Wie retten wir die Welt? – Krasse Frage, oder? Wen diese Herausforderung direkt überfordert, dem sei gesagt: Du bist nicht allein. Die Erde brennt an allen Ecken und die Frage nach der Rettung klingt eher nach einem Marathon als nach einem Sprint. Aber wegschauen? Keine Option. Das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen hat sich genau diese Mammutaufgabe auf die Fahnen geschrieben – und einen cleveren Ansatz gefunden: Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz: BNE). Mit diesem Siegel werden Einrichtungen und Projekte ausgezeichnet, die auf Nachhaltigkeit setzen und Menschen befähigen, aktiv etwas zu verändern.

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt überzeugt

Wie das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen mitteilt, gehören seit der letzten Qualifizierungsrunde 13 Einrichtungen zu diesem exklusiven Kreis. Darunter das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt, das nicht nur eine Geschichtsreise durch das Gärtnerhandwerk bietet, sondern auch Antworten auf drängende ökologische Fragen der Gegenwart. Spannend dabei: Das Museum zeigt, wie Gartenbau und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen können.

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Heute ein Tomatenstrauch im Garten, morgen eine grünere Stadt: Das Deutsche Gartenbaumuseum versteht Gartenbau als weitaus mehr als das bloße sähen von Pflanzen. Hier werden Zusammenhänge zwischen Ressourcenschonung, Biodiversität und Lebensqualität geschaffen. Besucher:innen erleben buchstäblich, wie Grünflächen die Städte lebenswerter machen. Laut des Museums gehorcht Bildung hier klar dem Prinzip „Begreifen ist besser als nur Wissen“ – es wird direkt angepackt.

Erfurt zeigt Lösungswege für ökologische Fragen 

Das BNE-Siegel untermauert die Selbstverpflichtung des Museums, Bildung und Nachhaltigkeit praktisch anwendbar zu machen. Ob Ernährungssicherheit oder ökologisch verträglicher Konsum, in den Ausstellungen und Bildungsprogrammen gibt es Antworten zu drängenden Alltagsthemen. Der Ansatz ist klar: Eingreifen statt zuschauen.

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Deshalb geht auch die aktuelle Ausstellung des Museums ans Eingemachte. Das Chernobyl Herbarium, eine Zusammenarbeit der französischen Künstlerin Anaïs Tondeur mit Wissenschaftlern wie dem Philosophen Michael Marder und dem Biogenetiker Martin Hajduch, verbindet Kunst und Wissenschaft auf erschütternde Weise.

Strahlen der Erinnerung: Die Chernobyl Herbarium Ausstellung

In 39 Rayogrammen (Fotografische Abzüge) hält sie die Jahr für Jahr spürbaren Auswirkungen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl visuell fest. Das Besondere: Diese Bilder entstehen durch die direkte Belichtung radioaktiv kontaminierter Pflanzen aus der Sperrzone. Diese Pflanzen stehen nicht nur für die Folgen von Atomkraft, sondern erzählen die Geschichte einer Natur, die sich an die Strahlung anpassen musste.

Wie Bildung und Nachhaltigkeit im Erfurter Gartenbaumuseum verknüpft werden 

Im Deutschen Gartenbaumuseum treffen diese eindringlichen Rayogramme auf das Ausstellungskonzept einer nachhaltigen Entwicklungsarbeit. Die Ausstellung sensibilisiert für den Umgang mit Atomkraft und fragt: Was hinterlassen wir kommenden Generationen? Das Museum macht klar: Bildung ist der Schlüssel, um globale Themen wie Ressourcenknappheit und Umweltrisiken zu analysieren – und in Aktionen umzuwandeln.

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Mit dem BNE-Siegel setzen Museen wie das Deutsche Gartenbaumuseum ein klares Statement: Nachhaltigkeit ist nicht nur Sache einzelner Umweltschützer:innen, sondern gehört mitten in die Gesellschaft – in den Alltag, in die Bildung. Durch das Zertifikatsprogramm und die Kooperation mit anderen Einrichtungen gewinnt das Museum neue Perspektiven und baut Brücken zwischen Geschichte und dem Jetzt. Es geht eben nicht nur darum, Pflanzen zu bewundern, sondern Nachhaltigkeit zu begreifen, anzuwenden und weiterzudenken.

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Warum das BNE-Siegel für Thüringen wichtig ist

Am Ende ist das BNE-Siegel mehr als ein Titel: Es ist ein Versprechen, aktiv an einer umweltverträglichen und gerechten Zukunft mitzuwirken. Das Gartenbaumuseum in Erfurt zeigt dabei eindrucksvoll, dass es nicht vor großen Fragen kapituliert, sondern in seinem Rahmen Veränderung nachhaltig macht.

Ausstellung Chernobyl Herbarium: von 26. April bis 21. Juni 2026 | Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr | Gartenbaumuseum auf der ega | Cyriaksburg in Erfurt