Das Krippenspiel wurde vor 800 Jahren in Greccio erfunden

Das Tal des Velino-Flusses sieht aus wie in Watte gepackt. Dicker Winter-Nebel deckt die Felder und Bauernhöfe zu. Nur die Sabiner Berge ragen rundherum heraus. Sie säumen das weite Tal, das nördlich von Rom liegt, der Hauptstadt Italiens.

Jahrhundertealte Tradition: Auch in Thüringen - wie hier im vergangenen Jahr Laien-Schauspieler der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Erfurter Brühl - spielen Menschen die Weihnachtsgeschichte nach. Das Krippenspiel wurde im italienischen Greccio erfunden. Foto: Holger John

Jahrhundertealte Tradition: Auch in Thüringen - wie hier im vergangenen Jahr Laien-Schauspieler der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Erfurter Brühl - spielen Menschen die Weihnachtsgeschichte nach. Das Krippenspiel wurde im italienischen Greccio erfunden. Foto: Holger John

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Greccio. Eine Gruppe bahnt sich auf schmalen Pfaden ihren Weg durch den Nebel - hinauf zu einem besonderen Heiligtum. Ihr Ziel ist das Kloster von Greccio. Es scheint über ihren Köpfen aus einem Felsen zu wachsen.

An diesem Ort wurde wohl vor fast 800 Jahren das Krippenspiel erfunden: Menschen aus dem Dorf Greccio und Umgebung spielten die Weihnachtsgeschichte nach. Zum ersten Mal überhaupt soll so ein Krippenspiel aufgeführt worden sein, wird erzählt. Geleitet wurde es von Franz von Assisi, einem Mönch. Manchmal wird er auch Franziskus genannt.

Das Ganze geschah etwa Mitte Dezember im Jahr 1223. Franziskus besuchte bei Greccio Mönche seines Ordens. Damals gab es hier noch kein Kloster. Die Franziskaner-Mönche bewohnten kleine Felsenhöhlen inmitten von himmelhohen Wäldern.

Weil es kurz vor Weihnachten war, hatte Franziskus eine Idee: Er wollte den Menschen in der Umgebung die Geschichte von Jesus‘ Geburt nahebringen. Die Weihnachtsgeschichte sollte aber nicht einfach nur erzählt werden. Franz von Assisi wollte, dass jeder mit eigenen Augen sehen konnte, was damals in Bethlehem geschah. Die Menschen sollten mitspielen in dieser Geschichte.

Am 24. Dezember war es so weit. Es heißt, dass aus den umliegenden Klöstern Franziskaner herbeikamen. Männer und Frauen aus Greccio brachten Fackeln und Kerzen mit. In einer der Felsgrotten stand die Krippe, gefüllt mit Stroh. Das Jesus-Kind war eine Puppe aus Wachs, bewacht von einem Ochsen und einem Esel. Franziskus feierte mit allen. Im ganzen Wald sollen ihre Lieder zu hören gewesen sein.

Seitdem gilt Franz von Assisi als der Erfinder des Krippenspiels, wie wir es heute kennen. Eine Legende erzählt übrigens, dass das Stroh, auf dem die Jesus-Figur gebettet war, an kranke Tiere verteilt wurde. Und alle Pferde, Esel oder Kühe, die davon fraßen, wurden gesund.

Auch heute noch spielen die Bewohner von Greccio die Aufführung von Franziskus nach - jedes Jahr zu Weihnachten und am Dreikönigstag. Auch deshalb wandern Menschen aus vielen Ländern nach Greccio.

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