Dass Natur und Technik oft ähnliche Lösungen besitzen, zeigt der Vergleich von elektrischen Organen einiger Fischarten mit galvanischen Elementen, also elektrischen Batterien.

Starke Stromschläge basieren auf natürlichen Mitteln

So gibt es Fischarten, aber auch das Schnabeltier, welche in der Lage sind, elektrische Felder wahrzunehmen. Bei einigen Fischarten hat man festgestellt, dass sie auch elektrische Felder erzeugen können. Zu ihnen gehören beispielsweise Zitterrochen, Zitteraal und Zitterwels. Der sogenannte elektrische Sinn dient ihnen zur Orientierung und zum Beutefang. Die Fähigkeit, elektrische Felder mit speziellen Rezeptoren wahrzunehmen, wird passive elektrische Orientierung genannt. Die ist wichtig beim Beutefang, denn die Beutetiere erzeugen bei der Fortbewegung durch ihre Muskelaktivität elektrische Felder, die ihre Anwesenheit verraten. Und da gibt es noch die Fähigkeit, mithilfe elektrischer Organe schwache oder starke elektrische Ladungen zu erzeugen und diese an die Umgebung abzugeben. Diese nennt man aktive elektrische Orientierung. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Salz- und auch Süßwasser elektrischen Strom leiten.

Natürlich leitet Salzwasser den elektrischen Strom viel besser als Süßwasser, da letzteres nur einen geringen Salzanteil besitzt. Im Süßwasser lebende elektrische Fische müssen daher beim Beutefang hohe elektrische Spannungen erzeugen, um wirksame elektrische Schläge zu erteilen. Dazu gehört beispielsweise der Zitteraal, der zu den stark elektrischen Fischen gehört. Er ist ein regelrechter lebender „Elektroschocker“. Er verfügt über elektrische Organe, die man als „natürliche Batterien“ bezeichnen kann. Diese Organe entstanden aus umgebildetem Muskel- und Nervengewebe. Die natürlichen Batterien werden aus vielen gallertartigen Plättchen gebildet, die eine Säule bilden.

Der Fisch verfügt über ein beidseitiges „Elektrizitätswerk“

Diese sieht aus wie Münzen, die in einer Geldrolle aufeinandergeschichtet wurden. Jedes Plättchen erzeugt eine Spannung von circa 0,1 Volt und hat wie jede Batterie zwei Pole. So verfügt der Zitteraal über circa 5000 solcher Plättchen, die sich in den bis zu 60 Säulen des Elektroorgans auf beiden Seiten seines Körpers, dem „Elektrizitätswerk“ des Fisches, bilden. Jedes dieser Plättchen bildet eine elektrische Einheit, die eine geringe Spannung erzeugt. Von Plättchen zu Plättchen wächst die Spannung an und erreicht so insgesamt etwa 500 Volt.

Auch hier zeigt sich wieder, dass vieles, was uns als bedeutende Erfindung in der Technik bekannt wurde, in der lebenden Natur schon längst „erfunden“ worden war.

M. Kleinrensing WP Hagen
Den Batterien ganz ähnlich: Der Zitteraal verfügt über elektrische Organe. Sie dienen ihm zur Orientierung und zum Beutefang.© WP | Michael Kleinrensing

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