„Es ist nicht genug, was wir hier tun“, sagte Trainer Herbert Müller und rüttelte seine Handballerinnen vom Thüringer HC in der Auszeit noch einmal auf. Gut 20 Minuten blieben noch, um einen Sieben-Tore-Rückstand aufzuholen. Die Hypothek war jedoch zu groß.
Der Thüringer HC ist mit einer klaren Niederlage in die Halbfinal-Playoffs gestartet. Beim zu Hause ungeschlagenen Hauptrundenersten HSG Blomberg-Lippe verloren die THC-Frauen trotz Nie-Aufgebens mit 25:31 (10:13). Im Heimspiel zur ungewohnten Anwurfzeit von 19 Uhr müssen sich die Thüringerinnen am kommenden Sonntag erheblich steigern und vor allem gewinnen, um ein Ausscheiden im Kampf um die Deutsche Meisterschaft zu verhindern.
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Vorschusslorbeer vom THC-Trainer: Nieke Kühne kaum zu stoppen
„Hier ist um Nieke Kühne eine Mannschaft gewachsen, die wunderbaren Handball spielt“, strich THC-Trainer Herbert Müller die Qualität des Gastgebers kurz vor dem Anpfiff hervor. Während Torhüterin Melanie Veith als starker Rückhalt herausragte, setzte die Rückraumspielerin mit ihrer großen Energie im ersten Aufeinandertreffen einmal mehr die Akzente. Die DHB-Hoffnungsträgerin war kaum zu stoppen, verteidigte aber auch stark und trug damit ebenso wie die Keeperin entscheidend dazu bei, dass ihre Mannschaft immerzu vorlegen konnte.

Eine Viertelstunde blieb der THC dank energischer Defensivarbeit dran. Laura Kuske gab mit einigen Paraden danach das richtige Signal. Doch mit zunehmender Zeit häuften sich in der Offensive Fehler. Trotz der von Kuske vereitelten Chancen setzte sich der favorisierte Gastgeber auf drei Tore ab (13:10).
Chancenverwertung verhindert Aufholjagd
Statt wie erhofft heranzukommen, wuchs der Rückstand, weil die Fehlerquote weiterhin zu hoch bei den Gästen war. Nach dem sechsten von sieben Treffern durch Kühne zum 20:13 (39.) griff Müller zur Auszeit. Immerhin auf vier Tore kam sein THC-Team um eine mächtig kämpfende Kelly Rosa noch einmal kurzzeitig heran (18:22). Am Ausgang änderte das nichts. Der THC scheiterte nicht am Willen, sondern an seinen Fehlern. Insbesondere im Abschluss.
Wie mehrfach im Saisonverlauf beklagte der THC-Coach zu viele ausgelassene Chancen aus der Nahwurfzone. Mit der Abwehr sei er zufrieden gewesen, erklärte er im Nachgang am Hallenmikrofon.
Die Vorteile liegen nun bei der HSG Blomberg. „Wir haben ein großes Ziel“, sagte Kapitänin Laura Ryffieux und freute sich über den gelungenen Auftakt in der Heimfestung: „Aber noch ist nichts erreicht. Den Rückwind müssen wir mitnehmen.“



