Künstliche Intelligenz, humanoide Robotik und der reichste Mensch der Welt, der gerne den Mars besiedeln würde: Sowohl der technologische Fortschritt im Alltag als auch die Zukunftsvision können schnell überfordern. Und so würde hierzulande einer aktuellen Studie zufolge gerne jeder Zweite auf die Pausentaste drücken und den technologischen Fortschritt ausbremsen. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen Bosch Tech Compass, der dieser Redaktion vorab vorliegt. In sieben verschiedenen Ländern wollte die Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH im Auftrag des Stuttgarter Konzerns wissen, wie es die Menschen mit dem technologischen Fortschritt halten – und in Deutschland herrscht offenbar jede Menge Skepsis.
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Die Frage etwa, ob der technologische Fortschritt die Welt zu einem besseren Ort mache, bejahten 59 Prozent der Befragten. Das mag gar nicht so skeptisch klingen, zumal in Frankreich sich gerade einmal 53 Prozent entsprechend äußerten. Doch in den anderen untersuchten Ländern – Brasilien, China, Indien, Großbritannien und den USA – sind die Menschen sehr viel optimistischer. In China sehen beispielsweise 87 Prozent der Befragten Technologie als Schlüssel zu einer besseren Welt, in Indien sind es 84 Prozent.
Bosch-Umfrage: Science-Fiction wollen die Deutschen lieber nicht in der Realität
Ganz und gar ablehnend sind die Deutschen demnach, wenn sie mit Zukunftsszenarien konfrontiert werden, die man sonst vor allem aus Science-Fiction-Filmen kennt: Auf einem anderen Planeten leben? Lieber nicht. Nicht einmal jeder Fünfte könnte sich das hierzulande vorstellen. In Indien wären dagegen dazu zwei Drittel der Befragten bereit, in China jeder Zweite.
Das eigene Gehirn mit dem Internet verbinden? Muss auch nicht sein, finden die Deutschen. Jedenfalls würden es nur 13 Prozent machen, wenn es technisch machbar wäre. Auch hier ist Deutschland weit abgeschlagen. Und auch die gesamten privaten Daten herauszugeben, um eine bessere Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, kommt für fast drei Viertel der Befragten hierzulande nicht infrage.

Bosch-Umfrage: Deutsche hadern mit Bildungssystem
Nun wird es – sofern es überhaupt umsetzbar sein wird – mit der Besiedlung fremder Planeten oder mit in Masse anwendbarer Neurotechnologie, an der unter anderem Elon Musk mit seinem Unternehmen Neuralink arbeitet und ersten Menschen bereits Gehirnchips implantiert hat, noch etwas dauern. Doch es zeigt sich auch schon im Hier und Jetzt, woran es den Deutschen offenbar mangelt. So sehen 77 Prozent der Befragten die Künstliche Intelligenz als die einflussreichste Technologie der nächsten Jahre an. Doch nur 40 Prozent fühlen sich auf die anstehende Zeit vorbereitet. In keinem anderen untersuchten Land ist die Diskrepanz größer.
Nicht einmal jeder Dritte ist der Auffassung, dass das hiesige Bildungssystem innovatives Denken fördert. Dass die derzeitige Regulierung geeignet ist, um Innovationen hervorzubringen, glaubt nicht einmal jeder Vierte.
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„Insgesamt würde ich uns als Gesellschaft mehr Mut zum Risiko wünschen.“
Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH
Bosch-Chef fordert steuerliche Entlastung für Innovationen
Ergebnisse, aus denen man Lehren ziehen muss, findet Bosch-Chef Stefan Hartung: „Die Ergebnisse des Bosch Tech Compass deuten darauf hin, dass wir in Deutschland die gesellschaftliche Akzeptanz für Innovationen steigern müssen.“
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Um Innovationen umzusetzen, müssten auch die Rahmenbedingungen stimmen. „Dazu gehören etwa Maßnahmen wie steuerliche Entlastung für Investitionen in innovative Technologien, mehr Agilität und weniger Bürokratie“, zählte der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung auf und wünscht sich eine andere Kultur des Scheiterns und des Risikos in Deutschland: „Insgesamt würde ich uns als Gesellschaft mehr Mut zum Risiko wünschen.“







