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Corona: RKI meldet neue Zahlen - Inzidenz sinkt erneut

| Lesedauer: 41 Minuten
In diesen Bundesländer gilt die 2G-Regel

In diesen Bundesländer gilt die 2G-Regel

Nachdem Hamburg als erstes Bundesland ein 2G-Optionsmodell eingeführt hat, ziehen immer mehr Bundesländer nach. Ein Überblick zeigt, in welchen Bundesländern die 2G-Regel gilt.

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Das Robert Koch-Institut meldet, dass die Inzidenz weiter sinkt. Die Impfkampagne läuft immer noch schleppend. Mehr im Corona-Blog.

  • RKI registriert den vierten Tag in Folge eine sinkende 7-Tage-Inzidenz
  • Das Institut wird für die Art der Berechnung der Hospitalisierungsrate scharf kritisiert
  • Laut Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen sich 12- bis 17-Jährige bis zum Jahresende kostenlos testen können
  • Die deutsche Corona-Forschung bekommt in einer umfassenden Analyse ein desaströses Zeugnis ausgestellt
  • Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet
  • Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Tests vor

Berlin. Deutschland befindet sich in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Weil sich vor allem Menschen ohne Impfschutz anstecken, sprechen Politik und Forschung mittlerweile von einer "Pandemie der Ungeimpften". Mit Aktionen und niedrigschwelligen Angeboten sollen deshalb mehr Menschen motiviert werden, sich impfen zu lassen - die Impfquote in Deutschland ist aktuell nicht hoch genug. Unterdessen können die ersten, insbesondere Ältere und Vorerkrankte, mit einer Booster-Impfung ihren Impfschutz gegen das Coronavirus wieder auffrischen lassen.

Aktuell dominiert in Deutschland die Delta-Variante. Zwar schützen die Impfstoffe sicher und zuverlässig vor der Mutante. Expertinnen und Experten fürchten aber nach wie vor die Entwicklungen von Corona-Varianten, die der Immunantwort entkommen können. Damit so eine Mutation nicht entstehen kann, müsste weltweit die Zahl der Impfungen mit Vakzinen wie denen von Biontech, Moderna oder Astrazeneca deutlich ansteigen, so die Forderungen.

Debattiert wird unterdessen, ob die Booster-Impfung schon in der breiten Bevölkerung zum Einsatz kommen sollte. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, Impfdurchbrüche bei einem Großteil der Immunisierten zu verhindern. Widerspruch gibt es aber unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation. Es sei besser, vorhandenen Impfstoff zu Ungeimpften zu bringen als Geimpften eine dritte Spritze zu geben. So werde verhindert, dass Corona-Varianten überhaupt erst entstehen können.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den vierten Tag in Folge eine sinkende Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche lag am Freitagtagmorgen bei 74,7. Am Vortag hatte der Wert bei 76,3 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die das RKI in seinem Dashboard um 04.25 Uhr angab. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.969 Ansteckungen gelegen.Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Donnerstag, 17. September: "Mutter Beimer" ruft zum Impfen auf: "Das ist umsonst!"

05.51 Uhr: Schauspielerin Marie-Luise Marjan, berühmt geworden als "Mutter Beimer" aus der Fernsehserie "Lindenstraße" (1985-2020), hat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Corona habe viele Pläne durcheinander gebracht, erklärte die 81-Jährige am Rande der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln. "Man kann nur bitten, dass die Leute sich impfen lassen. Damit wir nicht schon wieder irgendeine große Beschränkung bekommen", sagte sie. Sie verstehe nicht, warum man "das Angebot einer Regierung oder auch der Wissenschaftler und Ärzte, die sich Gedanken darüber" gemacht hätten, nicht annehme. "Das ist umsonst! Meine Damen, meine Herren, liebe Kinder. Nun nehmt es doch an." Sie selbst sei schon seit mehreren Monaten geimpft.

Italien verpflichtet alle Arbeitnehmer zur Vorlage von Gesundheitspass

04.21 Uhr: Italien verlangt künftig von allen Arbeitnehmern des Landes Impfungen oder negative Corona-Tests, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Vom 15. Oktober an sind alle Arbeitnehmer verpflichtet, dies mit dem in Italien "Grüner Pass" genannten Dokument nachzuweisen. Andernfalls drohen Sanktionen.

"Wir dehnen die Verpflichtung zum 'grünen Pass' auf die gesamte Arbeitswelt aus, sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor„, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. "Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken", sagte Speranza.

