Freude, Frust und voller Fokus: Das verpasste DHB-Pokal-Finale vor gut einer Woche schmerzte Laura Kuske so sehr, dass es ihr die Tränen in die Augen trieb. Die Vorfreude auf ein nahendes Nationalmannschaftsdebüt im Rahmen der EM-Qualifikation wurde davon nur kurz getrübt. Der Anruf von Bundestrainer Markus Gaugisch wenige Tage zuvor kam überraschend. „Es ist eine große Ehre“, fiebert die 24-jährige Torhüterin des Thüringer HC dem am 6. April beginnenden Lehrgang mit der DHB-Auswahl entgegen. Vorher will sie mit ihrem THC in der European League hoch hinaus.

„Wir sind in der Poleposition. Jetzt wollen wir das auch unbedingt schaffen“, sagte die THC-Keeperin, nachdem sie am Montagmorgen mit der Mannschaft wieder zu Hause angekommen war. Vom Final Four der European League zu träumen ist nach dem verdienten 31:27 (13:14)-Sieg des Thüringer HC am Sonntag bei Nykøbing Falster Håndbold erlaubt. Mehr zunächst aber auch nicht. „Vier Tore sind nichts“, schränkte Kuske ein, „wir müssen unsere Hausaufgaben machen“. Der volle Fokus richtet sich auf das Viertelfinal-Rückspiel am kommenden Sonntag in Bad Langensalza (18 Uhr).

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„Wir sind zufrieden, aber die Arbeit ist noch nicht getan. Es sind noch 60 Minuten zu spielen“, schärfte THC-Trainer Herbert Müller am Sonntagabend seinem Team ein, ehe es von der dänischen Insel Falster auf die Heimreise ging. Auf dem Weg, zum vierten Mal unter die letzten vier Teams der Euro-League zu kommen, erwartet er nach dem „sehr hart umkämpften“ Hinspiel eine weitere schwere Aufgabe. Die erste Hälfte mahnte besonders.

Erste Halbzeit mahnt – Steigerung verschafft THC kleines Polster

„Wir haben anfangs viele technische Fehler gemacht“, erklärte Laura Kuske. Gepaart mit einigen Fehlversuchen, weil Nykøbings Torhüterin Anne Bossen anfangs schwer zu bezwingen war, geriet der THC mit drei Toren in Rückstand. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelang es, die Hypothek abzubauen und bis auf ein Tor gegen die schnell spielenden Däninnen aufzuschließen.

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THC-Ass Johanna Reichert führt mit 83 Toren die Torschützenliste der European League an. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

„Unsere Einstellung war sehr gut“, hob Kuske neben der Steigerung nach der Pause den Kampfgeist als entscheidende Faktoren für die Wende hervor. Nachdem Jana Scheib einen Gutteil ihrer sieben Feldtore innerhalb der ersten 30 Minuten erzielt hatte, kam Johanna Reichert nach der Pause immer besser zum Zuge und stach neben Dauerarbeiterin Natsuki Aizawa als THC-Trumpf hervor. Dass die Thüringerinnen ein Plus von vier Toren mitnehmen, lag an Reicherts Zwölferpack. Und ebenso an Laura Kuske. In den letzten anderthalb Minuten war sie zweimal glänzend zur Stelle. Damit deutete sie an, weshalb sie zur EM-Qualifikation eingeladen worden ist.

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Bundestrainer rotiert: Pausen für Leistungsträgerinnen, Chancen für Talente

Mit durchschnittlich zehn Paraden pro Spiel liegt die THC-Keeperin im Bundesliga-Ranking an der Spitze. Mit Marie Weiss (Metzingen) soll sie in Skopje am 8. April gegen Nordmazedonien das Gespann im DHB-Tor bilden. Für das Duell gegen Belgien am 12. April stößt Sarah Wachter (Dortmund) hinzu. Katharina Filter (Esbjerg) pausiert. Bundestrainer Gaugisch nutzt die vorzeitige EM-Qualifikation, um hoch belasteten Spielerinnen Pausen zu ermöglichen und einige junge Spielerinnen zu testen.

„Ich hoffe, dass ich ein paar Einsatzminuten bekomme“, sagte Laura Kuske. In der Jugend sei sie schon einmal bei einem DHB-Lehrgang gewesen. Die Aussicht auf das Länderspieldebüt verschafft ihr „pure Vorfreude“. Umso mehr, gelänge der Sprung ins Final-Four.