Des einen Freud, des anderen Leid. Der trockene und warme – oder in Teilen gar heiße – Sommer in diesem Jahr lässt die Betreiber von Freizeitbädern und die Anbieter von Speiseeis frohlocken.
Thüringens Landwirten dagegen treiben die Temperaturen aus dem Juni noch heute die Sorgenfalten auf die Stirn. Für sie kamen die 40 Grad zur Unzeit. Nicht nur, dass die Weizenerträge unter dem langjährigen Durchschnitt zurückblieben, vom besonders ertragreichen Jahr 2025 ganz zu schweigen, auch die Qualität des Getreides hat gelitten. Er brauche deutlich mehr Weizen für eine Tonne gutes Mehl als in anderen Jahren, räumte Müllermeister Konrad Zitzmann in seinem Familienbetrieb ein.
Auch interessant
Kein leichtes Unterfangen für alle Beteiligten angesichts einer Getreideernte, die um rund 300.000 Tonnen geringer ausfiel als im zurückliegenden Jahr. Die gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Thüringen: Brot und Brötchen werden nicht spürbar teurer durch die geringeren Erntemengen.
Auch interessant
Die Preise regle der globale Markt, bestätigt der Bauernverbandspräsident des Freistaates. Doch für die Landwirte ist das zugleich ein Alarmsignal. Sie können die deutlich gestiegenen Kosten für den Agrardiesel oder für Düngemittel, die knapp geworden sind, weil sie zu einem erheblichen Teil in der Straße von Hormus festsitzen, nicht an ihre Kunden weitergeben.
Die Liquidität der Betriebe schmelze wie Butter in der Sonne, hatte Bauernverbandschef Klaus Wagner schon im Frühjahr gewarnt. Die Politik ist gut beraten zu reagieren, denn die Bauern sichern die Versorgung der Bevölkerung und machen sie unabhängig von Importen.






