Der Traum ist geplatzt. Der Thüringer HC hat den Sprung ins deutsche Pokalfinale der Handballfrauen verpasst. Gegen die HSG Bensheim/Auerbach unterlag der THC im Final Four in Stuttgart nach 31:31 (16:14) im Siebenmeterwerfen. Ausgerechnet Csenge Kuczora, die im Spiel bei allen ihren sechs Strafwürfen getroffen hatte, scheiterte als vierte THC-Werferin an HSG-Keeperin Vanessa Fehr.

Das zweite Halbfinale vor 3132 Fans gewann Borussia Dortmund gegen HSG Blomberg-Lippe 35:32. Damit trifft der THC am Sonntag ab 14 Uhr auf den Verlierer.

Thüringer HC bringt Vorsprünge nicht ins Ziel

Bekannte Gesichter bei der HSG Bensheim/Auerbach, der Ort liegt an der Bergstraße in Südhessen, sind Nina Engel, Meike Schmelzer (früher THC) und Lucie-Marie Kretzschmar, die Tochter von Idol Stefan Kretzschmar. In der Tabelle der Bundesliga trennt beide Vereine nur ein Zähler. Der THC bezwang die Flames im Ligaspiel auswärts 31:29. Ein enges Match war also programmiert.

Thueringer HC - HSG Bensheim / Auerbach
Csenge Kuczora (Thüringer HC) verwandelte sechs Strafwürfe und scheiterte dann im Siebenmeterwerfen.© Marco Wolf | Marco Wolf

Die gerade erst zurückgekehrte Kapitänin Josefine Hanfland markierte gleich die ersten beiden THC-Treffer zum 2:1 und holte einen Siebenmeter heraus, den Johanna Reichert aber verwarf. Bensheim startete etwas stärker in einer schnellen Partie (7:4/13.). Doch der THC behielt die Nerven und lag dank Nathalie Hendrikse mit 9:8 vorn (18.). Bensheims Abwehr verunsicherte vor allem Torjägerin Reichert, die in der ersten Hälfte nur dreimal traf. Die Führung wechselte ständig hin und her. Aber dank der Siebenmeterstärke von Csenge Kuczora (6/4) ging der THC mit einem 16:14-Vorsprung in die Kabine.

Diesmal begann Reichert entschlossen mit einem Wurf in den Winkel (17:14/31.) und Kuske parierte endlich einen Siebenmeter von Vizeweltmeisterin Engel. Aber auch wenn Reichert jetzt öfter einnetzte, konnte sich der THC nicht absetzen (20:20/39.). Nun zog Bensheim sogar davon (24:21/44.). Den Thüringerinnen drohte die Partie zu entgleiten. An Fehr war kein Vorbeikommen mehr. Doch Müllers Frauen bissen zurück. Kuczora mit ihrem sechsten Siebenmeter und Petersen per Konter zum 26:26 – der THC war in der Crunchtime wieder dran (51.) und ging in Führung. Sieben Sekunden vor Schluss traf Engel per Siebenmeter zum 31:31. Es ging zum Siebenmeterwerfen, das unglücklich 3:5 gegen den THC endete.

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„Wer die Nase vorn hat, hat den Sieg verdient. Auch wenn es natürlich in einem Siebenmeterwerfen immer um eine Portion Glück oder Pech geht“, sagte THC-Trainer Herbert Müller. „Das Spiel war ausgeglichen. Doch wir hatten Chancen, die Tür zuzumachen. Wir haben es nicht getan“, so Müller enttäuscht.