Immer wieder musste sie tief abtauchen. In der Vorbereitung auf ihren ersten Starteinsatz beim Thüringer HC in der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) gab es für Torhüterin Maie Gomaa kein Pardon. THC-Trainer Herbert Müller forderte von seiner Offensive, vor allem flach abzuschließen. Das Training wirkte.

Zwei Siebenmeter wehrte die im Sommer zum THC gekommene ägyptische Torfrau beim Traumstart in das Torfestival am Sonntag beim VfL Oldenburg mit schnellen Beinen ab. Nach 60 Minuten durfte die 31-Jährige mit ihren Thüringer Handballerinnen die Arme in die Höhe strecken, um nach einem 41:30 (19:16) die ersten hochverdienten Auswärtspunkte zu feiern.

Tabellenführung nach zwei Spieltagen

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die Handballerinnen des Thüringer HC haben nach viel Stress durch Autobahnstaus ihre erste Auswärtshürde genommen. Nach reichlich Verspätung auf dem Weg nach Oldenburg brachten die Frauen aus Bad Langensalza am Sonntag das Fernsehspiel der neuen Saison mit einem Feuerwerk erfolgreich zu Ende. Nach dem glänzenden Heimstart gegen Buxtehude (34:27) stürmten sie durch einen cool zu Ende gespielten Kantersieg an die Spitze der Bundesliga-Tabelle.

An zweiter Stelle liegt der amtierende Meister HSG Blomberg-Lippe, der in Kürze zweimal zum Kracher in die Salza-Halle kommt. Nach dem DHB-Pokal-Achtelfinale am 30. September (19 Uhr) steigt eine Woche später das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Blomberg (7. Oktober, 19.30 Uhr). Am kommenden Samstag ist zunächst Göppingen in Bad Langensalza zu Gast (18 Uhr).

HANDBALL FRAUEN 2026-2027 1. BUNDESLIGA 1. SPIELTAG THC -  BUXTEHUDER SV
Jana Scheib (hier im Duell mit Buxtehudes Nele Franz und Lilli Frey/rechts) war nicht aufzuhalten. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Jana Scheib – die Frau des Spiels

Der Sieg trug vor allem auch einen Namen: Jana Scheib. Die Linkshänderin, die mit Lotta Heider das THC-Team in dieser Saison als Kapitänsduo führt, ragte heraus. Mit ihren Durchbrüchen und neun Toren in der ersten Hälfte war die Rückraumspielerin nie zu stoppen. Am Ende kam die 25-Jährige auf zehn Treffer.

Bereits viermal hatte Scheib bis zum 8:3 (11.) getroffen und für einen Traumstart des THC gesorgt. Dass Oldenburgs Trainer Niels Bötel reagierte und mit vier Rückraumspielerinnen angreifen ließ, behagte den Gästen zunächst gar nicht. Vor allem durch die Treffer von Toni-Luisa Reinemann kamen die Einheimischen nahe heran. Mehr als die zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 9:9 (17.) und 11:11 (22.) sprang für die Gastgeberinnen aber nicht heraus.

THC dreht nach der Pause wie entfesselt auf

Der THC wankte. Er fing sich jedoch schnell wieder und eroberte die Kontrolle zurück, um eine herausragende zweite Hälfte folgen zu lassen. Jana Scheib baute die Führung mit ihrem zehnten Tor erstmals auf plus sechs Treffer aus (26:20, 40.). Wenig später erhöhte Lotta Heider per Doppelschlag auf 29:21 (44.).