Pandemie

Coronavirus: Die wichtigsten Informationen zur Impfung

| Lesedauer: 20 Minuten
Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze.

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Berlin.  Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson – Wie gut schützen die die Corona-Impfstoffe? Gibt es Nebenwirkungen? Alle Infos.

  • Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft
  • Für die Impfungen zugelassen sind in der EU die Corona-Vakzine der Firmen Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson
  • Wir haben die wichtigsten Fakten rund um die Impfungen für Sie zusammengefasst

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie fiel auch der Startschuss für den Wettlauf um die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen das Virus. Pharmaunternehmen entwickelten in Rekordtempo, die nach Studien und Testphasen ebenso schnell ihre Zulassungen erhielten.

In der EU zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson, weitere – etwa das Vakzin von Curevac – könnten folgen. Um sich bei der eigenen Corona-Impfung möglichst sicher zu vielen, wollen viele Menschen vorher alles über die Impfstoffe wissen. Wie gut wirken die Mittel? Und wie steht es eigentlich um die Nebenwirkungen? Alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Corona-Impfstoff.


Inhalte dieses Artikels:

  1. Welche Corona-Impfstoffe gibt es?
  2. Welchen Impfstoff erhalte ich – kann ich ihn mir aussuchen?
  3. Corona-Impfung: Wann werde ich geimpft?
  4. Wie lange schützt die Corona-Impfung?
  5. Wann sind Booster-Impfungen möglich?
  6. Wer erhält die Booster-Impfung?
  7. Was sind die Nebenwirkungen der dritten Impfung?
  8. Kann man trotz Impfung an Covid-19 erkranken?
  9. Wo kann ich mich impfen lassen?
  10. Wie erhalte ich einen Termin für die Corona-Impfung?
  11. Welche Unterlagen muss ich zu meinem Impftermin mitbringen?
  12. Wie wirksam ist eine Corona-Kreuzimpfung?
  13. Welche Regeln gelten für Corona-Geimpfte?
  14. Wo bekomme ich den digitalen Impfpass?
  15. Digitaler Impfpass: CovPass oder Corona-Warn-App?
  16. Wird es eine Corona-Impfpflicht geben?
  17. Sollten sich Schwangere impfen lassen?
  18. Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?
  19. Wie viel Zeit darf zwischen erster und zweiter Impfung liegen?
  20. Was sind die Nebenwirkungen der Impfstoffe?
  21. Wann treten Nebenwirkungen auf und wie lange halten sie an?
  22. Was hat es mit den Berichten über Herzmuskelentzündungen auf sich?
  23. Covid-Arm nach Corona-Impfung – Was ist damit gemeint?
  24. Ist man nach der Corona-Impfung immun?
  25. Greift der Impfschutz bereits nach der ersten Impfung?
  26. Ist man nach der Corona-Impfung ansteckend?
  27. Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?
  28. Darf ich nach der Corona-Impfung Alkohol trinken?
  29. Wirken die Impfstoffe gegen die Mutationen?
  30. Wie gut ist die Impfung von Biontech/Pfizer?
  31. Wie wirkt der Impfstoff von Moderna?
  32. Was muss man über Astrazeneca wissen?
  33. Wie wirkt der Impfstoff von Johnson & Johnson?
  34. Was ist der Impfstoff von Curevac?
  35. Welche weiteren Impfstoffe könnten bald zugelassen werden?
  36. Wie viel Abstand zwischen Grippe und Corona-Impfung?
  37. Was ist ein Totimpfstoff?

Welche Corona-Impfstoffe gibt es?

Mehrere Unternehmen haben angesichts der weltweiten Corona-Pandemie im Eiltempo Impfstoffe entwickelt – mit Erfolg. Vier Impfstoffe sind in der EU bereits zugelassen.

  • Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird in Deutschland seit Ende Dezember verimpft
  • Das Vakzin des US-Konzerns Moderna ist hierzulande seit Januar zugelassen
  • Astrazenecas Vektorimpfstoff ist in der EU seit Ende Januar zugelassen, wird allerdings kaum noch verimpft
  • Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson wurde in der EU als bisher letztes Corona-Vakzin zugelassen

Die Europäische Kommission hatte sich bereits vor den ersten Zulassungen von den Herstellern Impfdosen in Millionenhöhe gesichert. Auch mit der Tübinger Firma Curevac gibt es schon Verträge, eine Zulassung vor der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) gibt es bisher aber nicht. Lesen Sie auch: Sputnik V – Das ist der Corona-Impfstoff aus Russland

Welchen Impfstoff erhalte ich – kann ich ihn mir aussuchen?

