Das Rentenpaket besteht aus mehreren Gesetzen. An diesem Freitag wurden die meisten beschlossen. Die Reform der Riester-Rente und die Frühstart-Rente für Kinder sollen bald folgen. Das sind die wichtigsten Änderungen.

192937_1325_192937_cover.jpg
#5 Bärbel Bas über Armut als Kind und Frauen an der Spitze
Meine schwerste Entscheidung
 

Die Haltelinie

Das Rentenniveau bleibt noch bis 2031 stabil bei 48 Prozent. Damit bekommen Neurentner etwas mehr Geld als bei der alten Regelung. Bei einer Rente von 1500 Euro sind es im Jahr 2031 etwa 35 Euro mehr Rente. Denn nach noch geltendem Recht würde das Rentenniveau bis dahin auf 47 Prozent absinken. Dafür sorgt der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel. Vereinfach gesagt gleicht dieser die Belastung jüngerer Generationen aus, wenn immer mehr Rentner von immer weniger Jüngeren finanziert werden müssen. Derzeit ist der Nachhaltigkeitsfaktor ausgesetzt, um das Rentenniveau stabil zu halten. Wenn er nach 2031 wieder greift, sinkt das Rentenniveau allmählich. So bleibt es erst einmal stabil. Die Kosten der Haltelinie summieren sich bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts auf bis zu 120 Milliarden Euro.

Auch interessant

Die Mütterrente 

Bisher waren Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern bei der Rente schlechter gestellt als Eltern mit jüngeren Kindern. Der Unterschied wird nun beseitigt. Damit wird den berechtigten Müttern ein halbes Jahr mehr Erziehungszeit für die Rente angerechnet. Das entspricht einem halben Entgeltpunkt beim Rentenanspruch. Der aktuelle Wert eines Entgeltpunktes beträgt 40,79 Euro. Die Neuregelung bring den halben Betrag zusätzlich ein, also 2040 mehr Rente für jedes Kind. 

Auf die Auszahlung des zusätzlichen Anspruchs müssen Eltern allerdings noch eine Weile warten. Die Rentenversicherung muss ihren gesamten Rentenbestand nach Anspruchsberechtigten durchforsten. Das Gesetzt tritt zwar am 1. Januar 2026 in Kraft. Doch die Auszahlung beginnt erst ein Jahr später. Die bis dahin angesammelten Beträge werden dann nachgezahlt. Für die Steuerzahler ist das eine teure Angelegenheit. Sie finanzieren die Mütterrente mit fünf Milliarden Euro pro Jahr.

Auch interessant

Die Aktivrente

Sie soll Anreize zum Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus setzen. Neben dem Grundfreibetrag von gut 12.000 Euro können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Selbständige oder Unternehmer gehen leer aus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schätzt, dass dadurch bis zu 33.000 Rentner zusätzlich eine Stelle annehmen. 

Auch interessant

Wir hoch der finanzielle Vorteil ist, hängt vom Lohn oder Gehalt ab. Nach Berechnungen des Wissenschaftlers Simon Kempny von der Universität Bielefeld für den Finanzausschuss des Bundestags kann ein Angestellter mit einem Jahresgehalt von 90.000 Euro rund 10.000 Euro sparen. Ein Arbeiter mit 30.000 Euro Jahreslohn zahlt 4300 Euro weniger Steuern. 

Auch interessant

Das Bundesfinanzministerium rechnet mit Mindereinnahmen in Höhe von 890 Millionen Euro im Jahr. Die Neuregelung gilt ab dem 1. Januar 2026 und ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt. Dann soll die Wirkung der Aktivrente überprüft und entschieden werden, ob die Steuerfreiheit weiter gewährt wird. 

Auch interessant

Betriebsrenten und Zusatzvorsorge

Auch die Betriebsrenten werden mit dem Rentenpaket gestärkt. Vor allem soll die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen an dieser Säule der Alterssicherung erleichtert werden. Noch nicht verabschiedet ist die Frühstartrente, mit der Kinder monatlich mit zehn Euro für den Einstieg in einer langfristige Vorsorge gefördert werden.