Klimawandel

Unternehmer Otto: Klimapaket der Bundesregierung ist mutlos

Hamburg.  Der Unternehmer Michael Otto übt scharfe Kritik und fordert einen deutlich höheren CO2-Preis. Er hat eine Idee für eine Kompensation.

Der Hamburger Unternehmer Michael Otto fordert einen „Abschied von der Wegwerfgesellschaft“.

Der Hamburger Unternehmer Michael Otto fordert einen „Abschied von der Wegwerfgesellschaft“.

Foto: Georg Wendt / dpa

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Der Versandhaus-Unternehmer und Aufsichtsratschef der Otto Group (13,4 Milliarden Euro Umsatz, 52.500 Mitarbeiter), Michael Otto, hat scharfe Kritik an dem kürzlich von der Bundesregierung vorgestellten Klimapaket geübt.

Auf die Frage, welche Schulnote er den angekündigten Maßnahmen gegen den Klimawandel geben würde, sagte der Unternehmer unserer Redaktion: „Freundlich gesagt eine 4 minus. Denn es finden sich in der Vorlage neben der zu niedrigen CO2-Bepreisung auch viele äußerst schwammige Formulierungen.“ Die Politik hätte sehr viel mutiger sein können, so Otto.

Michael Otto ist Mitglied im Club of Rome

Die von der Regierung vorgeschlagenen zehn Euro pro Tonne CO2 seien wirkungslos. Otto favorisiert eine Bandbreite für die CO2-Bepreisung von 35 bis 70 Euro. „Der genaue Preis wäre in diesem Fall von der aktuellen Konjunktur abhängig. Läuft die Wirtschaft gut, würde der Preis steigen. Läuft die Wirtschaft schlechter, würde er sinken“, so der 76-jährige, der sich schon lange für Klimaschutz engagiert und seit wenigen Wochen auch Mitglied im renommierten Club of Rome ist - dieser Thinkthank fordert mehr Urlaub und weniger Kinder.

Zudem sollten die Preise aus seiner Sicht zügig steigen. „Wir müssten schnell auf eine Bandbreite von 70 bis 120 Euro kommen“, so Otto weiter.

Bürgergeld soll im Kampf gegen den Klimawandel helfen

Als Ausgleich für die Zusatzkosten, die auf die Menschen durch die CO2-Bepreisung zukommen, favorisiert Otto ein Bürgergeld, das jeder in gleicher Höhe vom Staat bekommen sollte – egal ob Millionär oder Hartz-IV-Empfänger. Zugleich verlangt Otto den „Abschied von der Wegwerfgesellschaft“ in Deutschland. „Produkte müssen nachhaltig produziert und das Recycling muss deutlich besser werden.“

Auch müssten die Produkte einfacher repariert werden können. „Es ist nicht akzeptabel, dass man ein komplettes Smartphone wegwerfen muss, wenn der Akku defekt ist, nur weil man diesen nicht austauschen kann.“

Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass Sprit teurer und ICE-Tickets günstiger werden.

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