Selfmade-Milliardär, Konzernchef, Weinliebhaber – und jetzt auch Überlebender eines Flugzeugabsturzes: Sandro Veronesi, Gründer des italienischen Mischkonzerns Onverse, zu dem auch die bekannten Bekleidungsmarken Calzedonia und Intimissmi gehören, hat sich auf offenbar spektakuläre Weise bei dem Absturz seines Fluggeräts vor dem Schlimmsten bewahrt.

Passiert sein soll der Vorfall schon am Freitag vergangener Woche, wie die regionale, französische Tageszeitung „Sud Ouest“ berichtet. Demnach sei Veronesi mit seiner Maschine gut 1500 Meter über der Gemeinde Labastide-Villefranche in Schwierigkeiten gekommen, habe an Höhe verloren. Eine Spezialeinheit der Gendarmerie habe den Flieger im Sturzflug vom Himmel fallen sehen, hieß es.

Calzedonia: Gründer liegt leicht verletzt im Gras – neben der Maschine

Alarmierte Einsatzkräfte trafen den Italiener dann wenig später auf einem kleinen Feld nahe des 350-Einwohner-Dorfes an: Veronesi und sein Begleiter sollen neben dem Cockpit im Gras gelegen haben. Beide hätten nur leichte Verletzungen davon getragen.

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Glimpflich ist der Crash wohl nur ausgegangen, weil der Unternehmer während des Absturzes geistesgegenwärtig einen Fallschirm am Flugzeug ausgelöst habe und dieser die Aufprallgeschwindigkeit enorm habe abbremsen können, so der Bericht. Auf einem Foto ist zu sehen, wie die blau-weiße Cessna nahezu unbeschädigt auf einem Feld steht, der weiß-orangene Fallschirm liegt davor.

Calzedonia: Der Konzern ist in 55 Ländern aktiv

Veronesi gilt als Flugzeugliebhaber und ist einer der reichsten Männer Italiens. „Forbes“ schätzt sein Privatvermögen auf knapp zwei Milliarden Euro. Der mittlerweile 66-Jährige hatte die Strumpfwarenmarke Calzedonia 1986 gegründet, mittlerweile ist das Geschäft des Konzerns, der heute Onverse heißt, stark gewachsen. Derzeit gibt es mehr als 5700 Läden in 55 Ländern auf der Welt. Das Unternehmen ist Arbeitgeber für mehr als 45.000 Menschen.

Calzedonia Underwear - Store in Pesaro, Italien. Calzedonia ist ein international tätiges italienisches Unternehmen aus
Die Modermarke Calzedonia ist auch in Deutschland aktiv.© imago/Manfred Segerer | IMAGO stock

Zuletzt erzielte Oniverse einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil wird dabei von Calzedonia, der Unterwäschemarke Intimissimi und der Modekette Tezenis erwirtschaftet. Insgesamt gehören zum Oniverse-Universum 15 Marken. Zuletzt schloss das Unternehmen aber mehr Filialen, als es neu eröffnete: Laut „Textilwirtschaft“ gab man netto 194 Stores auf. Davon hätten sich 46 in Italien und 148 im Ausland befunden. Dennoch gelang trotz des Konsolidierungskurses ein leichtes Umsatzwachstum. Zahlen zur Profitabilität legt Oniverse, das nicht börsennotiert ist, nicht offen.

Calzedonia: Mit neuen Geschäftsfeldern stellt der Gründer seine Firma breiter auf

Gründer Sandro Veronesi arbeitet aber schon seit jeher daran, sein Unternehmen breiter aufzustellen. Während er sich anfangs auf Strumpfwaren, Bademode, Leggings und Socken für Damen konzentrierte, vergrößert er mittlerweile auch für Männer das Angebot. Die Marke Antonio Marras ist ein Versuch, im Luxussegment mitzuspielen. Darüber hinaus wagt sich der Konzern in weitere Geschäftsfelder vor.

Bei Jachten konzentriert man sich mit der Firma Cantiere del Pardo auf den Bau von Segel- und Motorschiffen. Im Wein-Business ist Oniverse mit der Kette Signorvino tätig. Die Enothek gibt es mittlerweile an 42 Standorten, vor allem in Italien. Weiterhin kauft der Konzern auch Weinkellereien auf. Auch mit Hotels verdient Oniverse Geld. Unter anderem ein Haus am italienischen Gardasee gehört zur Firmengruppe, die aus Verona stammt.

Veronesi ist mit Nadia Grassi, der Tochter eines seiner früheren Geschäftspartner, verheiratet. Grassi gehören gut 15 Prozent von Oniverse. Beide sollen eine skandalfreie Ehe führen.