Corona-News von Donnerstag, 16. September: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

22.40 Uhr: Das Salzburger Land ist in Österreich als Gebiet mit sehr hohem Corona-Risiko eingestuft worden. Die nationale Corona-Kommission setzte Salzburg am Donnerstag als einziges Bundesland auf die höchste Stufe der fünfstufigen nationalen Corona-Skala. Im Rest Österreichs besteht hohes oder mittleres Risiko.

Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten. Die österreichweite Inzidenz lag zuletzt bei 164. Die Salzburger Behörden kündigten keine unmittelbaren Maßnahmen als Reaktion auf die Einstufung an.

Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Tests vor

20.42 Uhr: Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den "Grünen Pass" umfangreich auszuweiten.

Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Mehr als jeder Dritte hat privat oder im Job Impf-Streit erlebt

19.14 Uhr: Die Impfung gegen das Coronavirus ist ein Thema, das im Job und auch im privaten Umfeld manchmal zu Konflikten führt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hat das mehr als jeder Dritte (37 Prozent) schon persönlich erlebt. Rund 15 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Familie sei über die Impfung gestritten worden. Zwölf Prozent der Deutschen ab 18 Jahren haben einen solchen Streit am Arbeitsplatz erlebt - allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten derzeit ohnehin im Home Office arbeitet. 23 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage unter Wahlberechtigten gaben an, in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis habe es schon Streit um die Impfung gegeben. Bei der Beantwortung der Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Eine Mehrheit von 59 Prozent gab an, in ihrem direkten Umfeld habe es bislang keinen Streit darüber gegeben, ob man sich impfen lassen sollte oder nicht. Vier Prozent der Befragten antworteten mit "weiß nicht".

Spahn: Gratis-Tests für 12- bis 17-Jährige noch bis Jahresende

18.17 Uhr: Auch wenn die Corona-Pandemie nicht nicht vorbei ist - die Fallzahlen gehen aktuell zurück, die Inzidenz sinkt. Lesen Sie hier, wie sich Experten den Rückgang erklären.

17.27 Uhr: Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch "bis Ende des Jahres" kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. "Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll. "Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig", sagte Spahn. Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. "Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen." Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren. Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von 12 bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten. Lesen Sie auch: Corona im Herbst: Das dürfte auf Ungeimpfte zukommen

So häufig störte Corona den Unterricht

17.26 Uhr: Aufstehen, anziehen, frühstücken und auf zur Schule. So sahen deine Tage vor der Corona-Krise sicher auch aus. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag - immer der gleiche Ablauf. Doch zwischen Januar 2020 und Mai 2021 war das anders. An etwa 180 von rund 270 Schultagen konnte kein normaler Unterricht im Klassenzimmer stattfinden. Es handelt sich bei diesen Zahlen um einen Durchschnitt. Das bedeutet, an manchen Schulen waren es weniger Tage, an anderen sogar mehr. Die Zahlen wurden am Donnerstag in einem Bericht veröffentlicht.

Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen bis Jahresende möglich

15.49 Uhr: Angesichts der weiter angespannten Corona-Lage bleiben Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich. Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Virusvariante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren.

Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch "eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.

Frankreich stellt 3000 nicht geimpfte Pflegekräfte vom Dienst frei

15.06 Uhr: Einen Tag nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht für Pflege- und Rettungskräfte sind in Frankreich etwa 3000 Nicht-Geimpfte vom Dienst frei gestellt worden. Mehrere Dutzend Mitarbeiter hätten zudem gekündigt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag dem Sender RTL. "Viele wollen sich aber jetzt impfen lassen, da sie merken, dass die Impfpflicht tatsächlich besteht", erklärte er. Einschränkungen für Patienten seien nicht zu befürchten.

Insgesamt seien 2,7 Millionen Menschen von der Impfpflicht betroffen, sagte Véran. Dazu zählen etwa das Personal von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Feuerwehrleute. Sie müssen seit Mittwoch mindestens einmal und von Mitte Oktober an doppelt gegen das Coronavirus geimpft sein. Anderenfalls wird ihr Vertrag suspendiert, die Gehaltszahlung bleibt aus. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP könnten die Zahlen tatsächlich höher liegen als von Véran genannt. Allein in etwa 15 öffentlichen Krankenhäusern seien bereits 1500 Mitarbeiter vom Dienst freigestellt worden.

