Es sind bittere Zeiten für die deutschen Automobilkonzerne. Allein bei Volkswagen sollen nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume bis 2030 weltweit 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Mehr als 37.000 Beschäftigte hätten bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Bis zum Jahresende sollten rund 27.000 Beschäftigte ausgeschieden sein, sagte Blume am Montag in einem Interview im Volkswagen-Intranet.

Düster ist es auch um die Zukunft des VW-Werks im niedersächsischen Osnabrück bestellt. Dort endet kommendes Jahr die Produktion des T-Roc Cabriolets. Danach gibt es für die 2300 Beschäftigten kaum noch Perspektiven. Hoffnung keimte zuletzt auf, als der israelische Rüstungskonzern Rafael erwog, in Osnabrück Komponenten für das Flugabwehrsystem „Iron Dome“ bauen zu lassen. Sogar eine Absichtserklärung zum Kauf des Werks wurde nach Angaben von VW bereits unterzeichnet.

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Katarischer Staatsfonds legt Veto gegen Vereinbarung mit Rafael ein

Doch daraus scheint nun doch nichts zu werden, wie mehrere Medien berichten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) Einwände gegen den Einstieg der Israelis erhoben. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, habe QIA ein Veto gegen die Vereinbarung mit Rafael eingelegt. QIA hält 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des Aktienkapitals von Volkswagen und ist nach Porsche und dem Land Niedersachsen der drittgrößte Anteilseigner des Konzerns. QIA-CEO Mohammed Saif Al-Sowaidi sitzt im VW-Aufsichtsrat.

Israel: Major Advancement in Iron Dome
Das Flugabwehrsystem „Iron Dome“ schützt Israel vor allem vor Angriffen aus dem Iran (Archivbild).© IMAGO/ZUMA Press Wire | IMAGO stock

Rafael will nun wohl Raketen in Indien bauen lassen

Hintergrund des Widerstands aus Doha sind vermutlich die schwierigen politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Israel wirft Katar vor, den politischen Flügel der radikalislamischen Hamas über Jahrzehnte finanziell unterstützt zu haben. 2,1 Milliarden US-Dollar sollen laut Berichten aus Katar in den Gazastreifen geflossen sein. Die Hamas unterhält seit 2012 ein politisches Büro in Doha. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte sich Katar immer wieder als Vermittler zwischen den Parteien positioniert, diese Rolle aber wiederholt auch wieder aufgegeben.

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Wie mehrere Medien, unter anderem der indische Sender NDTV, berichten, soll Rafael inzwischen seine Pläne in Osnabrück ad acta gelegt und Indien als Produktionsstandort ausgewählt haben. Dort könnte eine Produktionslinie für Abfangraketen vom Typ Tamir entstehen. Für beide Länder wäre die Kooperation der nächste logische Schritt einer strategischen Partnerschaft, die Indiens Premierminister Narendra Modi und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu diesen Februar bei einem Treffen in Jerusalem vereinbart hatten. Indien wäre das erste asiatische Land außerhalb Israels, das Iron-Dome-Raketen produziert. Rafael baut seit 2024 bereits Tamir-Raketen im US-Bundesstaat Arkansas und kooperiert dort mit dem US-Unternehmen Raytheon.

tok