Im Zuge des Iran-Kriegs sind die Preise für Erdöl und -gas stark gestiegen. Das macht sich hierzulande an der Zapfsäule und auf der Stromrechnung bemerkbar. Die Rufe nach staatlicher Entlastung werden lauter – und erhört. Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) lädt zum Energiepreis-Gipfel ein. Doch schon jetzt ist klar: Wer E-Auto oder Wärmepumpe nutzt, kommt günstiger durch die aktuelle Energiepreis-Krise. Wird die am Ende ein Transformations-Booster für erneuerbare Energien? Wir haben nachgefragt.

Der Iran-Krieg hat die Kosten für fossile Energieträger wie Öl und Gas wegen der Sperrung der Straße von Hormus massiv steigen lassen. Wie das Statistische Bundesamt jetzt mitteilte, lagen die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe diesen März um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das sei der erste Preisanstieg für Energie im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Dezember 2023.

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An der Spitze lagen die jahresbezogenen Preissteigerungen für leichtes Heizöl (+44,4 Prozent) und Kraftstoffe (+20,0 Prozent). Literpreise von mehr als zwei Euro sind seit Wochen die Regel an Deutschlands Tankstellen. Daran hat bisher auch die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel nichts geändert, die Tankstellen Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erlaubt. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden zuletzt deutlich verteuert, blieben aber noch unter den hohen Vorjahreswerten. 

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Kein Wunder also, dass fossile Energieträger immer unbeliebter werden. Das zeigt eine Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag dieser Redaktion durchgeführt hat. Demnach gaben mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) an, dass es aufgrund aktuell steigender Ölpreise unwahrscheinlicher geworden ist, sich beim Kauf einer neuen Heizung für eine Ölheizung zu entscheiden. Nur 7 Prozent gaben an, wahrscheinlich noch eine neue Ölheizung kaufen zu wollen. 24 Prozent waren unentschieden.

Im Umkehrschluss gab fast jeder Zweite (45 Prozent) an, sich wahrscheinlich für eine Wärmepumpe entscheiden zu wollen, wenn der Kauf einer neuen Heizungsanlage ansteht. 26 Prozent hielten das hingegen für unwahrscheinlich, 29 Prozent sind unentschieden.

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Mit dem Gedanken, sich nun ein E-Auto zulegen zu wollen, um den hohen Spritpreisen entgehen zu können, spielt fast die Hälfte der Befragten. 45 Prozent gaben demnach an, dass sie sich beim nächsten Autokauf für ein elektrisches entscheiden werden. 29 Prozent halten das jedoch für unwahrscheinlich, während sich 26 Prozent noch nicht entschieden haben.

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Wegen steigender Preise für Stromkosten den Anbieter wechseln zu wollen, um günstigere Neukunden-Konditionen zu erhalten, planen die Befragten aktuell jedoch nicht. Nur knapp ein Viertel (23 Prozent) der Befragten sagten, sie wollen nun den Stromanbieter wechseln. Der Großteil (60 Prozent) will hingegen beim aktuellen Anbieter bleiben. 17 Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

Für die Umfrage hat Civey zwischen dem 25. März und dem 1. April rund 2500 Immobilienbesitzende sowie 2500 Personen, die im Haushalt für die Wahl des Stromanbieters zuständig sind, online befragt.