Corona-Spürhunde sollen Konzertreihe für Forschungsprojekt sicher machen

14.24 Uhr: Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, "Gefährdungspotenziale herunterzudampfen" - und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler am Donnerstag.

"Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

13.09 Uhr: Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. "Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden."

Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

Gut 52 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

11.33 Uhr: Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 55,6 Millionen Menschen oder 66,9 Prozent der Bevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. "Die Impfung verhindert schon jetzt viel Leid und Krankheit", schrieb er bei Twitter. Aber auf den Intensivstationen lägen quasi nur Ungeimpfte. "Das wäre nicht nötig. Impfen schützt jetzt!"

Lauterbach zu dritter Impfung: "Sehr guter Impfschutz wird fast perfekt"

10.14 Uhr: In der Debatte um Sinn und Nutzen einer dritten Impfung hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Donnerstag zu Wort gemeldet. Auf Twitter teilte der Politiker eine Studie aus Israel zu Booster-Impfungen mit dem Biontech-Vakzin. Der Schutz nach einer solchen Auffrischung steige "um den Faktor 15", so Lauterbach.

"Damit wird sehr guter Impfschutz fast perfekt", folgerte der Gesundheitsexperte. "Ohne Mangel wäre die dritte Impfung wahrscheinlich wie in Israel fast für jeden sinnvoll." Er gab wegen der weltweiten Impfstoffknappheit zu bedenken, dass nach wie vor "nur Ältere und Vorerkrankte" für eine dritte Impfung infrage kommen sollten.

Die am Mittwoch im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie kommt zu dem Schluss, dass unter den geimpften Teilnehmenden im Alter von über 60 Jahren die Zahl an Impfdurchbrüchen und schweren Verläufen von Covid-19 "bedeutend geringer" war, wenn sie eine Booster-Impfung erhalten hatten.

Corona grassiert in Putins Umfeld

9.49 Uhr: Im Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin hat es mehr Corona-Fälle gegeben als ursprünglich bekannt. "Nicht nur ein oder zwei, sondern mehrere Dutzend Menschen" seien mit dem Virus infiziert, sagte Putin am Donnerstag per Videokonferenz auf der Tagung der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Der Staatschef hatte sich am Dienstag in Selbstisolation begeben, nachdem ein Infektionsfall eines engen Mitarbeiters festgestellt worden war.

Putin musste den OVKS-Gipfel in Tadschikistan wegen der Quarantäne absagen. Er entschuldigte sich bei den Partnerländern für die Absage aufgrund dutzender Fälle des Coronavirus in seinem engen Umfeld.

Der 68-jährige Staatschef ist nach eigenen Aussagen im Juni mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft worden. Putin sei "absolut gesund", sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.

Gesundheitsminister von Trinidad: Minaj-Tweet zu Impffolgen ist "falsch"

8.03 Uhr: Der Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago hat einem viel diskutierten Tweet der US-Rapperin Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung widersprochen. Die 38-Jährige hatte am Montag geschrieben, einem Freund ihres Cousins auf Trinidad sei nach der Impfung gegen das Coronavirus der Hoden angeschwollen und er sei impotent geworden. Der Minister des Karibikstaates, Terrence Deyalsingh, sagte am Mittwoch, es gebe keine Berichte über einen solchen Fall. "Leider haben wir gestern so viel Zeit damit verschwendet, dieser falschen Behauptung nachzugehen", sagte er.

Minaj, die auf Trinidad geboren wurde und in New York aufwuchs, hatte zunächst am Montag auf Twitter erklärt, sie werde sich nicht für die Met-Gala impfen lassen. Der Modeausstellung in New York am Montag, bei der ein Impfzwang galt, blieb sie fern. Kurz nach diesem Tweet folgte die Anekdote über ihren Cousin. Minaj riet dabei auch ihren mehr als 22 Millionen Followern, sich die Entscheidung zur Impfung gut zu überlegen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Umfrage: 20 Prozent gegen Privilegien für Geimpfte und Genesene

6.47 Uhr: 20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesene. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Nach versuchtem Brandanschlag auf Impfzentrum: Politiker warnen

6.03 Uhr: Nach einem versuchten Brandanschlag auf ein sächsisches Impfzentrum haben Innenpolitiker des Bundestags vor einer Radikalisierung der Impfgegner gewarnt. "Die zunehmende Gewalt aus der so genannten Querdenker-Szene gegen öffentliche Institutionen und Gesundheitseinrichtungen ist zutiefst besorgniserregend", sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Radikale Impfgegner und Querdenker seien eine Gefahr für die Gesellschaft und trügen durch Falschinformationen und Verunsicherung dazu bei, dass sich weniger Menschen impfen ließen. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Irene Mihalic, sagte, seit Monaten beobachte man eine Radikalisierung der Szene.