Weil mittlerweile sogar mehr Impfstoff verfügbar ist, als benötigt wird, ist es teilweise möglich, sich auszusuchen, welches Vakzin man erhalten möchte. Das ist aber nicht immer der Fall. Denn nicht in allen Arztpraxen oder Impfzentren sind immer alle Mittel vorhanden. Zudem kommt der Impfstoff von Astrazeneca kaum noch zum Einsatz.

Corona-Impfung: Wann werde ich geimpft?

Da der Impfstoff zunächst knapp war, wurden in Deutschland zunächst besonders gefährdete Gruppen geimpft. Mittlerweile ist der Impfstoff-Mangel aber vorbei, sodass jeder, der möchte, geimpft werden kann. Termine können meist auch kurzfristig vergeben werden. Manchmal gibt es auch Impfaktionen, bei denen eine Impfung ohne vorherige Anmeldung möglich ist.

Wie lange schützt die Corona-Impfung?

Noch ist nicht endgültig klar, wie lange eine vollständige Corona-Impfung vor einer Ansteckung mit dem Virus schützt. Fest steht aber, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt. Zuletzt äußerte sich Biontech-Gründer Uğur Şahin zur Frage, wie lange das von ihm mitentwickelte Vakzin schützt.

Wann sind Booster-Impfungen möglich?

Wie bei den meisten Impfstoffen lässt auch bei den Corona-Vakzinen der dadurch hervorgerufene Schutz vor einer Infektion mit der Zeit nach. Deshalb ist nach einiger Zeit eine Auffrischungsimpfung, der sogenannte Booster, nötig. In den meisten Fällen ist dieser frühestens sechs Monate nach der vollständigen Immunisierung möglich. Doch es gibt auch Ausnahmen. Lesen Sie hier: Booster-Impfung – Für wen die Auffrischung schon früher möglich ist

Wer erhält die Booster-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät aktuell Menschen über 70 Jahren sowie Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen und Personal in medizinischen Einrichtungen zur Auffrischungsimpfung. Aber auch für alle anderen kann ein Booster sinnvoll sein. Das Bundesgesundheitsministerium will die Auffrischung daher für alle ermöglichen. Wer sich wann erneut impfen lassen sollte, erklären wir hier.

Was sind die Nebenwirkung der dritten Corona-Impfung?

Mit der Booster-Impfung soll die Zahl der Corona-Antikörper vergrößert werden. Die Datenlage zu möglichen Nebenwirkungen ist aktuell dünn – einer US-Umfrage zufolge führt eine dritte Impfung aber wohl nicht zu stärkeren Impfreaktionen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Kann man trotz Impfung an Covid-19 erkranken?

Obwohl Corona-Impfungen in den meisten Fällen vor einer Infektion mit dem Virus schützen, gibt es Impfdurchbrüche. Patientinnen und Patienten haben dabei mehrheitlich nur leichte Symptome. Zwar können bei Impfdurchbrüchen auch schwere Verläufe nicht ausgeschlossen werden, in über 86 Prozent der Fälle schützt eine Impfung aber vor einer Einweisung ins Krankenhaus. Auf Intensivstationen müssen geimpfte Patientinnen und Patienten noch seltener behandelt werden.

Auch aktuell werden auf den Intensivstationen vor allem Ungeimpfte wegen Corona behandelt. In Verbindung mit einer Corona-Infektion verstorben sind seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland rund 1000 Geimpfte. Insgesamt liegt die Zahl der Corona-Toten in Deutschland aktuell bei rund 96.700. Lesen Sie auch: So häufig sind Impfdurchbrüche

Corona: Wo kann ich mich impfen lassen?

Lange wurde vor allem in Impfzentren geimpft. Viele von ihnen wurden aber inzwischen geschlossen, die Impfungen werden nun vor allem von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Auch Betriebsärzte können mittlerweile impfen. Lesen Sie hier: Alle Informationen zur Corona-Impfung beim Hausarzt.

Mit Blick auf die Booster-Impfungen warnen die niedergelassenen Ärzte teilweise vor möglichem Chaos, weil das Gesundheitsministerium die Auffrischung für alle ermöglichen will, während die Ständige Impfkommission (Stiko) nur zur Impfung bestimmter Gruppen rät. Wer über eine Booster-Impfung nachdenkt, sollte sich dennoch zunächst an seinen Hausarzt oder seine Hausärztin wenden.

Wie erhalte ich einen Termin für die Corona-Impfung?

