Die EU sucht erstmals seit 2019 wieder Beamte und lockt Bewerber mit ansprechenden Konditionen. Wer erfolgreich ist, erhält mindestens 6000 Euro Gehalt, einen Job auf Lebenszeit und mutmaßlich spannende Einblicke in die europäische Spitzenpolitik. Tausende Bewerber werden erwartet. Das anspruchsvolle Auswahlverfahren („EU-Concours“) allerdings hat es in sich. Die EU rechnet damit, dass nur wenige Bewerber die schwierigen Tests bestehen.
Für das allgemeine Auswahlverfahren der EU können sich Hochschulabsolventen und ‑absolventinnen bis zum 10. März bewerben. Gesucht werden unter anderem neue Beamte für die Laufbahngruppe AD5, das Einstiegslevel in Brüssel. Durchgeführt wird der sechsstufige Recruitment-Prozess vom Europäischen Amt für Personalauswahl (EPSO).
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Bewerbung für EU-Beamtenjob: Sechsstufiges EPSO-Auswahlverfahren mit vielen Hürden
Erfolgreiche Bewerber arbeiten künftig als Verwaltungsangestellte in verschiedenen EU‑Institutionen. Je nach Bildungshintergrund sollen die Einsteiger in Bereichen wie Politikanalyse, Dokumentenerstellung, Programm- und Projektmanagement oder Forschung arbeiten. Mögliche Dienstorte können nach EPSO-Angaben neben Brüssel auch Straßburg und Luxemburg sein.
EPSO-Auswahlverfahren im Überblick
1. Online-Bewerbung mit grundlegenden Angaben zur eigenen Person
2. Nachweise hochladen (bei Diplomen bis 10.07.2026)
3. Prüfungen (Wissenstest, logisches Denken, digitale Kompetenzen und schriftliche Prüfung)
4. Erfolgreiche Bewerber und Bewerberinnen landen auf der Reserveliste
5. Bewerbungsgespräch
6. Die finalen ausgewählten Kandidaten erhalten ein Stellenangebot
Doch bevor tatsächlich das Jobangebot einer EU-Institution ins Haus flattert, müssen Bewerber einige Hürden nehmen. Nach der generellen Bewerbung sowie dem Hochladen von Nachweisen stehen die Prüfungen in Form von vier Online-Tests an. Neben logischem Denken werden auch digitale Kompetenzen überprüft. Alle Bewerber müssen zudem einen generellen Wissenstest bestehen und eine schriftliche Prüfung ablegen. Die Besten landen anschließend auf einer Reserveliste und bilden einen ersten Beamten-Pool. Doch erst nach dem anschließenden Vorstellungsgespräch erhalten die erfolgreichen Bewerber ein Stellenangebot. „Die Erfolgsquoten sind niedrig, viele schaffen es nicht“, sagte EPSO-Direktor Oliver Salles gegenüber „Euronews“.
EPSO-Direktor: Einstellungsverfahren für Generalisten waren seit 2019 ausgesetzt
Er bestätigte zudem, dass die Einstellungsverfahren bei der EU für Generalistinnen und Generalisten auf Einstiegsniveau seit 2019 ausgesetzt waren. Es hätte jedoch sogenannte Spezialwettbewerbe für verschiedene Profile, unter anderem IT-Fachleute, gegeben. „Wo es trotzdem Kompetenzlücken gab, griffen die EU-Institutionen stärker auf nichtständiges Personal zurück, etwa auf befristete Bedienstete oder Vertragsbedienstete“, so Salles.
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Bei der letzten Einstellungsrunde bewarben sich mehr als 20.000 Menschen. Ein Hauptgrund für viele: Der EU-Beamtenjob ist unbefristet und das Bruttogehalt lag zuletzt (Juli 2025) bei rund 6100 Euro – auf Einstiegsniveau. Hinzu kommen attraktive finanzielle Zulagen sowie der Vorteil von vergleichsweise geringen Abzügen. Wer am Ende ein Stellenangebot erhält, muss sich mitunter aber etwas in Geduld üben. Denn die Stellen können innerhalb von zwei Jahren besetzt werden.