Im sächsischen Vogtlandkreis hatten Unbekannte am Dienstagabend drei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen ein Rolltor an einem Impfzentrum geworfen. Die Brandsätze zündeten nicht, weswegen kein Feuer ausbrach. Lesen Sie auch: USA: Impfgegnerin steckt Kind mit Corona an - Tochter stirbt

Woidke verteidigt neuer Brandenburger Corona-Ampel

5.40 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die neue Corona-Warnampel ohne automatische neue Beschränkungen verteidigt. Er wies die Kritik zurück, dass bei einer Überschreitung des Warnwertes bei neuen Krankenhauspatienten nicht von vornherein neue Schutzmaßnahmen feststehen. "Unsere Corona-Ampel zur Belastung der Krankenhäuser wird, wenn die Zahlen steigen, Konsequenzen haben", sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Sollten wir den Wert von 7 in der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz überschreiten, wird die Landesregierung sofort reagieren." Er hoffe, dass es dazu nicht kommt.

Seit Donnerstag gilt die neue Corona-Warnampel mit der Zahl neuer Krankenhauspatienten pro 100000 Einwohner in einer Woche als wichtigstem Richtwert. Wenn er landesweit höher als 7 ausfällt, ist ein Warnwert überschritten. Dann will das Kabinett über weitere Beschränkungen beraten, einen Automatismus gibt es jedoch nicht. Bei einer Zahl größer als 12 ist der Alarmwert erreicht.

Corona-News von Mittwoch, 15. September: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen

19.47 Uhr: Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angezählt und sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht. "Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer", sagte das katholische Kirchenoberhaupt an Bord eines Flugzeugs, das ihn am Mittwoch von der Slowakei zurück nach Rom brachte. "Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt", fügte der Papst hinzu.

Obwohl er keinen Namen nannte, war eindeutig, dass sich die Worte des Papstes auf einen seiner schärfsten Kritiker bezog, den konservativen US-Kardinal Raymond Burke. Dieser wurde kürzlich mit Covid-19 in ein Krankenhaus in den USA eingeliefert.

Im Vatikan seien "alle geimpft, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe", sagte der 84-Jährige weiter. "Wir versuchen, ihnen zu helfen."

Demonstration gegen Impfaktion eskaliert

18.40 Uhr: Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es am Mittwoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule in Bayern versammelt. Sie seien "das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen". Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden.

Impfpflicht gilt nun in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen

17.25 Uhr: In Frankreich gilt seit Mittwoch für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus, insgesamt geht es um rund 2,7 Millionen Beschäftigte. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Fortzahlung des Lohns. Mindestens eine erste Impfung müssen nun Beschäftigte nachweisen, die im Krankenhaus- und Pflegebereich arbeiten, aber auch Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie die Beamten der Gendarmerie. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern, hieß es.

Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht für bestimmte Berufe gehört, hatten in Frankreich seit dem Sommer großen Protest ausgelöst, auch am vergangenen Wochenende gingen Zehntausende auf die Straße. Aufschub von der Suspendierung können Betroffene erhalten, wenn sie freie Tage oder Urlaub nehmen. Sobald sie die Impfung erhalten haben, endet auch die Sanktion, betonten die Behörden. Eine Entlassung wegen einer fehlenden Corona-Impfung sei nicht möglich, hieß es.

Nun doch Ausnahme für Kinder bei neuer 2G-Regel in Berlin

16.52 Uhr: Berlin lässt nun doch Ausnahmen bei der neuen Corona-2G-Regel zu. Neben Geimpften und Genesenen sollen auch Kinder unter zwölf Jahren Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen haben, die diese 2G-Regel anwenden. Darauf verständigte sich der Senat am Mittwoch nach breitem Protest gegen das am Vortag beschlossene 2G-Optionsmodell, das keine solchen Ausnahmen vorsah.

Kinder ab sechs Jahren müssen demnach einen negativen Corona-Test vorweisen, soweit sie nicht im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden. Das kann etwa in den Ferien der Fall sein.

