Es war „im zarten Alter von fünf Jahren“, als Jürgen Raps entschied, Pilot zu werden. In einem Interview mit „PilotsEYE.tv“ schilderte er mit leuchtenden Augen einen Rundflug mit seinem Vater in einer einmotorigen DO27: „Der hat mich so begeistert, dass ich mir gesagt habe (...): Das machst du auch.“ Was folgte, war eine beeindruckende Karriere bei der deutschen Vorzeige-Airline Lufthansa. Am Samstag ist Raps nun im Alter von 74 Jahren überraschend gestorben.
Unternehmenssprecher Michael Lamberty bestätigte bei LinkedIn den Tod des langjährigen Chefpiloten und „prägenden Persönlichkeit.“ Raps machte sich vor allem einen Namen, weil er 2007 als einer der ersten deutschen Piloten eine Lizenz für den Airbus-Jumbo A380 erhielt. In eben jenem Flieger brachte er auch die Deutsche Nationalmannschaft zur WM nach Johannesburg. Sein Jungfernflug mit dem Lieblingsflieger, wie er ihn später bezeichnen sollte, hob im März 2007 in die USA ab. Sein letzter Flug sollte rund vier Jahre später von Frankfurt nach San Francisco erfolgen.
Geboren 1951 in Bayreuth, begann Raps seine Karriere 1970 an der Verkehrsfliegerschule in Bremen, an der er später die Leitung übernehmen sollte. 1996 wurde er Chefpilot und Flugbetriebsleiter, bevor er 2007 als Mitglied des Passagevorstands „die operative Sicherheit der Lufthansa Flotte verantwortete.“
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Bekannt wurde er einer breiten Öffentlichkeit auch in zahlreichen Fernsehauftritten. Der „HR“ dokumentierte Raps‘ Abschiedsflug: Als er die 600 Tonnen auf dem kalifornischen Rollfeld aufsetzt, empfängt ihn die Flughafenfeuerwehr mit Fontänen. Ein Kameraschwenk im Flugzeug zeigt ihn gelassen – mit einer typischen Fliegersonnenbrille auf der Nase. Andere Aufnahmen zeigen ihn, wie er im Top-Gun-Style auf einem Motorrad die Landebahn verlässt.
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„Mit Jürgen hat die Luftfahrtwelt einen herausragenden Piloten, Manager und Visionär verloren, der durch seine Kompetenz, Leidenschaft und Weitsicht Maßstäbe gesetzt hat“, würdigt ihn Sascha Unterbarnscheidt, Manager bei der Lufthansa-Tochter Discover. „Ich werde nie den Moment vergessen, als er mir nach seinem letzten Flug seine Schulterklappen übergab – ein Zeichen seines Vertrauens, aber wie immer auch ein Ausdruck der Erwartung.“
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