Corona-Pandemie

Biontech-Impfstoff: Nebenwirkungen, Wirksamkeit – Alle Infos

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Eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird vorbereitet.

Eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird vorbereitet.

Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin.  Das Vakzin von Biontech und Pfizer war der erste in der EU zugelassene Corona-Impfstoff. Alle Infos zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen.

  • Der Impfstoff der Firma Biontech war das erste Corona-Vakzin, das in der EU zugelassen wurde
  • "Comirnaty" – so der Name des Mittels – hat meist nur geringe Nebenwirkungen und gilt als besonders sicher
  • Lesen Sie hier alles, was Sie zu dem mRNA-Impfstoff wissen müssen

Der Corona-Impfstoff des deutsch-amerikanischen Pharmaunternehmens Biontech/Pfizer war eines der ersten Vakzine, das im Kampf gegen die Corona-Pandemie zugelassen und eingesetzt wurde. Wegen der hohen Wirksamkeit und der eher geringen Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen gilt der Wirkstoff mit dem Namen "Comirnaty" als besonders sicher. Mehr zum Thema: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Corona-Impfstoffen und der Impfung

Das Vakzin von Biontech/Pfizer gehört, ebenso wie das Präparat von Moderna, zu den mRNA-Impfstoffen. Lesen Sie hier alles über Wirkung, Nebenwirkungen, Zweitimpfungen und allen weiteren Infos.

Biontech: Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff?

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer hat nach aktuellem Kenntnisstand eine Wirksamkeit von etwa 95 Prozent. Dabei ist allerdings zu beachten, dass ein vollständiger Schutz erst nach der zweiten Impfung gegeben ist. Allerdings nicht sofort, sondern nach rund sieben Tagen. Bei Geimpften besteht dann eine um etwa 95 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, sich mit Corona anzustecken, als bei nicht geimpften Personen.

Wann lässt der Impfschutz der Biontech-Impfung nach?

Wie lange der Corona-Impfstoff von Biontech zuverlässig vor einer Infektion schützt, ist noch nicht endgültig erforscht. Fest steht aber, dass der Impfschutz – wie bei den meisten Vakzinen – nach einiger Zeit nachlässt. Zuletzt äußerte sich Biontech-Gründer Uğur Şahin zur nachlassenden Wirkung des Impfstoffs.

Biontech: Wann ist eine dritte Impfung möglich?

Studien zeigen, dass eine dritte Impfung den Schutz vor einer Corona-Infektion deutlich erhöht. Das gilt auch für Menschen, die mit dem Vakzin von Biontech geimpft wurden. Grundsätzlich ist die Auffrischung aktuell frühestens sechs Monate nach der vollständigen Immunisierung möglich. Lesen Sie auch: Booster-Impfung – Für wen die Auffrischung schon früher möglich ist

Uneinigkeit gibt es derzeit noch bei der Frage, wer eine Booster-Impfung erhalten sollte. Während die Ständige Impfkommission (Stiko) sie aktuell nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, will das Gesundheitsministerium die Auffrischung für alle Menschen ermöglichen.

Booster: Welchen Impfstoff erhält man nach einer Zweitimpfung mit Biontech?

Studien haben gezeigt, dass bei einer Booster-Impfung eine sogenannte Kreuzimpfung besonders wirksam ist. Menschen, die bei den ersten beiden Impfungen mit Biontech immunisiert wurden, sollten bei der Auffrischung daher das Vakzin von Moderna erhalten. Gleiches gilt auch, wenn bei der Grundimmunisierung die Mittel von Astrazeneca und Biontech kombiniert wurden.

Welche Nebenwirkungen können beim Biontech-Impfstoff auftreten?

Wie bei jeder Impfung gibt es auch bei dem Vakzin von Biontech/Pfizer mögliche Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Grippeähnliche Symptome
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber (selten)
  • Müdigkeit
  • Allergische Reaktion/anaphylaktischer Schock (sehr selten)

Die unerwünschten Reaktionen können sowohl bei der Erst-, verstärkt aber bei der Zweitimpfung auftreten. Anzeichen dafür, dass es bei der Booster-Impfung häufiger zu Nebenwirkungen kommt, gibt es bisher nicht. Lesen Sie auch: Corona-Impfung – So häufig sind Nebenwirkungen

Wie lange halten die Nebenwirkungen an?

Mögliche Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Injektion auf und halten wenige Tage an. Allergische Reaktion können unmittelbar nach der Impfung auftreten, weshalb Geimpfte nach Verabreichung des Vakzins eine halbe Stunde unter Beobachtung im Impfzentrum oder beim Arzt bleiben müssen. Halten Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen. Langzeitfolgen sind nach einer Impfung nahezu ausgeschlossen.

Bionech: Können Geimpfte das Virus weiter übertragen?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht aktuell davon aus, dass Geimpfte das Virus weiterhin übertragen können. Die Viruslast ist bei Personen, die sich trotz Corona-Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, aber stark reduziert, ebenso wie die Virusausscheidung. Das heißt, dass das Risiko einer Übertragung stark vermindert, aber trotzdem vorhanden ist. Daher sollten sich auch Geimpfte an die geltenden Hygiene-Regeln halten.

Sind die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gleichwertig?

Die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer beruhen auf der mRNA-Technologie. Beide haben eine ähnlich gute Wirksamkeit - Moderna liegt mit 94,1 Prozent nur etwas niedriger als Biontech mit 95 Prozent. Auch die Nebenwirkungen sind vergleichbar. Lesen Sie hier: So funktionieren mRNA-Impfstoffe

Wer bekommt den Impfstoff von Biontech?

Während der Impfstoff zu Beginn der Impfkampagne knapp war, ist er nun in ausreichendem Maß verfügbar. Eine Priorisierung bei den Impfungen gibt es daher nicht mehr. Grundsätzlich kann daher jeder selbst entscheiden, mit welchem Vakzin er geimpft werden möchte. Allerdings sind nicht in allen Praxen alle Mittel vorrätig.

Wie ist der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt zwischen der ersten und zweiten Impfung mit mRNA-Wirkstoffen einen Abstand von drei bis sechs Wochen. Anfangs war der Zeitraum kürzer, wurde allerdings verlängert, da nach längerer Zeit eine bessere Schutzwirkung zu beobachten ist.

Löst der Biontech-Impfstoff Thrombosen aus?

Bei mRNA-Impfstoffen besteht ein Thrombose-Risiko. Das ist allerdings geringer als bei Vektor-Impfstoffen wie Astrazeneca. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) schreibt in einem Sicherheitsbericht, dass von 42 untersuchten Sinusvenenthrombosen-Fällen nach Corona-Impfungen sieben nach der Gabe des Biontech-Präparates aufgetreten seien. Die restlichen Fälle traten im Zusammenhang mit Astrazeneca auf. Insgesamt ist die Gefahr einer Thrombose nach einer Biontech-Impfung sehr gering und der Nutzen überwiegt deutlich.

Wirkt Biontech gegen Corona-Mutationen?

Laut Robert-Koch-Institut schützen alle in Deutschland verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die Virusmutationen. Generell lassen sich mRNA-Impfstoffe schnell und gut anpassen, sollten sie gegen vorherrschende Mutanten nicht wirksam sein.