Seit Ende 2020 werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft – nach der vorgegebenen Reihenfolge der Bundesregierung. Mittlerweile ist diese Priorisierung aber aufgehoben und jeder kann sich impfen lassen. Einen Termin kann man direkt beim jeweiligen Arzt bzw. der jeweiligen Ärztin machen. Impfungen in Impfzentren sind kaum noch möglich, weil diese meist geschlossen wurden. Lesen Sie hier: So bekommt man einen Termin für die Corona-Impfung

Welche Unterlagen muss ich zu meinem Corona-Impftermin mitbringen?

Wer einen Impftermin hat, sollte sich bestmöglich auf diesen vorbereiten. Auch wenn die Regeln von Bundesland zu Bundesland leicht abweichen, gibt es gewisse Dokumente, die jeder zu seinem Termin mitbringen sollte. Welche Unterlagen Sie für die Impfung benötigen, lesen Sie hier.

Wie wirksam ist eine Corona-Kreuzimpfung?

Erst Astrazeneca, dann Biontech? Erste Studien dazu zeigen: Die Kombinationen der Impfstoffe bei einer Kreuzimpfung sind zwar sicher, doch es gibt häufiger Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit einer Kreuzimpfung, auch gegen die Delta-Variante, gilt allerdings als sehr hoch.

Welche Regeln gelten für Corona-Geimpfte?

Die Corona-Zahlen sind in Deutschland zuletzt stark angestiegen und haben sogar neue Höchstwerte erreicht. Das führt dazu, dass immer mehr Bundesländer auf strengere Regeln setzen, um die Pandemie einzudämmen. Geimpfte haben dabei Vorteile: Viele der Beschränkungen gelten für sie nicht, weil ihr Infektionsrisiko deutlich geringer und es bei ihnen kaum zu schweren Verläufen kommt.

Im Fokus stehen aktuell vor allem die 3G-, 3G-plus- und die 2G-Regel. Je nach Infektionsgeschehen dürfen Ungeimpfte nur noch mit aktuellem Schnelltest (3G), PCR-Test (3G-plus) oder gar nicht (2G) an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens – etwa Konzerten oder Restaurantbesuchen – teilnehmen.

Woher bekomme ich den digitalen Impfpass?

Eine vollständige Corona-Impfung kann über einen digitalen Impfpass nachgewiesen werden. Die nötigen Zertifikate werden von vielen Ärzten, in Impfzentren und in Apotheken ausgestellt.

Digitaler Impfpass: CovPass oder Corona-Warn-App?

Man kann seine vollständige Corona-Impfung mithilfe von zwei Apps nachweisen. Ob man sich für den CovPass vom RKI entscheidet oder auf die Corona-Warn-App zurückgreift, bleibt jedem selbst überlassen. Beide können per QR- oder Barcode das Impfzertifikat abrufen und speichern.

Wird es eine Corona-Impfpflicht geben?

Die Bundesregierung hat sich mehrmals klar gegen eine nationale Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Solange es keine offizielle Impfpflicht gibt, kann auch nicht vom Arbeitgeber verlangt werden, dass sich die Beschäftigten einer Impfung unterziehen – ganz egal, ob es sich um ein privatwirtschaftliches oder staatliches Unternehmen handelt.

Sollten sich Schwangere impfen lassen?

Viele Schwangere würden sich gerne impfen lassen. Groß ist die Sorge vor einer Ansteckung – etwa durch die Erstgeborenen, die in die Schule müssen. Viele Frauen wissen um ihr erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Seit dem 17. September empfiehlt die Stiko die Corona-Schutzimpfung auch für Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) und Stillende. Dem hat sich auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe angeschlossen.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

Unter Impfskeptikern hält sich hartnäckig die Annahme, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändern können. Dies trifft nicht zu. Die Stoffe ermöglichen es mittels einer mRNA („Boten-RNA“), den Zellen im Muskelgewebe die Information für die Herstellung einzelner Antigene zu übermitteln, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf seiner Webseite erklärt.

Dadurch beginnt die Zelle mit dem Bau von Proteinen, die dem Immunsystem als Antigene präsentiert werden – eine Immunantwort wird ausgelöst. Das Erbgut bleibt von diesen Vorgängen unberührt. Lesen Sie hier: Das ist die Wirkungsweise von mRNA-Impfstoffen

Wie viel Zeit darf zwischen erster und zweiter Impfung liegen?

Je nach Impfstoff rät das RKI zu unterschiedlichen Wartezeiten zwischen der ersten und der zweiten Impfung.

  • Biontech: drei bis sechs Wochen
  • Moderna: vier bis sechs Wochen
  • Astrazeneca: neun bis zwölf Wochen
  • Kreuzimpfung: mindestens vier Wochen
  • Johnson & Johnson: nur eine Impfung nötig

Corona: Was sind die Nebenwirkungen der Impfstoffe?

