Weltbank

Weltbankpräsident wegen Klima-Äußerungen unter Druck

| Lesedauer: 2 Minuten
Weltbank-Präsident David Malpass steht wegen einiger Äußerungen unter Druck.

Weltbank-Präsident David Malpass steht wegen einiger Äußerungen unter Druck.

Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Washington  Seit 2019 ist David Malpass Chef der Weltbank, Ex-US-Präsident Donald Trump hatte ihn vorgeschlagen. Nun wird ihm vorgeworfen, die Klimakrise zu leugnen.

Weltbankpräsident David Malpass steht wegen Äußerungen zur Klimapolitik unter Druck.

«Wir sind mit den Äußerungen von Präsident Malpass nicht einverstanden», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, am Freitag (Ortszeit) in Washington. Der US-amerikanische Ökonom Malpass war am Dienstag bei einer Veranstaltung der Zeitung «New York Times» mehrfach mit dem Vorwurf konfrontiert worden, er sei ein Leugner der Klimakrise, und war Nachfragen ausgewichen, ob die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur globalen Erwärmung beitrage. Stattdessen hatte Malpass gesagt: «Ich bin kein Wissenschaftler.» Das brachte ihm viel Kritik ein.

USA erwarten Führungsrolle der Weltbank in Klimakrise

Jean-Pierre sagte, die US-Regierung erwarte von der Weltbank, dass sie eine Führungsrolle bei Klimazielen einnehme. «Das Finanzministerium, das unser Engagement bei internationalen Finanzinstitutionen beaufsichtigt, hat diese Erwartung gegenüber der Führung der Weltbank deutlich gemacht und wird dies auch weiterhin tun.» Auf die Frage nach einer möglichen Abberufung von Malpass ging sie nicht konkret ein, betonte aber, Entscheidungen dieser Art erforderten generell eine Mehrheit unter den Anteilseignern.

In einem Interview mit dem Nachrichtenportal «Politico» bemühte sich Malpass am Freitag um Schadensbegrenzung und sagte, er bedauere seine Wortwahl. «Das war ein schlecht gewählter Satz.» Auf die Frage, ob er die Klimakrise leugne, hätte er mit «Nein» antworten sollen, sagte Malpass weiter. Zugleich machte er klar, er werde nicht zurücktreten.

Malpass 2019 von Ex-Präsident Trump vorgeschlagen

Malpass war 2019 in der Amtszeit des früheren US-Präsidenten Donald Trump auf dessen Vorschlag hin ins Amt gekommen. Er wurde für fünf Jahre berufen. Trump hat in der Vergangenheit wiederholt daran gezweifelt, ob der Klimawandel menschengemacht sei - solche Zweifel sind wissenschaftlich klar widerlegt. Der Republikaner hatte die USA während seiner Amtszeit aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen. Sein Nachfolger Joe Biden von den Demokraten hatte den Schritt nach seinem Amtsantritt umgehend rückgängig gemacht und die USA wieder zurück in das Abkommen geführt. Biden hat den Kampf gegen den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt.

© dpa-infocom, dpa:220924-99-878507/2 (dpa)