Warum gibt es keine Thüringer Klöße in Herzform, die ein Hochzeitsbüfett bereichern? Diese Frage brachte Matthias Schade aus Gotha im Jahr 2021 zu einem Projekt, dessen Ergebnis nun für den Thüringer Innovationspreis nominiert ist.
Er kooperierte mit dem Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie Bad Langensalza. „Unser Ziel war, besondere Kartoffelkloßprodukte herzustellen“, berichtet der Gründer des Start-ups Schadinis. Die Kernfrage: Wie wird der Kloßteig kochstabil?
Verfahren macht Reisprodukte ungekühlt haltbar
Die Partner entwickelten das neue AmyroTec-Verfahren. Durch einen gezielten physikalischen Prozess entstehen haltbare Kartoffelteige: Klöße in Herzform, die auch bei der Weiterverarbeitung nicht zusammenfallen, werden möglich. Mit der Methode lassen sich auch Instant-Reisprodukte, die ohne Kühlung lagerfähig sind, herstellen. Das Verfahren spart Energie, reduziert Verpackungsmaterial und senkt Transportkosten.

Ein Anwendungsfall wäre die Lieferung von Reisrationen in Krisengebiete, erläutert Matthias Schade. Reis könne gekocht und anschließend in Folie eingeschweißt werden. „So liefert unser Verfahren vorgegarten Reis, der kalt gegessen werden kann. Fürs Erwärmen wird kein Trinkwasser benötigt“, sagt Schade. Durch das Verfahren könne sich auch ein neues Geschäftsmodell für Reisbauern ergeben. Wenn sie vor Ort mit dem Verfahren Reisprodukte für die Mikrowelle herstellen, können sie ihre Nachernte-Schäden erheblich reduzieren.
Schadinis will Lizenzen an andere Unternehmen vergeben
Schade lässt die Entwicklungen per Patent schützen. Für das Verfahren bei Kartoffelprodukten ist das europäische Patent bereits erteilt. Die Anträge in Australien, Japan und die USA befinden sich in der Prüfung. Genauso will er auch das Verfahren für Reis schützen. Schade peilt an, mit größeren Unternehmen zu kooperieren. Er plant, Lizenzen zu vergeben. Parallel dazu arbeitet er selbst auch an ausgefeilten Ideen, das Verfahren einzusetzen. Wie wäre es mit Klößen in der Form von Lego-Steinen?
Weitere Kandidaten für den Innovationspreis
Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen vergibt den Thüringer Innovationspreis am 26. November. Schadinis ist mit dem AmyroTec-Verfahren in der Kategorie Tradition und Zukunft nominiert.





