Müllermilch, Joghurt mit der Ecke oder Müller-Milchreis: Sowohl im Supermarktregal als auch im heimischen Kühlschrank sind die Molkerei-Produkte der Müller-Gruppe allgegenwärtig. Doch so schmackhaft die Joghurts sein mögen, so umstritten ist Firmenbesitzer Theo Müller. Der 86-Jährige hegt freundschaftliche Verbindungen zur AfD-Chefin Alice Weidel. Zu seinem 85. Geburtstag lud er diese, so berichtete es der „Spiegel“, beispielsweise zu seinem Fest ein. Und befürwortet nun offen eine Regierungsbeteiligung der AfD in Baden-Württemberg.

Neben Müllermilch gehören auch Landliebe, Weihenstephan oder Fisch vom Fastfood-Anbieter Nordsee zum Müller-Imperium. Dabei fing alles klein an: Theobald Alfons Müller, Jahrgang 1940, übernahm die kleine Familien-Molkerei im Schwäbischen Aretsried von seinem Vater. Damals, Anfang der 70er-Jahre, mit nur wenigen Mitarbeitern. Nur knapp 30 Jahre später hatte Theo Müller die Unternehmensgruppe zum viertgrößten milchverarbeitenden Unternehmen in Deutschland gemacht. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit heute rund 35.000 Mitarbeiter und konnte 2025 einen Umsatz von 10,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Müller gehört zu den reichsten Deutschen. Laut dem „Forbes“-Magazin ist er gut zehn Milliarden US-Dollar schwer.

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Müller zog mit Familie und Firma in die Schweiz – und kritisierte „Steuer-Irrsinn“

Geld, das der Unternehmer gern zusammenhält. 2003 zog Müller mit Familie und Firma an den Zürichsee in der Schweiz, um der deutschen Erbschaftsteuer zu entkommen. Er sagte damals, im Fall der Übertragung des Unternehmens an seine Kinder würde eine dreistellige Euro-Millionensumme an Steuern fällig. Dies würde die Existenz der Firma gefährden. Mit seinem Weggang aus Deutschland wolle er „auch den enormen Kollateralschaden thematisieren, den dieser Steuer-Irrsinn mit sich bringt“, erklärte er damals dem „Spiegel“. Daraufhin wurde er unter anderem vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder harsch kritisiert.

Dennoch: Die Schweiz wurde zum neuen Müller-Zuhause. Das Land, in dem auch AfD-Chefin und Müller-Freundin Weidel ihren Wohnsitz hat. Und Müller regelmäßig besucht. „Sie wohnt in der Nähe und kommt öfters zu Besuch“, sagte Müller, selbst CSU-Mitglied, 2023 im Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Weidel sei für ihn „eine Freundin“. „Ich unterhalte mich gerne mit ihr“, betonte aber auch: „Ich bin kein AfD-Mitglied, und ich möchte keines werden.“ Vorausgegangen war diesem Interview ein Treffen mit Weidel in der französischen Urlaubsmetropole Cannes.

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Theo Müller: CDU könnte „auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen“

Und nun befürwortet Müller eine Koalition aus CDU und AfD in Baden-Württemberg. „Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden“, sagt der Unternehmer der Zeitung „Welt“. „Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen.“ Müllers Äußerung kommt kurz nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die am 8. März stattgefunden hatte. Müller äußerte sich im „Welt“-Gespräch auch positiv gegenüber dem AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier. „Was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert.“

Hintergründe zur AfD – für Sie recherchiert

Theo Müller hat insgesamt neun Kinder und ist seit 2023 in zweiter Ehe mit einer Unternehmerin verheiratet. Mit seinem Leben in der Schweiz scheint er dennoch etwas zu hadern. So sagte er 2023 im „NZZ“-Interview, er habe dort keine Freunde gefunden, und bezeichnete sich selbst als Immigrant.