Eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit hätte nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi verheerende Folgen für die Beschäftigten. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen warnt vor einem massiven Stellenabbau – und lehnt die Übernahme klar ab. „Wir lehnen eine Übernahme mit Blick auf die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und insbesondere auf die Arbeitsplätze in Deutschland in beiden Häusern – Hypovereinsbank und Commerzbank – ab“, so Schmitz-Dethlefsen.

Auch interessant

Verdi warnt vor Stellenabbau bei Commerzbank-Übernahme durch Unicredit

Verdi warnt schon länger vor einem „Kahlschlag“ bei der Commerzbank, sollten die Italiener die Kontrolle bei dem Dax-Konzern übernehmen. Die Gewerkschaft verweist auf den Schrumpfkurs der Hypovereinsbank (HVB) nach der Übernahme durch die Unicredit 2005. 

Unicredit-Chef Andrea Orcel handele im Fall der Commerzbank „weiterhin unkalkulierbar und spielt mit dem Vertrauen der Beschäftigten, aber auch der gesamten deutschen Wirtschaft“, kritisierte Schmitz-Dethlefsen. Aus Sicht von Verdi sei eine eigenständige Commerzbank „die beste Ausgangslage für sichere Arbeitsplätze“.

Unicredit plant Übernahmeangebot für Commerzbank im Mai

Die italienische Unicredit, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits größter Aktionär der Commerzbank ist, hatte zuvor ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Aktien des Dax-Konzerns angekündigt. Zugleich teilte die Mailänder Großbank mit, sie erwarte, eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent an der Commerzbank zu erreichen, „ohne die Kontrolle zu erlangen“. Offiziell vorlegen will die Unicredit ihr Übernahmeangebot im Mai.

pau/dpa