Mit nur 29 Jahren ist Luana Lopes Lara zur jüngsten Self-Made-Milliardärin der Welt aufgestiegen, wie das Magazin „Forbes“ berichtet. Die Absolventin des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ehemalige Profi-Balletttänzerin führt gemeinsam mit Mitgründer Tarek Mansour das Prognosemarkt-Unternehmen Kalshi, das nach einer neuen Milliardenrunde nun mit elf Milliarden US-Dollar bewertet wird. Jeder der beiden Gründer hält rund zwölf Prozent – genug, um in den exklusiven Drei-Komma-Club aufzusteigen. Damit verdient die Milliardärin in jungen Jahren mehr als Pop-Superstar Taylor Swift.

Von der Ballerina zur Milliardärin

Die gebürtige Brasilianerin erlebte ihre härtesten Jahre aber überraschenderweise nicht als Startup-Gründerin, sondern als angehende Ballerina an der strengen Bolshoi-Theaterschule in Brasilien. „Es waren die intensivsten Jahre meines Lebens“, sagt Lopes Lara dem „Forbes“-Magazin. Lehrkräfte hielten brennende Zigaretten unter ihre Beine, um ihre Ausdauer zu testen, und Rivalinnen versteckten Glasscherben in Spitzenschuhen.

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Parallel dazu glänzte sie akademisch: Sie erhielt Gold bei der Brasilianischen Astronomie-Olympiade und Bronze bei der Mathe-Olympiade von Santa Catarina. Nach ihrem Abschluss tanzte Lopes Lara noch neun Monate lang professionell in Österreich – bevor sie beschloss, das Studium am MIT aufzunehmen und „die nächste Steve Jobs“ zu werden, wie sie es schon als Jugendliche formulierte.

Am MIT lernte sie Mansour kennen, ebenfalls Informatikstudent, der aus dem vom Konflikt geprägten Libanon stammt. Er erinnert sich, wie sie im Hörsaal immer in der ersten Reihe saß: „Ich habe mich neben sie gesetzt, um von ihr zu lernen“, so Mansour zu „Forbes“. Beim gemeinsamen Praktikum bei Five Rings Capital in New York entstand die Idee einer Plattform, auf der Menschen direkt auf zukünftige Ereignisse handeln können. „Wir sahen, dass die meisten Trades stattfinden, weil Menschen eine Sicht auf die Zukunft haben“, so Lopes Lara zu „Forbes“. Warum also nicht direkt auf diese Ereignisse handeln?

Gemeinsam mit ihrem Mitgründer Tarek Mansour leitet Luana Lopes Lara das Prognosemarkt-Unternehmen Kalshi.
Gemeinsam mit ihrem Mitgründer Tarek Mansour leitet Luana Lopes Lara das Prognosemarkt-Unternehmen Kalshi.© Kalshi

Kalshi erhält nach langem Kampf CFTC-Zulassung für Prognosemarkt

Die beiden Junggründer standen früh vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe: Ein legaler Prognosemarkt bedeutete eine föderale Zulassung. „Zwei Jahre hatten wir kein Produkt. Wenn wir die Zulassung nicht bekommen hätten, wäre das Unternehmen wertlos gewesen“, erinnert sich Lopes Lara. Nach Monaten voller Absagen erklärte sich schließlich der ehemalige CFTC-Beamte Jeff Bandman bereit, ihnen zu helfen. 2020 erhielt Kalshi die CFTC-Zulassung als Designated Contract Market.

Doch 2023, kurz vor der US-Wahl, lehnte die Behörde Kalshis Wahlkontrakte ab. Viele Investoren warnten vor einer Klage – Lopes Lara entschied sich dennoch dafür. Ihr Mut zahlte sich aus: 2024 entschied ein Bundesrichter zugunsten von Kalshi. „Wir wollten es richtig machen. Legal zu arbeiten war nicht verhandelbar“, erzählt Lopes Lara dem „Forbes“-Magazin.

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Prognosemarkt erzielt Milliardenvolumen und sagt Trump-Sieg korrekt voraus

In der heißen Phase des US-Wahlkampfs wurden auf Kalshi über 500 Millionen Dollar eingesetzt – und die Nutzer sagten den Sieg von Donald Trump korrekt voraus. Das Handelsvolumen wächst seit letztem Jahr um mehr als 1000 %. Wöchentlich werden inzwischen über eine Milliarde Dollar gehandelt. Partnerschaften mit Robinhood, Webull, der NHL, StockX und Google Finance folgen Schlag auf Schlag.

Doch der Erfolg ruft Kritik hervor: Über 90 % des Volumens stammen aus Sportmärkten, und mehrere US-Bundesstaaten argumentieren, diese seien eigentlich Glücksspiel und müssten staatlich reguliert werden. Trotzdem glauben Kenner der Szene, dass Kalshi gerade erst am Anfang steht.

lcz