Gleichzeitig bleibt es dabei, dass Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Das gilt ab Samstag. Im letzteren Fall dürfen nun auch Kinder unter zwölf Jahren dazukommen, für die es bislang keine Impfangebote gibt.

Desaströses Zeugnis für Deutsche Corona-Forschung

16.17 Uhr: Laut einer Analyse von Forschern aus Deutschland und der Schweiz hat die deutsche Corona-Forschung im Vergleich zu anderen Nationen desaströs abgeschnitten. Von den weltweit 3000 Studien mit evidenzbasiertem Protokoll, wurden nur 65 aus Deutschland registriert, heißt es in der als Pre-Print veröffentlichten Analyse des Department of Clinical Research des Universitätsspitals Basel und des Berlin Institute of Health. Alle 65 Studien hätten nur auf die Erfindung von neuen Impfstoffen oder Therapien abgezielt. Studien zu veränderten Lebensverhältnissen oder anderen Auswirkungen durch die Pandemie habe es nicht gegeben.

Viel schwerer dürfte aber der Vorwurf wiegen, dass von den 65 Studien überhaupt nur 14 zu Ende geführt wurden. 35 der Studien würden noch laufen. Zehn hingegen seien abgebrochen worden und sechs weitere hätten nicht einmal mit der Rekrutierung von Studienteilnehmern begonnen.

Generell scheinen die Forscher Probleme mit ihren Studienteilnehmern gehabt zu haben. Die Forscher hätten für ihre Studien durchschnittlich etwa mit 106 Versuchspersonen gerechnet, heißt es in der Analyse. Am Ende seien es trotz Millionen mit Corona Infizierter gerade einmal 15 Teilnehmer pro Studie geworden. Die Bundesregierung hat für öffentlich finanzierte Corona-Forschung bisher mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Spahn ruft erneut zum Impfen auf

15.10 Uhr: Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind mittlerweile rund 52 Millionen Menschen und damit 62,4 Prozent der Deutschen gegen Corona geimpft. Der CDU-Politiker warb erneut für die diese Woche gestartete Impfaktionswoche der Bundesregierung. "Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen", schrieb Spahn auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Bisher ist der Erfolg der Aktion jedoch überschaubar, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Zum Start der Woche am Montag hatten sich so wenige Menschen impfen lassen wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Drosten blickt mit Sorge auf den Winter – Andere Länder schon weiter als Deutschland

13.55 Uhr: Christian Drosten sieht einige Länder auf der Schwelle vom Übergang der Corona-Pandemie in eine Corona-Endemie – Deutschland zählt der Virologe jedoch nicht dazu. Eine endemische Situation beschreibt das regelmäßige Auftreten einer Krankheit. Forscher gehen davon aus, dass Sars-Cov-2 auch künftig in der Bevölkerung verbleiben, aber sich wie andere Corona-Viren abschwächen wird. Ähnlich wie die jährlichen Grippewellen.

"Ich glaube, es gibt Länder, die schaffen es jetzt im Herbst und im Winter, in die endemische Phase hineinzukommen. Großbritannien gehört wohl dazu. Deutschland Stand heute eher nicht.", sagte Drosten der "Zeit". Das liege daran, dass die Impfquote in Großbritannien höher als in Deutschland sei und das sich dort außerdem mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Daher ergebe sich in Deutschland eine sogenannte Immunitätslücke. Diese sei zu groß, um unbesorgt in den Winter zu gehen, sagte Drosten.

Söder: Drohende Einkommenseinbußen werden Impfbereitschaft steigern

13.20 Uhr: Die drohenden Einkommenseinbußen für Ungeimpfte durch Quarantäneauflagen werden nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die Impfbereitschaft weiter steigern. Er glaube, dass sowohl die nicht mehr kostenlosen Corona-Tests als auch die neuen Quarantäneregeln "dem einen oder anderen noch mal ein zusätzliches Argument geben", in der Frage neu zu überlegen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im Münchner Presseclub. Hinzu komme ja weiterhin die wissenschaftlich-medizinische Begründung und die emanzipatorische Frage, wie viel Freiheiten Geimpfte bekämen - "nämlich alle".

Einige Bundesländer - etwa Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, haben bereits beschlossen, dass der Lohn von ungeimpften Arbeitnehmern bei einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht mehr vom Staat weitergezahlt wird. Allerdings gibt es hierzu noch keine einheitliche Regelung und auch keinen einheitlichen Stichtag.