Harmlose Reaktionen oder leichtere Nebenwirkungen nach Impfungen sind ganz normal. Sie treten auch nach gängigen Impfungen wie Tetanus oder Mumps-Masern-Röteln auf.

Dazu zählen:

  • Schwellungen oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Leichtes Krankheitsgefühl
  • Fieber

In sehr seltenen Fällen kann es zu einem allergischen Schock kommen, der lebensbedrohlich sein kann. Daher bleibt man nach der Impfung in der Regel noch etwa 30 Minuten unter Beobachtung. Das sind mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung.

Einen Sonderfall bildet der Impfstoff von Astrazeneca. Nach Impfungen mit dem Vakzin sind inzwischen mehrere Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten, häufig bei Frauen unter 55. Mehr dazu: Astrazeneca-Impfung – Was man über Thrombosen wissen muss

Corona-Impfung: Wann treten Nebenwirkungen auf und wie lange halten sie an?

Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten im Normalfall einige Tage an. Auch eine allergische Reaktion zeigt sich unmittelbar nach Verabreichung des Vakzins. Auch interessant: Corona-Impfung – Warum die Angst vor Langzeitfolgen unbegründet ist

Was hat es mit den Berichten über Herzmuskelentzündung auf sich?

Eigentlich zählen die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zu den beliebteren Vakzinen – unter anderem wegen geringer Nebenwirkungen bei hohem Schutz vor Covid-19. Doch nachdem es im April Berichte über Herzmuskelentzündungen in Israel gab, die möglicherweise in Zusammenhang mit den Impfungen stehen könnten, warnt inzwischen auch die USA vor der möglichen Nebenwirkung. Diese tritt allerdings äußerst selten auf – der Nutzen der Impfung überwiegt im Vergleich zur Gefahr von Nebenwirkungen deutlich.

Covid-Arm nach Corona-Impfung – Was ist damit gemeint?

Der Oberarm fühlt sich schwer an, wie nach einem übertriebenen Hanteltraining. Man kann den Arm kaum heben, selbst das Tippen auf der Tastatur bereitet unangenehme Schmerzen. So beschreiben die Geimpften ihren „Covid-Arm“ – eine der möglichen Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung. Besonders auffällig ist, dass diese Reaktion vor allem nach der Injektion mit den mRNA-Impfstoffen beobachtet wird, am häufigsten nach Moderna.

Ist man nach der Corona-Impfung immun?

Eine Corona-Impfung führt nicht zu einer Immunität gegen das Virus. Sie verringert das Risiko einer Infektion aber deutlich. Laut Robert Koch-Institut (RKI) verringert eine Impfung in rund 75 Prozent aller Fälle eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf liegt sogar bei etwa 90 Prozent.

Greift der Impfschutz bereits nach der ersten Impfung?

Ein kleiner Pieks und schon ist man vor Corona geschützt? So einfach ist es nicht. Wie schnell ist man als Geimpfter tatsächlich vor Corona geschützt? Reicht bereits die erste Dosis aus, um das Virus in Schach zu halten? „Der Schutz setzt nicht sofort nach der Impfung ein“, teilt das RKI auf seiner Homepage mit. Das bedeutet, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis der Impfschutz aufgebaut werden kann.

Zudem zeigen neue Daten, dass vor allem bei der Delta-Variante nach einer Impfung noch kein ausreichender Schutz besteht. Um zuverlässig geschützt zu sein, sind deshalb bei allen Vakzinen außer Johnson & Johnson zwei Dosen nötig.

Ist man nach der Corona-Impfung ansteckend?

Eine britische Studie deutet darauf hin, dass Geimpfte deutlich weniger ansteckend sind als Ungeimpfte. Dafür wurden 24.000 Haushalte untersucht, in denen sich ein bereits einmal Geimpfter mit dem Virus infizierte.

Die Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) bezieht sich sowohl auf Erstimpfungen mit den Vakzinen von Astrazenaca als auch von Biontech/Pfizer. Wer sich innerhalb von drei Wochen nach der ersten Dosis mit dem Coronavirus infiziere, gebe die Infektion zwischen 38 und 49 Prozent weniger wahrscheinlich an andere Haushaltsmitglieder weiter als Ungeimpfte, heißt es darin. Nach einer vollständigen Impfung ist die Gefahr, andere anzustecken, noch geringer. Lesen Sie auch: Neue Studie – So ansteckend sind infizierte Geimpfte

Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?

