THC. Um den vierten Platz zu halten, müssen die Thüringerinnen ihre drei verbleibenden Spiele gewinnen. Das Zittern beginnt.

Zuvor aber steht am Samstag in Larvik (16 Uhr) im Dreikampf um das Weiterkommen in der European League viel auf dem Spiel.

Auch interessant

Szabó bricht mit der Halbzeitsirene den Bann

Im 32. Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Topteams schienen sich THC-Frauen jedoch zunächst selbst zu schlagen. Die Abwehr um Fels Anika Niederwieser stand wie beim 34:24 gegen Mosonmagyarovar vor drei Tagen. Einige Ballgewinne resultierten aus dem kraftvollen Zupacken. Nur blieb der Nutzen zu bescheiden, um trotz mehrerer Anläufe Dortmunds frühe Zwei-Tore-Führung (4:2) ausgleichen zu können. Erst Anna Szabó gelang das zum 11:11 (26.). Durch die Ungarin auf Linksaußen zahlte sich das risikovolle Sieben-gegen-Sechs und die Hereinnahme von Csenge Kuczora im Aufbau schließlich fast mit der Halbzeitsirene mit der ersten THC-Führung zum 13:12 aus.

Zwei Zeitstrafen verhalfen Dortmund, nach Wiederbeginn auf drei Tore wegzuziehen. Das Sieben-gegen-Sechs bekamen die Gäste besser in den Griff, während der THC vor knapp 1400 Zuschauern mehr und mehr auseinanderbrach. „Eine Frechheit, was wir geboten haben“, ging Coach Müller mit seinem THC hart ins Gericht.