Innenminister rechnen auch nach Corona mit mehr Arbeit für Polizei

13.09 Uhr: Auch nach einem Ende der Corona-Krise wird sich das Problem der vielen Überstunden bei den Polizeibehörden aus Sicht der Innenminister nicht in Luft auflösen. Corona sei "nur noch ein Vehikel für Demokratieverachtung", sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Die während der Pandemie entstandene Protestbewegung, aus der heraus auch bürgerlich wirkende Demonstranten auf Polizisten losgingen, werde nicht einfach verschwinden.

Sein sächsischer Amtskollege, Roland Wöller (CDU), sagte: "Wir brauchen mehr Personal. Die Aufgaben werden größer." Im Landtag werde meist über Fußstreifen und die Präsenz der Polizeibeamten vor Ort gesprochen. Doch auch der öffentlich weniger sichtbare Kampf gegen Terrorgefahr, Cyberkriminalität und grenzüberschreitende Kriminalität seien enorm personalintensiv.

Geisel sagte, Überlegungen, in Berlin die Zahl der Einsatzereignisse zu reduzieren, seien bisher "schlicht nicht aufgegangen". Wenn sich - wie in Berlin geschehen - trotz der Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie Tausende im Park träfen und dann auch noch Flaschen flögen, müsse die Polizei vor Ort sein und handeln. Inzwischen denke man darüber nach, ob "der recht hoch gewählte Personalansatz" wirklich in jedem Fall erforderlich sei. "Aber ich bekenne, so den Königsweg an dieser Stelle, den haben wir noch nicht gefunden", fügte er hinzu.

RKI meldet wohl deutlich zu niedrige Hospitalisierungsrate

12.23 Uhr: Seit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes gilt die Hospitalisierungsrate statt der Sieben-Tage-Inzidenz als entscheidender Maßstab zur Bewertung der Corona-Lage. Doch das Robert Koch-Institut (RKI) gibt die tagesaktuelle Hospitalisierungsrate nach Recherchen des "Spiegel" und der "Zeit" deutlich zu niedrig an. Das hat mit der Berechnungsmethode des RKI zu tun. Für diese werden alle Krankenhauseinweisungen berücksichtigt, die sieben Tage nach Meldung der jeweiligen Infektionen bei den Gesundheitsämtern erfolgten. Wird eine Person jedoch eingeliefert, nachdem die sieben Tage bereits verstrichen sind, taucht sie in den tagesaktuellen Werten des RKI nicht auf.

Doch gerade das ist der Regelfall. Denn schwere Verläufe entwickeln sich häufig erst über einen längeren Zeitraum. Demnach bildet die tagesaktuelle Hospitalisierungsrate des RKI nicht das tatsächliche Geschehen in den Krankenhäusern ab. Laut den Berechnungen von "Spiegel" und "Zeit" liegt die Auswertung des RKI um mehr als 70 Prozent unter der tatsächlichen Zahl der Krankenhauseinweisungen. Zwar korrigiert das RKI die Werte der Vorwochen im Nachhinein, nur dürfte diese Zahl in der öffentlichen Wahrnehmung dann nicht mehr so interessant sein. Schließlich agieren Politiker wohl mehrheitlich anhand des aktuellen Tageswerts.

Wie der SWR berichtet, hatten Gesundheitsbehörden bereits im August bei einer Konferenz von Bund und Ländern wegen der Diskrepanz deutliche Kritik geübt. Die Berechnungsmethode des RKI sei "nicht sinnvoll" bestätigte Christof Rübsamen, der Leiter des Gesundheitsamts Wilhelmshaven gegenüber dem "Spiegel".

Berliner Senat berät nun doch über 2G-Ausnahme für Kinder

10.30 Uhr: Angesichts breiten Protests gegen das neue 2G-Optionsmodell etwa für die Gastronomie oder Veranstaltungen will der Berliner Senat am Mittwoch nun doch über Ausnahmen für Kinder beraten. Das kündigte die Gesundheitsverwaltung am Morgen an. Es gehe um "die übergangsweise Erweiterung des 2G-Optionsmodells um Kinder unter zwölf Jahren, bis die Impfung dieser Kinder möglich ist", hieß es.

Am Dienstag hatte der von SPD, Linken und Grünen getragene Senat beschlossen, dass am Samstag in etlichen Bereichen Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Getesteten (2G).

