Inmitten einer Phase zurückgehender Umsätze und verloren gegangenen Bodens gegenüber Wettbewerben setzt der Sportartikelhersteller Puma zum Neustart an. Der fränkische Konzern, weltweit Nummer drei der Branche hinter Nike und Adidas, will unter dem neuen Vorstandschef Arthur Hoeld bis Ende 2026 rund 900 Stellen in der Verwaltung streichen und das Produktportfolio straffen. Welche Standorte betroffen sind, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit. Erst bei der Bilanzpressekonferenz im März hatte Puma den Abbau von 500 Stellen angekündigt. Allein am Firmensitz Herzogenaurach sollten 170 Arbeitsplätze wegfallen.

In den ersten neuen Monaten schrieb Puma Verluste. Die Umsätze sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 5,973 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis sank im gleichen Zeitraum um rund eine halbe Milliarde Euro. Nach neun Monaten stand ein Verlust von 257 Millionen Euro zu Buche.

Puma-Vorstandschef Arthur Hoeld (Archivbild)
Puma-Vorstandschef Arthur Hoeld (Archivbild)© Puma/dpa | Christoph Maderer

Puma will eigene Produkte nicht mehr verramschen

Puma wolle sich künftig stärker auf die Kernbereiche Fußball, Training und Running sowie auf Sportmode konzentrieren. Das Direct-to.Consumer-Geschäft (eigener Einzelhandel, E-Commerce) soll stärker wachsen, da Puma bislang stark vom Großhandel geprägt ist. Der neue Konzernchef Arthur Hoeld sieht 2026 als Übergangsjahr. Ab 2027 soll Puma wieder auf einen Wachstumskurs umschwenken.

Dazu will Hoeld vor allem die Marke mit dem Raubkatzen-Logo stärken. „Ich glaube fest, dass die Marke Puma intakt ist und ein unglaubliches Potenzial hat“, sagte er. Er will dafür die Anteile des Großhandels am Umsatz reduzieren, weil dies der Markenbegehrlichkeit nicht zuträglich sei - Puma-Produkte wurden zum Teil bei sogenannten Großflächenhändlern zu niedrigen Preisen verramscht, was aufhören soll. Zudem sollen hohe Lagerbestände abgebaut werden.

fmg/dpa