Unmittelbar nach einer Impfung sollte man auf extremen Ausdauersport oder Krafttraining verzichten, da das Immunsystem dadurch geschwächt und Nebenwirkungen verstärkt werden können. Gegen leichte körperliche Betätigung spricht allerdings nicht.

Darf ich nach der Corona-Impfung Alkohol trinken?

Auch auf Alkohol sollte man etwa drei Tage nach einer Impfung verzichten. Ebenso wie starke körperliche Belastung hat auch Alkohol eine negative Wirkung auf das Immunsystem.

Wirken die Impfstoffe gegen die Corona-Mutationen?

Wenn sich das Coronavirus verbreitet, entstehen zwangsläufig Mutationen. Es ist nicht auszuschließen, dass die derzeitigen Impfstoffe dann nicht mehr wirksam sein könnten. Doch was könnte ein solches Szenario begünstigen? Welche Varianten und Mutationen bereiten der Wissenschaft Sorgen, und wie wird die Situation in Deutschland beobachtet? Lesen Sie hier: Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Wirksamkeit der Corona-Impfungen gegen Mutationen

Aktuell ist die Delta-Variante die vorherrschende Virus-Variante in Deutschland. Vor allem die mRNA-Impfstoffe schützen auch vor ihr zuverlässig. Einen Überblick zur Wirksamkeit der Impfstoffe finden Sie hier.

Wie gut ist die Impfung von Biontech/Pfizer?

Bei dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff mit einer Wirksamkeit von rund 95 Prozent.

Wie wirkt der Impfstoff von Moderna?

Bei dem Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna handelt es sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff . Er weist eine Effektivität von rund 90 Prozent auf. Hintergrund: Aufbau, Wirkung, Preis – Die Corona-Impfstoffe im Vergleich

Was muss man über Astrazeneca wissen?

Der Impfstoff von Astrazeneca wurde gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt. Anders als bei Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um einen Vektorimpfstoff. Er bietet laut RKI eine Wirksamkeit von insgesamt 80 Prozent. Nach Konflikten mit dem Unternehmen und wegen seiner im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen geringeren Wirksamkeit gegen die Delta-Variante wird der Impfstoff von Astrazeneca mittlerweile kaum noch verwendet. Lesen Sie auch: Alles Wichtige zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca

Wie wirkt der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Das Vakzin von Johnson & Johnson ist wie der Astrazeneca-Impfstoff Vektor-basiert. Eine Besonderheit liegt bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson allerdings darin, dass eine Dosis für die Entfaltung seiner Schutzwirkung bereits genügt. Laut RKI verringert das Mittel das Risiko einer Covid-19-Erkrankung um 65 Prozent. Vor schweren Verläufen schützt das Vakzin noch zuverlässiger: Hier liegt die Wirksamkeit bei 75 Prozent.

Was ist der Impfstoff von Curevac?

Ein weiterer aussichtsreicher Impfstoff könnte der Kandidat des Tübinger Unternehmens Curevac sein. Dabei handelt sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff. Bisher wurde das Vakzin aber noch nicht zugelassen. Lesen Sie hier: Curevac: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Impfstoff

Welche weiteren Impfstoffe könnten bald zugelassen werden?

Neben dem Vakzin von Curevac gibt es weitere Corona-Impfstoffe, die bald zugelassen werden könnten. Dazu zählen die Mittel der Firmen Novavax und Valneva. Sie werden aktuell in Studien untersucht.

Wie viel Abstand zwischen Grippe- und Corona-Impfung?

Im Herbst steigen die Corona-Zahlen wieder an – gleichzeitig sind in der kälteren Jahreszeit besonders Risikogruppen dazu aufgerufen, sich auch die Immunisierung gegen Influenza verabreichen zu lassen. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge darf die Grippe-Impfung zeitgleich mit der Corona-Impfung verabreicht werden. Handelt es sich bei der Grippe-Impfung um einen Totimpfstoff, entfällt der Impfabstand von zwei Wochen.

Was ist ein Totimpfstoff?

Es gibt mehrere Arten von Impfstoffen, darunter die Vektor-Vakzine wie Astrazeneca und die genbasierten mRNA-Impfstoffe wie Biontech. Ein Totimpfstoff ist ein sogenanntes Ganzvirus-Vakzin. Der Wirkstoff enthält entweder ganze Krankheitserreger oder Bestandteile von ihnen. Diese sind inaktiv, also abgetötet, wodurch sie keine Krankheit mehr verursachen können. Das Immunsystem erkennt sie aber dennoch als Fremdkörper und beginnt mit der Bildung von Antikörpern.

(raer/mit dpa/afp)