Für breite Kritik auch aus den Reihen der Koalition hatte gesorgt, dass es laut der Senatsentscheidung für Kinder, für die noch keine Impfung möglich ist, keine Ausnahme geben soll. Hier will der Senat eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl nun offenbar schnell nachsteuern.

Von der Leyen: Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint

10.00 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Bewältigung der Corona-Pandemie in der EU als Erfolg gewürdigt - zugleich jedoch zu weiteren Anstrengungen aufgerufen. Mit mehr als 70 Prozent vollständig Geimpften unter der erwachsenen Bevölkerung sei die EU allen Kritikern zum Trotz unter den weltweit führenden, sagte von der Leyen am Mittwoch in Straßburg in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Zudem habe die EU als einzige Region weltweit mehr als 700 Millionen Impfstoffdosen an mehr als 130 Länder weltweit weitergegeben. "Wir haben es richtig gemacht, weil wir es auf die europäische Weise gemacht haben."

Zugleich verwies von der Leyen mit Blick auf die Impfquoten auf weltweite Ungerechtigkeit. Priorität müsse sein, das Impfen weltweit zu beschleunigen. Das Ausmaß an Ungerechtigkeit sei offensichtlich. Die deutsche Politikerin kündigte an, die EU werde bis Mitte 2022 weitere 200 Millionen Impfstoff-Dosen spenden. ""Corona-Zeiten sind nicht vorbei", sagte von der Leyen. "Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint."

Broadway: Erste Musical-Vorstellungen nach 18 Monaten Pause

9.13 Uhr: Am Broadway in New York werden nach 18 Monaten Corona-Pause wieder vier beliebte Musicals gespielt. Theaterleute und Fans feierten am Dienstagabend die Rückkehr von "Hamilton", "Wicked", "Der König der Löwen" und "Chicago" in das berühmte Theaterviertel. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "wichtigen Abend" für den Neuanfang New Yorks. Die Broadway-Theater seien das "Herz" und die "Seele" der Stadt.

Die Broadway-Theater waren seit März 2020 geschlossen gewesen. Im Mai hatte New Yorks Ex-Gouverneur Andrew Cuomo den 14. September als Starttermin für den Broadway festgelegt. Einige Theater hatten schon ab Anfang September den Spielbetrieb wieder aufgenommen, große Musicals wurden bisher aber nicht gezeigt. In allen Theatern müssen Zuschauer, Darsteller und das Theaterpersonal vollständig geimpft sein. Die Zuschauer müssen zudem auch während der Vorstellungen Masken tragen.

Arizona zieht gegen Bidens Impfvorgaben vor Gericht

8.43 Uhr: Arizona ist als erster US-Bundesstaat gegen die neuen Corona-Impfvorgaben von Präsident Joe Biden vor Gericht gezogen. Arizonas Generalstaatsanwalt Mark Brnovich erklärte am Dienstag, die Impfpflicht für Bundesbedienstete und die Impf- oder Testpflicht für Mitarbeiter großer Unternehmer seien "verfassungswidrig".

"Die Regierung kann Menschen nicht dazu zwingen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", erklärte der Republikaner. Die Regierung des Demokraten Biden missachte einmal mehr die geltenden Gesetze, um ihre "radikale Agenda voranzutreiben".

In der bei einem Bundesgericht eingereichten Klage argumentiert Brnovich, mit den neuen Impfvorgaben würden US-Bürger gegenüber "illegalen Migranten" benachteiligt - für diese gelte nämlich keine Impfpflicht. "Für Migranten, die illegal die Südgrenze (der USA) überschreiten, gibt es keinerlei Impfvorgaben." Das stelle eine "verfassungswidrige Bevorzugung von illegalen Migranten dar". Arizona liegt an der Grenze zu Mexiko.

Feuer in sächsischem Impfzentrum - Ursache unklar

8.01 Uhr: In einem Impfzentrum im Vogtlandkreis (Sachsen)ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Hintergründe des Brandes in der Kleinstadt Treuen waren zunächst unklar, wie die Polizei am Mittwochfrüh mitteilte. Auch die Höhe des entstandenen Schadens war am Morgen noch nicht bekannt.

WHO fordert mehr Gerechtigkeit bei Impfstoffverteilung

7.31 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Impfstoffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt und dabei vor allem auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. "Weltweit wurden mehr als 5,7 Milliarden Dosen verabreicht, aber nur 2 Prozent davon in Afrika", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag. Das schade nicht nur den Menschen in Afrika, sondern allen. Lesen Sie auch: Sterilisation in Afrika? Frank Thelen bittet um Entschuldigung

Ischgl-Prozess: Witwe fordert 100.000 Euro

7.11 Uhr: "Diese Gebiete werden ab sofort isoliert." Der schlanke Satz von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz zur Ausbreitung des Coronavirus am 13. März 2020 schlug ein. Viele Touristen in den Tiroler Skiorten Ischgl, Galtür oder St. Anton am Arlberg - diese Gebiete waren gemeint - hörten die Nachricht noch beim Skifahren und wollten durch sofortige Abreise einer möglichen Quarantäne entkommen. Unter chaotischen Bedingungen fuhren Infizierte heim und trugen so zur europaweiten Verbreitung des Virus bei. Ein österreichischer Journalist nahm den Bus zum Bahnhof. Es wurde wegen Staus eine gefährlich lange Fahrt. Kurz darauf ist er an Covid-19 gestorben.

Am 17. September beginnt mit der Klage der Witwe und ihres Sohnes auf 100.000 Euro Schadenersatz das erste von vielen Verfahren auch deutscher Kläger gegen die Republik Österreich. Die sogenannte Amtshaftungsklage sieht ein Versagen der Behörden, die zu spät vor dem Virus gewarnt und zu spät gehandelt hätten. "Ich schätze, dass letztlich bis zu 3000 Ansprüche an die Republik gestellt werden", sagt Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein (VSV) in Wien, der die Kläger betreut.

Lambrecht fordert mehr Hilfe für psychisch belastete Kinder in der Pandemie

3.33 Uhr: Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht fordert eine stärkere Unterstützung für psychisch belastete Kinder in der Corona-Pandemie: Zu oft fehle professionelle Hilfe dort, wo sie am dringendsten benötigt werde, sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion. "Für die Kinder, die unter psychischen Erkrankungen leiden, brauchen wir eine bessere und frühzeitigere Versorgung. Eltern müssen schneller einen Therapieplatz für ihr Kind bekommen." Hier bestehe großer Handlungsbedarf.

An diesem Mittwoch kommt der Bericht der gemeinsamen Arbeitsgruppe des Bundesgesundheits- und des Bundesfamilienministeriums "Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona" ins Kabinett. Die Arbeitsgruppe hat zusammen mit Expertinnen und Experten insgesamt 26 Empfehlungen für Länder und Kommunen erarbeitet, durch die weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche vermieden und bestehende Belastungen abgebaut werden können. Darunter findet sich auch die Forderung nach einer Sicherstellung ausreichender psychotherapeutischer Versorgungsangebote.

Verdi-Chef Werneke kritisiert Länderpläne zur Abschaffung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

2.25 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat das Vorhaben vieler Bundesländer kritisiert, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne zu beenden. Aus Sicht der Gewerkschaft sei es falsch zu versuchen, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Werneke dieser Redaktion. "Die Politik steht im Wort, dass Impfen freiwillig bleiben soll." Die von Arbeitgeberverbänden und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgelöste Debatte zur Streichung des Entgeltersatzes sei kontraproduktiv, verlagere die Konflikte in Betriebe und Belegschaften und sorge für Verunsicherung.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften leisteten seit Monaten einen aktiven Anteil daran, das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen. "Arbeitgeber sind nun gefordert, nachdrücklich für Impfungen zu werben und sie in der Arbeitszeit zu ermöglichen", forderte Werneke.

Corona-News von Dienstag, 14. September: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

  • Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben ihre Produktion fast vollständig eingestellt
  • Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" Dänemark als Vorbild für Deutschland ausgelobt. Im Nachbarland sind seit kurzem so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Lockerungen der dänischen Regierung sind dank einer außergewöhnlich hohen Impfquote von zirka 86 Prozent möglich
  • In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr.
  • Nach rund 18 Monaten schaffen die Niederlande den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter ab dem 25. September ab
  • Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgerufene Impfaktionswoche ist nur schwach angelaufen. Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet, wurden am Montag in ganz Deutschland nur 118.048 Dosen Impfstoff verabreicht
  • Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der "2G"-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen
  • Eine Booster-Impfung kann Leben schützen – doch offenbar braucht gar nicht jedes Leben Schutz durch eine Auffrischung der Corona-Impfung. Lesen Sie dazu: Studie: Booster-Impfung nur für bestimmte Gruppen sinnvoll

(fmg/dpa/afp/epd)

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